Pulled Pork ist Slow Food

Ein bisschen verwundert hat mich auf unserer letzten USA-Reise die Bekanntschaft mit “Pulled Pork”, also gezupftem Schweinefleisch. Verwundert deshalb, weil doch Amerika gemeinhin als das Land des Fast Foods gilt. Mit schneller Zubereitung hat dieses Rezept aber rein gar nichts zu tun. Natürlich gibt es in Amerika annähernd so viele Varianten des Gerichts, wie es Staaten gibt. Eine recht bekannte Zubereitungsart (mit Kraut, Essig und Brötchen) ist typisch für North Carolina.

Nachdem mir die beste Ehefrau von allen zu meinem letzten Wiegenfest einen lang gehegten Wunsch erfüllte, nämlich einen vernünftigen Gasgrill auf die Terasse gestellt hat, war es kürzlich so weit! – Leider konnte ich kein vernünftiges Foto einer servierten Portion des leckeren Fleisches machen. Die waren einfach zu schnell aufgegessen!

Die Hauptzutat zu diesem Gericht ist übrigens Zeit! Denn bei diesem Gericht handelt es sich im reinen Sinn des Wortes um Slow Food. Die drei nötigten Rezepturen zu den einzelnen Komponenten basieren auf Angaben in einer der letzten Ausgaben der Zeitschrift “Effilee“. Zu dem Gericht benötigt man, außer einer Marinade für das Fleisch, noch eine leckere Barbecue-Soße (hier mit Apfel) und natürlich den obligatorischen Krautsalat, der direkt mit in den “Buns” (weiche aber nicht süße Brötchen) serviert wird.

Eines gleich vorneweg: Der Versuch war sehr, sehr lecker. Im Sinne des “gezupften” Fleisches schlug das Experiment leider fehl. Meine Fleischstücke wogen zwar nur jeweils circa 1,5 kg, enthielten aber recht große Knochen (Schäufele). Die von mir angesetzte Garzeit von 9 Stunden reichte auf jeden Fall nicht, um das Fleisch zum zerfallen zu bringen, wir schnitten es einfach in kleine, dünne Scheiben. Insgesamt kein Beinbruch, beim nächsten mal stehe ich einfach etwas früher auf ;-) .

Zutaten (1): * 2,5 kg Schweineschulter, * 1 kleine Zwiebel, * 2 Knoblauchzehen, * 1 kleine Chili, * 50 g brauner Zucker, * 2 EL Salz, * 50 g Öl, * 50-80 ml Sojasauce, * 50 g Tomatenmark, * 1 TL Kreuzkümmel (trocken geröstet), * etwas Chayennepfeffer, * 1 Zweig Rosmarin, * 1 Zweig Thymian.

Zubereitung: Die folgende Marinade soll die Konsistenz einer Paste haben! Dazu die Zwiebel, den Knoblauch und alle Gewürze mit dem Öl und etwa 50 ml Sojasauce in einen Mixer geben. Falls der Mixer nicht richtig “greift” noch etwas Sojasauce zufügen.

Das Fleisch mit der Paste rundum einreiben, in einen Gefriebeutel stecken oder mit Frischhaltefolie einwickeln. Am besten über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am Morgen den Gasgrill auf 100 Grad vorheizen und das Fleisch darin etwa 10-12 Stunden bei 100 Grad garen. Das Fleisch ist fertig, wenn es eine Kerntemperatur von etwa 90 Grad erreicht hat, oder schon mit der Gabel teilbar ist. Das Fett entfernen, eventuell vorhandene Knochen auslösen.

Zutaten (2) für das North-Carolina-Kraut:  * 1 Spitzkohl, * 150 ml Apfelsaft, * 250 ml Obst- oder Apfelessig, * 10 g brauner Zucker, * Salz, * Pfeffer, * Chayennepfeffer. Alles vermischen, kurz aufkochen, dann abkühlen lassen. Den Spitzkohl sehr, sehr fein schneiden, mit der Soße mischen und etwas durchziehen lassen. Das marinierte Kraut wird später als erste Schicht in die Brötchen gehäuft.

Zutaten (3) für eine Apfel-Barbecue-Soße: * 1 kleine Schalotte, * 2 Äpfel, * 1 Knoblauchzehe, * 1 TL Zimt, *2 EL Tomatenmark, * 100 ml Fleisch- oder Gemüsebrühe, * 1 EL brauner Zucker, * 2 Zitronen, * Salz, * Pfeffer, * Paprika,  * etwas Chayennepfeffer.

Die Zwiebel schälen, in wenig Öl anschwitzen, die Äpfel schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Die Äpfel und den Knoblauch zu den Zwiebeln geben, mit wenig Wasser ablöschen, bei kleiner Flamme einkochen. Dann die Gewürze mit dem Tomatenmark, dem Saft der beiden Zitronen und der Brühe ebenfalls zugeben und auf eine dickliche Konsistenz einkochen.

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10 Antworten : “Pulled Pork ist Slow Food”

  1. Na das ist doch mal was ganz herrliches. Geht wie von selbst und ist dann saulecker.

  2. Dzoli sagt:

    Ja Ich muss ehrlich sagen..mich hat es auch ueberrascht das so ein lekkere Rezept von dort kommt.Ich finde Schweine fleisch immer sehr lekker;)Und BBq sieht fantastisch aus;)()

  3. Ruediger sagt:

    Der Grill schaut erste Sahne aus. Aber wie muss man sich diesen “Fleischzerfall” eigentlich vorstellen? Geht das dann quasi von alleine, wenn man leicht dran reist? Ich stelle mir das gerade so ein bisschen wie Dönerfleisch vor (natürlich mit Schwein umd vom “Stück”).
    Erinnert mich aber eher an ein fränkisches Schäuferle (ab und zu auch mal mit Krautsalat).

    Bei dem Essen komm ich ein wenig ins Träumen und will wieder zurück nach München. Hier habe ich nur so einen kleinen Minibackofen von der Firma hier und damit gehen Bratengerichte leider nicht wirklich gut von der Hand. Auch ist es etwas unpraktisch in einem Berliner Park für 9 Stunden zu grillen (mal ganz davon abgesehen, dass mein Grill eh zu klein wäre…)

  4. Lutz sagt:

    Hallo Alex,
    kann ich nichts mehr abgewinnen. Sieht zwar lecker aus, aber ich bin froh Kilos verloren zu haben.
    Viele Grüße
    Lutz

  5. Chocoholic sagt:

    Peter, meinst du bei Nichtvorhandenseins eines Gasgrills wäre alternativ eventuell auch Backofen auf Grillstufe und 100 Grad möglich?

  6. Val Wittmann sagt:

    In Canda und den Staaten kochen wir das Gericht in einem “Slowcooker” was on high 5-6 Stunden, oder on low 8-10 Stunden braucht.

  7. Marian sagt:

    Ein schönes Gericht. Ich finde Gericht die im Sinne des Slow Food zubereitet wurden, schmecken einfach außergewöhnlich.
    Wir haben einmal eine Feier gemacht und schon frühzeitig einige Fleischstücke zum sehr langsamen garen Aufgesetzt. Das Ergebnis war einfach lecker. Das Fleisch war noch richtig saftig obwohl es eine sehr lange Zeit auf dem Grill war. Ich kann das nur empfehlen einmal auszuprobieren.

  8. Hi Peter, danke für deinen netten Kommentar. – Schöner Bericht bzw. schönes Rezept. Sieht auch wenn’s mit dem Zupfen nicht geklappt hat sehr lecker aus!

    Viele Grüße, Christian

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