Apfelchips. – Mit biblischem Hintergrund?

Die Hauptvorteile des Apfels kennt jeder von uns. Für Babys wird er zunächst noch gerieben. Später bekommt ihn das Kind, von Muttern geschält und liebevoll in Schnitze geteilt, für die Pause mit in die Schule. Obwohl das gar nicht sein müsste, denn er hat den unschätzbaren Vorteil des einfachen Transports. Er zermatscht nicht so schnell wie andere Früchte und muss im Prinzip nicht einmal verpackt werden.

Was man mit Äpfeln sonst noch alles machen kann, muss hier nicht weiter ausgebreitet werden.

Für kleine Jungs sind jene Äpfel ganz wichtig, die noch unreif vom Baum auf die Straße gefallen sind. Mit diesen lässt sich dann prächtig auf dem Schulweg Fußball spielen. So lange, bis nur noch der (wie man in Süddeutschland für Kerngehäuse sagt) Butzen übrig ist. Für die Frau mit Ernährungsbewusstsein spielen Äpfel als Zwischenmahlzeit eine wichtige Rolle und Zahnpastahersteller ließen zu Werbezwecken schon immer gerne blendend weiße Gebisse, Stücke aus den knackigen runden Früchten beißen.

Nicht vergessen werden sollte, im Zusammenhang mit dem Apfel, natürlich das Buch aller Bücher. Die Bibel. Schließlich verführt die Schlange schon im ersten Buch Mose, Kapitel 3, Eva zum Sündenfall. Dort steht zu lesen:

1) Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Früchten der Bäume im Garten?
2) Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; 3) aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Eßt nicht davon, rührt’s auch nicht an, daß ihr nicht sterbt. 4) Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben; 5) sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Tja. Reingefallen. Der Baum der Erkenntnis war wohl ein Apfelbaum. Obwohl das in meiner Bibelausgabe so nicht steht. Aber sämtliche Maler in grauer Vorzeit waren offensichtlich der Meinung, die Frucht der Erkenntnis müsse ein Apfel sein. Jedenfalls habe ich noch keine Darstellung von Adam und Eva mit der Schlange gesehen, in der es um eine Birne oder Pflaume gegangen wäre.

Die einzelnen Bücher der Bibel wurden schließlich im Morgenland aufgeschrieben. Dort lebten jahrhundertelang vor Christus die Phönizier, die, wie man heute weiß, zum Teil aus religiösen Gründen, den Granatapfelbaum verbreiteten. Vielleicht kannten die europäischen Künstler im Mittelalter (und in späteren Jahrhunderten) diese Pflanze nur nicht und servierten Eva deshalb einfach einen Apfel? – Wir werden es nie erfahren!

Heute wird ein Apfel (wenn er Pech hat) gezüchtet, gespritzt, verändert, gewachst, poliert, mit einem Etikett beklebt und um die halbe Welt geschippert. Und da es dem modernen Menschen nicht mehr genügt, einfach einen Apfel zu erwerben, erhalten manche sogar schon groß angelegte Marketing-Kampagnen. Zu sehen auf dem nächstes Foto, das auf einer großen Verbrauchermesse in Nürnberg entstanden ist und mit Sicherheit nicht als Werbung gedacht ist.

Äpfel sind immer noch Äpfel
Früher hießen Äpfel einfach Äpfel. Man pflückte sie vom Baum oder sammelte sie darunter auf. Man bewertete sie nach Sorte und Geschmack. Heute nennt man sie nach Möglichkeit “Apples”, schippert sie um die halbe Welt, und verpasst dem biblischen Produkt eine Marketingstrategie zum Thema Verführung . . .

Apfelchips selbst gemacht

Jetzt habe ich mich aber doch wieder etwas verplaudert. Denn im Prinzip wollte ich nur aufschreiben, wie man selber Apfelchips herstellen kann. Wer keinen Dachboden hat, in dem er in dünne Scheiben geschnittene Äpfel auf einen kräftigen Faden fädeln und dort von den der Luft trocknen lassen kann, kann sich nämlich seines Herdes bedienen und in wenigen Stunden selber knusprige Apfelringe herstellen, die auch zu manchem Dessert serviert werden können.

Die Zutaten: * 2 Äpfel, * 100 g Zucker, * Zimt, * 75 g Puderzucker

Die Zubereitung: Den Backofen auf 95 Grad (Umluft) vorheizen. Zwei Backbleche und das Ofengitter mit Backpapier auslegen und mit einer Mischung aus Zucker und Zimt bestreuen. Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse ausstechen und mit einem Gemüsehobel in feine Scheiben (etwa 1,5 mm) schneiden. Die Apfelscheiben auf dem Zucker verteilen. Sie dürfen nicht übereinander liegen. Alle Scheiben mit Puderzucker durch ein feines Sieb bestreuen.

Bleche und Gitter in den Ofen schieben und bei leicht geöffneter Backofentür trocknen. Das dauert je nach Stärke der Scheiben etwa 4-5 Stunden. Nach den ersten zwei Stunden die Scheiben umdrehen. Bei dieser Gelegenheit das vom ausgetretenen Saft der Äpfel feucht gewordene Backpapier auswechseln. Nach fünf Stunden die Scheiben herausnehmen, ganz abkühlen und richtig trocknen lassen. Erst dann werden die Scheiben knusprig!

Der schwierigste Teil ist aber der, dafür zu sorgen, dass die verschrumpelten Apfelscheibchen auch knusprig bleiben. Denn ziehen sie nur wenig Feuchtigkeit, werden sie zäh! Am besten legt man sie zwischen trockenes Backpapier an einen Ort wo nur sehr geringe Luftfeuchtigkeit herrscht! Die Scheiben sind etliche Tage haltbar. Obwohl das keine Rolle spielt. Bei mir sind noch nie welche übrig geblieben.

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7 Antworten : “Apfelchips. – Mit biblischem Hintergrund?”

  1. Barbara sagt:

    Ich mache die nur mit einem Hauch Zitronensaft, ohne Zucker, im Dörrautomaten. Superlecker!

    Gute Idee mit dem Zimt.

  2. berlin biocatering sagt:

    Äpfel sind so lecker, wenn Sie auch gerieben und danach mit Vanillezucker und Zimt gebraten werden – das ist meine “Lieblinsspeise” aus der Kindheit :)

  3. Sybille sagt:

    Von den Chips nehme ich gerne eine Tüte.

    Beim Apfel gibt es ja nicht wenige die sagen, der Granatapfel sei es gewesen.
    Wie auch immer..einfach eine Sünde wert!

    Grüßle

  4. Hmmmm… wie gern erinnere ich mich an die Apfelringe, die meine Großmutter auf der Bühne (Speicher) trocknete. Wenn die Äpfel aromatisch sind, braucht’s nicht mal Zucker. Eine hübsche Geschichte hast Du da erzählt, Peter ;-)

  5. WildeHenne sagt:

    Öpfuringli – uuuhfein… :-)
    Täte ich jetzt grad gerne knabbern. Habe grad am Wochenende die letzten getrockneten Afpelringe von meiner Mutter abends zum Tatort gefuttert. Kalorienarmer Snack, besser und gesünder als Kartoffelchips und Salznüssli.

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