Portweinfeigen mit Grenadine-Mousse

Als ich kürzlich im nahen Verbrauchermarkt meines Vertrauens auf der Suche nach Grenadine und Cassis war, tat sich eine Spalte zwischen mir und den dort anwesenden, unheimlich jungen Einzelhandels-Azubis und Aushilfen auf, die annähernd die Länge und Breite des Grand Canyon hatte.

Denn leider gehört die Führung des Marktes zu jener Gruppe von Unternehmern, die nur und immer und überall auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Die Bezahlung ist recht niedrig, altgediente Mitarbeiter wurden im Verlauf der letzten Jahre durch Azubis und Aushilfen ersetzt, deren Halbwertszeit eine recht kurze ist. Dem zufolge ist es weder für die Mitarbeiter einfach, bei einer Artikelsuche die richtige Antwort zu wissen, und erst recht nicht für den Kunden, der ja eigentlich der König dort sein sollte.

Der offensichtliche Grund, dass die ersten beiden der befragten MitarbeiterInnen nicht wussten, was denn Cassis sei, sei ihrer Jugend geschuldet. Wer seine Ernährungsgewohnheiten bei der Burgerkette mit dem großen M erlernt hat, bekommt dort nun mal keinen Kir Royal als Aperitif serviert und hat sicher auch nie die gleichnamige Serie von Helmut Dietl im TV gesehen. Leider. Denn die lief 1986.

Einen annähernd ebenso komplizierten Zugang zu Grenadine könnte finden, wer schon einmal den Cocktail Tequila Surise gebechert hat. Die rote Flüssigkeit, die neben Tequila, Orangen- und Zitronensaft darin vorkommt, ist eben jenes Grenadine. Und wenn der Sirup aus Granatäpfeln hergestellt ist, darf er auch Granatapfelsirup genannt werden.

Das muss man als junger Einzelhändler zwar nicht unbedingt wissen. Aber wenigstens sollte man wissen wo die entsprechenden Flaschen solchen Inhalts im Markt versteckt sind. Suchen könnte ich auch selber. Und den Markt zu wechseln, ohne unsinnig Benzin zu verfahren, ist auch nicht so einfach. – Aber jetzt sind alle Zutaten im Haus und schon machen wir uns ein feines Dessert daraus.

Zutaten:

Grenadine-Mousse (Mengenangabe für 4 Personen): * 1 Granatapfel, * 200 g Magerquark, * 100 ml Milch, * 50 g Zucker, * 3 Blätter Gelatine, * 1 Vanilleschote, * 75 ml Grenadine (Granatapfelsirup), * 1 Zitrone (unbeh.), * 150 ml Sahne, * 3 Eigelb, * 2 Eiweiß, * Puderzucker, * 2 Stiele Minze

Für die Portweinfeigen: * 4 frische Feigen, 400 ml Portwein (rot), * 150 ml Cassis (Fruchtlikör aus schwarzen Johannisbeeren), * 2-3 TL Speisestärke

Zubereitung:

Für die Feigen den Portwein mit dem Cassis kurz aufkochen. Die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser glatt rühren, zu der heißen Flüssigkeit geben und unter Rühren weitere 2-3 Minuten kochen. Die gewaschenen Feigen im ganzen in die heiße Soße legen und ca. 3 Stunden oder noch besser über Nacht darin marinieren.

Für die Mousse zunächst den Magerquark in ein Mulltuch wickeln und in einem Sieb für eine Stunde abtropfen lassen. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Vanilleschote der Länge nach aurritzen und das Mark herauskratzen. Sowohl Mark als auch die Schote selbst mit der Milch erhitzen. Die Vanilleschote wieder entfernen und die Gelatine tropfnass in der heißen Milch auflösen. Milch erkalten lassen.

Etwas Zitronenschale fein abreiben, den Saft auspressen. Die Eier sauber trennen (zwei der Eiweiße werden später noch benötigt). Die drei Eigelb mit Zitronenschale und dem Zucker schaumig schlagen. Quark, Milch, Granatapfelsirup und Zitronensaft ebenfalls gründlich vermengen, dann die Eigelb-Zucker-Mischung einarbeiten und alles ca. 1 Stunde kalt stellen, bis die Masse leicht zu gelieren beginnt.

Sahne und Eiweiß getrennt voeinander steif schlagen. Zuerst die Sahne, dann den Eischnee unter die Masse heben. In kleine Portionsgläser füllen und abgedeckt mindestens 4-6 Stunden oder besser über Nacht kalt stellen.

Kurz vor dem Servieren die Feigen abtropfen lassen und jeweils in vier Teile schneiden. Den Granatapfel mit der Hand fest auf die Küchenarbeitsplatte drücken und einige Male hin und her rollen. Dadurch lassen sich die Granatapfelkerne besser auslösen. Den Granatapfel mit der Spitze eines scharfen Messers am Blattansatz einschneiden, den Blattansatz herausziehen, den Granatapfel auseinander brechen und die knackigen Kerne vorsichtig aus ihren Häutchen lösen.

Die Grenadine-Mousse mit den Granatapfelkernen und einigen Minzblättchen garnieren. Eventuell mit Puderzucker bestreuen und mit etwas Portweinsoße beträufeln. Mit den Feigen und der eingedickten Portwein-Cassis-Soße servieren.

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4 Antworten : “Portweinfeigen mit Grenadine-Mousse”

  1. Sybille sagt:

    Draußen fotografieren…ich “weine” weil es nicht mehr geht.

    Ach, ich glaube, ich weiß wo du einkaufen musst ;)

    Die Feigen sind ein sirupgetränkter Genuss!

    :)

  2. Bravo, das ist ein Dessert nach meinem Geschmack :-)

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