Mörderische Mokkatorte

Wenn der Herbstwind die bunten Blätter draußen tanzen lässt, dann ist es allerhöchste Zeit auch mal die Fenster zu öffnen und frischen Wind durch die Kuchenabteilung unserer Küche wehen zu lassen. Unser dicker Ordner mit der Aufschrift “Backen und Dessert”, enthält sicher manchen Schatz, der erst noch gehoben werden muss. Die Rezeptwahl fiel am Wochenende auf ein altes Rezept aus dem Jahr 2000, vermutlich aus der Zeitschrift Essen & Trinken. Eine Mokkatorte!

Schon hunderte Male wurde das Rezept überblättert, diesmal haben wir uns rangewagt. Vermutlich hat diese Torte noch nie jemand hergestellt, denn alleine die Zutatenliste liest sich schon fast mörderisch! Wer also mit seinen Cholesterin, Fett- und Zuckerwerten zu kämpfen hat, der ist leider gleich an dieser Stelle ausgeschieden. Denn was nun kommt, ist nicht nur eine Aufgabe für sehr ambitionierte BäckerInnen, sondern auch für Menschen die keinerlei Probleme mit reinem Hüftgold haben. Zum Glück haben wir nicht nur Töchter, Schwiegertochter, Sohn und Schwiegersöhne sowie Enkelkinder, die uns sicher dabei helfen werden diese Kalorienbombe zu entschärfen. – Unser Resümee folgt am Ende der Seite.

Die Zutatenliste

Für die Tortenböden: * 300 g Zucker, * 8 Eiweiß, * 200 g Mandeln, gemahlen, * 100 g Mehl, * Salz, * 4  Tropfen Bittermandel (Backaroma), * 150 g Mokka-Schokolade (zum bestreichen).

Für die Füllung: * 400 g Halbbitter-Kouvertüre, * 30 g gemahlener Kaffee, * 1 Tütchen Gelatine (9 Gramm, gemahlen), * 6 Eigelb, * 4 Eiweiß, * 50 g Zucker, * 3 EL Brandy, * Salz, * 300 ml Schlagsahne.

Für die Dekoration: * 150 ml Schlagsahne, * 50 g Mokkaschokolade.

Zubereitung:

Für den Teig zunächst die acht Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen. Den Zucker dabei langsam einrieseln lassen und weiterschlagen, bis er sich gelöst hat. Die Mandeln und das Mehl vermischen, dann mit einigen Tropfen des Backaromas unter den Eischnee heben.

Aus dem Teig 6 Böden im Durchmasser von etwa 22 cm backen: Dafür auf einige Bögen Backpapier Kreise zeichnen. Den Teig in sechs Portionen teilen und jeweils auf den Kreisen möglichst gleichmäßig verstreichen. Den Backofen auf 175 Grad (Umluft) vorheizen. Die einzelnen Böden nacheinander auf der 2. Einschubleiste von unten im Backofen für 12-15 Minuten backen. Die Böden sollten dabei leicht knusprig werden.  Anschließend mit dem Papier vom Blech ziehen und abkühlen lassen.

Für die Füllung muss eine Mousse hergestellt werden. Dazu aus 300 ml Wasser und Kaffeepulver einen sehr kräftigen Kaffee kochen. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Kouvertüre hacken und im Wasserbad schmelzen (nicht zu heiß). Die sechs Eigelb und den gefilterten, warmen Kaffee verrühren und in einem Topf bei mittlerer Hitze dickcremig bis kurz vor dem Kochen aufschlagen. Die eingeweichte Gelatine ebenfalls unter Rühren darin auflösen. Die geschmolzene Kouvertüre und den Cognac untermischen. Die Masse nun abkühlen und anziehen lassen, dabei mehrmals umrühren.

Die Böden auf einer Seite dünn mit der Mokka-Schokolade bestreichen. Dazu 150 g der Mokkaschokolade hacken und im Wasserbad langsam schmelzen. Die vier Eiweiß und 1 Prise Salz steif schlagen, den Zucker dabei einrieseln lassen. 300 ml Sahne ebenfalls steif schlagen. Beides unter die Mokkamasse heben, wenn diese fest zu werden beginnt für einige Stunden kühl stellen.

Die Mousse in sechs Teile portionieren. Den ersten Tortenboden mit der Schokoladenseite nach oben auf eine Platte setzen, die erste Portion der Mousse darauf verstreichen. den nächsten Tortenboden daraf legen und so fortfahren, bis der letzte Boden obenauf liegt. Dieser erhält einen anderen Aufstrich, die sechste Portion der Mousse kann man dazu verwenden den Rand der Torte zu verstreichen.

Für die Dekoration die Sahne steif schlagen und die Oberfläche der Torte damit bestreichen. Am besten über Nacht kühl stellen. Die übrige Mokkaschokolade raspeln und die Torte damit garnieren.

*

Nachdem der Aufwand für den Kuchen beträchtlich ist, haben wir die ganze Sache natürlich kritisch auf den Prüfstand gestellt. Einerseits veröffentliche ich hier nur Rezepte, die wir für gut oder sogar für sehr gut befunden haben. Andererseits gab es hierfür sowohl jede Menge Fotos als auch eine gute Anleitung. – Unser Resüme lautet: Das ganze ist wirklich lecker, die Kalorienanzahl aber derart hoch (in meiner Auflistung oben habe ich weitere 300 ml Schlagsahne des Originalrezepts bereits ersetzt duch ein weiteres geschlagenes Eiweiß) und der Aufwand zur Herstellung so beträchtlich, dass wir das Rezept nicht aufbewahren werden.

Zwar widerstrebt es mir persönlich nun auch schon in der privaten Küche so eine Art “Kosten- Nutzen-Rechnung” aufzumachen, mit der ja in der heutigen Zeit alles weggefegt wird, was man früher einfach als schön oder gut bezeichnet hat, andererseits sind die Möglichkeiten zu Ernährung und Genuss heute derart vielfältig, dass man wirklich keine Rezepte aufbewahren muss, die nicht zu 100 % überzeugen.

 

 

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7 Antworten : “Mörderische Mokkatorte”

  1. Thorsten Wild sagt:

    Wow, das ist wirklich eine super leckere Torte, ich würd die gerne mal zum nächsten Mitarbeitergespräch mitnehmen und mein Chef, der gerne Mocca trinkt beeindrucken :) Da fällt die Beurteilung gut aus

  2. Anna (Küchenzeilen) sagt:

    Kann verstehen, dass auch die Kalorienzahl in die ‘Rechnung’ mit eingeht, auch wenns ein Kuchen ist. Mir ging das mit dem Donauwellenrezept letztens ähnlich – war zwar insgesamt lecker, aber irgendwas in mir sträubt sich gegen die dicke, fette (!) Butterschicht. Die Kunst scheint mir gerade, auch mal mit weniger Kalorien/Fett einen tollen Geschmack zu erzielen.

  3. Sarah sagt:

    oh, mein gott: EIN TRAUM :)

  4. Dzoli sagt:

    Ja ja bring mich um;))

  5. Alice sagt:

    WOW!

    Mir wäre das auch zu aufwendig zum selbermachen, aber ich würde da zu gerne mal von naschen :)

  6. Ulrike sagt:

    Boah! Klingt gut, aber nachmachen würde ich das nicht wollen!

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