
Fantastische Nussecken: Die angegebene Menge ergibt ein Ofenblech. –
Kürzlich wurde mir von einem treuen Leser vorgeworfen, ich würde in diesem Blog die Vorweihnachtszeit, respektive den Advent, vollkommen ignorieren. Das ist mir erstens noch gar nicht aufgefallen und zweitens keine Absicht. Primär liegt das wohl an meinen vielen Terminen und ganz viel Arbeit. Aber bei näherer Betrachtung muss ich zugeben, dass der Vorwurf gar nicht so verkehrt ist. Außer dem besten Dessert für diese Jahreszeit, Spekulatius-Mousse am Orangensee, und dem fantastischen Plätzchenrezept Gefüllte Schokoherzen, die ich beide schon im letzten Jahr veröffentlicht habe, tut sich hier gar nichts adventliches.
Ein weiterer Grund, neben Terminen und Arbeit, ist sicher auch die Tradition und das Üben von Zurückhaltung. Ließ sich meine Figur (in einem früheren Leben) die Vertilgung ganzer Bleche voller Plätzchen, innerhalb recht kurzer Zeit, anstandslos gefallen, enstehen heute, ohne die verdrückte Menge gesteigert zu haben, innerhalb kurzer Zeit unerhörte Ausbuchtungen um die Leibesmitte. – Auch wenn heute immer und überall Wachstum gefordert wird – bitte nicht dort!
Was die Tradition angeht, so vergesse ich öfter mal, dass all unsere, seit Jahren erprobten, sehr guten Rezepte, nicht automatisch in jungen Haushalten vorhanden sind. Das wird in Zukunft geändert. Heute übergeben wir das beste Nussecken-Rezept (ever) der Öffentlichkeit. Und glauben sie bitte niemals dem weit verbreiteten Märchen, die Nussecken von Guildo Horns Mutter wären die Besten! Wir haben es ausprobiert und Frau Köhlers (so Guildos bügerlicher Name) Rezept wortlos enttäuscht in die Papiertonne getreten.
Im Prinzip finden wir es immer wieder verwunderlich, was man durch die Veränderung selbst einer so kurzen Zutatenliste alles falsch machen kann. Dabei ist die Definition doch sehr einfach. Denn laut Duden sind Nussecken ein Nussgebäck in der Form eines Dreiecks, das [an den Ecken] mit Kuvertüre überzogen ist.
Die Zutatenliste ist, wie erwähnt kurz und wer sein eigenes Rezept mit unserem vergleicht, wird vielleicht gar keinen Unterschied feststellen, aber trotzdem weisen Ihre eigenen Nussecken nach dem Backen bereits am zweiten Tag einen unangenehmen Makel auf: sie wurden nämlich hart!
Dagegen gibt es einen einfachen Trick:
Tipp: verwenden Sie für die Herstellung der Nussmasse unbedingt Diabetiker-Zucker. Dieser besteht zu über 80% aus Fruchtzucker und hat andere Eigenschaften als normaler weißer Zucker. Durch ihn bleiben die Nussecken wochenlang weich und frisch.

Zutaten für den Mürbteig: * 250 g Mehl, * 1 TL Backpulver, * 100 g Zucker, * 1 Ei, * 100 g Butter.
Zutaten der Nussmasse: * 100 g Marzipan, * 2 Esslöffel Weinbrand oder Cognac, * 2 Tütchen Vanillezucker, * 400 g Haselnüsse gemahlen, * 250 g Diabetiker-Zucker , * 100 g Crème fraîche, * 150 g Butter. – Für die Glasur: * 1 Kuvertüre.
Zubereitung: Die Butter für den Mürbteig sollte weich sein. Alle Zutaten in eine Rühschüssel geben und mit dem Knethaken mehrere Minuten zu einem festen Teig kneten. Eventuell mit den Händen nochmals gut durchkneten. Den Teig danach für ca. 30 Minuten kühl stellen.
Den Ofen auf 160 Grad (Umluft) vorheizen. Das Marzipan zerdrücken, mit dem Weinbrand/Cognac mischen, dazu die Haselnüsse geben. 150 g Butter, 100 g Crème fraîche, 250 g Zucker (siehe Hinweis in den Zutaten) und 2 Tütchen Vanillezucker in einen Topf geben und kurz aufkochen lassen. Alles über die Marzipan-Nußmischung gießen und gut mischen.
Einen Bogen Backpapier in Blechgröße vorbereiten. Den Mürbteig ausrollen und auf das Backpapier ziehen. Die fertige Nussmasse darauf glatt streichen. Im vorgeheizten Ofen 20-25 Minuten backen.
Nach dem Abkühlen das fertige Gebäck mit einem sehr scharfen Messer zunächst in Rauten, dann in kleine Dreiecke schneiden. Die Kuvertüre im Wasserbad bei milder Temperatur schmelzen, die Ecken des kleinen Dreiecke eintauchen und auf einem Backofengitter abtropfen lassen. Fertig ist die Leckerei.



Sind die köstlich! Da bin ich aber froh, dass der Leser diese reklamiert bzw angefordert hat. Die sehen aus wie gemalt und so passend zum 3. Advent. Danke für das Rezept! Noch einen schönen 3. Advent und liebe Grüße Ingrid
Und mit dem Diabetikerzucker kannst Du sicher auch ganz viele Nussecken essen, ohne, dass sich die Ecken gleich an Deine Rundungen legen
Bei mir geht es bezüglich Kocherei auch nicht grad weihnachtlich zu und her. Aber gemötzerlt hat diesbezüglich noch keiner…
Liebe Wilde Henne,
ich glaube nicht daran, dass man durch die Vertilgung von großen Mengen Diabetikerzucker abnehmen kann
Immerhin besteht er zu über 80% aus Fructose. Haut also im Stoffwechsel ganz schön rein.
Mit leckerem Gruß, Peter
Diabetikerzucker ist unnötig, es ist hauptsächlich Fructose. Rübenzucker ist vollkommen ausreichend. Fructose verbirgt die in der vorhandenen Süße gebundene Kalorien im Körper. Mit Glucose, ein Bestandteil des Rübenzuckers, ist der Körper weitaus zufriedener, was durch weniger Verbrauch von Nußecken und in gemäßigten Hüftgold erkennbar wäre.
Haselnüße könnten durch kurzes Rösten in der Pfanne deutlich gewinnen. Der Hinweis für den Mürbeteig, nehere Minuten kneten ist wichtig. So nach 10 bis 15 Minuten ist das Fett, Öl oder Butter, gut verteilt. Mehr Kneten hilft für die Mürbe.
Das ist VANILLIN-Zucker, erstmals von der Badischen Anelin und Sodafabrik als Nebenprodukt hergestellt.
Ich bin sehr froh, 2 Punkte der Kritik gefunden zu haben, weil die Perfektion der Darstellung und Beschreibung meine Unfähigkeit ernüchernt zum Ausdruck bringt. Somit läßt sich es ertragen.
Sonnige Grüße
WN
Hallo Werner,
was den Rübenzucker angeht, so habe ich damit keinerlei Erfahrung und auch keine Einkaufsquelle. Das ist der Grund warum ich im nahen Supermarkt zum Diabetikerzucker greife. Dass dieser Diabetikerzucker wiederum zu über 80% aus Fructose besteht, war mir klar, weshalb ich dieser Tatsache keine große Bedeutung beigemessen habe.
Punkt zwei ihrer Anmerkungen: Haselnüsse die ohnehin (auch noch in viel Zucker) gebacken werden, brauchen vorher keinen Röstvorgang. Die Gefahr, dass sie verbrennen und bitter werden, ist uns einfach zu groß.
Einspruch möchte ich bei Ihrer Anmerkung zum Thema Vanillezucker erheben. Wir verwenden kein VANILLIN. Denn es gibt sehr wohl Vanillezucker im Tütchen zu kaufen, wobei die kluge Hausfrau sämtliche Schoten-Reste von ausgekratzten Vanilleschoten in ein Glas Zucker steckt und nach einigen Tagen den köstlichsten Vanillezucker (selbst gemacht) besitzt.
Trotzdem Danke für Ihren ausführlichen Beitrag. Ich würde Ihnen glatt ein kleines Muster schicken, damit Sie sich überzeugen können “wie” perfekt diese Nussecken sind
Mit leckerem Gruß, Peter
Die schauen wirklich toll aus!!
Mit nussigen Grüßen
Die sehen nicht nur so aus . . .
Hallo, Oh Nussecken!!!
Ich wuerde gerne einige der grossartigen Rezepte auf meiner website in den USA veroeffentlichen. Ich wuerde sie uebersetzen und einen link zu deiner webseite setzen.
Waere das moeglich? Ich hab hier eine grosse USA-DE community auf FB geschaffen und die wuerden sich ganz sicher ueber deine Rezepte freuen.
LG Gabriele
Hallo Gabriele,
wenn Du jeweils Links auf meine Vorlagen setzt, habe ich nichts dagegen.
(Dein FB-Link hat nicht funktioniert, deshalb habe ich ihn entfernt)
Leckere Grüße, Peter