Gedeckter Apfelkuchen mit Mürbteig

Gedeckter Apfelkuchen

Wenn es um gedeckten Apfelkuchen geht, gibt es nur einen Punkt in unserer Familie, an dem sich die Geister scheiden. Das sind die Rosinen im Kuchen. Würde sich meine älteste Tochter als Geburtstagskuchen einen gedeckten Apfelkuchen von ihrer Mutter wünschen (wozu das Kind auch mit ihren 37 Jahren heute noch das Recht hat), dann garantiert ohne die »Weinbeerle«, wie wir in Franken zu Rosinen sagen.

Weiter im Süden unseres schönen Landes gibt es andere Bezeichnungen dafür. Freunde von uns, die aus dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, namentlich aus Dillingen stammen, benutzen noch immer die Bezeichnung »Zibeben« anstelle von Rosine. Was mich zu ein paar Nachforschungen animiert hat.

Woher kommt der Begriff Zibeben? Und woher kommt Rosine?

Die Erklärung ist hinter dem Link oben zu finden. Zitat aus den Stuttgarter Nachrichten: „…schon 1530 im »artzneybuch« von Christoph Wirsung konnte man lesen: »weinbeerlein …das erste geschlecht, welches das edelste ist, nennen wir zibeben…«. Weiter heißt es dort: … Der Name dieser Frucht leitet sich vom sizilianischen »zibibbo« ab, das auf das arabische »zibiba« (Rosine) zurückgeht.“

Die Rosine stammt sprachlich aus einer anderen Ecke. Sie leitet sich vom französischen »raisin« ab, was wiederum auf dem lateinischen »racemus« beruht.

Jetzt aber genug geschwätzt. Hier kommen die Angaben, nach denen Sie vermutlich schon gesucht haben. Gedeckter Apfelkuchen mit Mürbeteig – die Zutaten und das Rezept.

Gedeckter Apfelkuchen mit Mürbeteig

Gedeckter Apfelkuchen
Köstlicher gedeckter Apfelkuchen

Da man für den Deckel des gedeckten Apfelkuchens mehr Teig benötigt, als in unseren Mürbteig-Rezepten üblicherweise angegeben wird, wurden die nachfolgenden Mengenangaben auf das eineinhalbfache hochgerechnet.

Zutaten Mürbteig (bereits hochgerechnet):
* 375 g Mehl
* 150 g Butter
* 150 g Zucker
* 2 kleine Eier
* 1½ TL Backpulver
* 1 gute Prise Salz

Für die Äpfel:
* 1 kg (4-6 Äpfel) Boskop – Näheres zum Boskop-Apfel
* 100 g Rosinen
* 1 TL Zimtpulver
* ein bisschen Zitronensaft – (Nur optional. Siehe Fußnote ²) )

Auch ein bisschen umstritten: Braucht man Haselnüsse unter den Äpfeln oder nicht?
Sie bringen guten Geschmack, „bremsen“ aber auch die geschmeidige Konsistenz der fertig gebackenen Apfelmasse aus. Tun sie also was Sie nicht lassen können.
Oder auch nicht.
* 50 g gemahlene Haselnüsse

Gedeckter Apfelkuchen
Passt immer: Gedeckter Apfelkuchen mit ein bisschen Schlagsahne

Gedeckter Apfelkuchen
Haselnüsse (wenn schon dann nur gemahlen) oder nicht. Diese Frage stellt sich ebenfalls in manchen Familien.

Gedeckter Apfelkuchen

Gedeckter Apfelkuchen mit Mürbteig. So gelingt er!

Die Rosinen (Zibeben) waschen und dann in einer kleinen Schüssel mit Wasser (und evtl. ein paar Tropfen Rum) einweichen.

Für die Herstellung des Mürbteigs sollte die Butter weich, aber keinesfalls flüssig sein. Alle Zutaten in eine Rühschüssel geben und mit dem Knethaken mehrere Minuten zu einem festen Teig kneten.
Wenn der Teig zu weich ist, gegebenenfalls für eine halbe Stunde kühl stellen.

Die Teigmenge nun dritteln. Etwa 1/3 des Teigs mit einem Nudelholz auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis (in der Größe der Springform) ausrollen.
Ein weiteres Drittel des Teiges benötigen Sie für den Rand des gedeckten Apfelkuchens und 1/3 der Teigmenge legen Sie für den Deckel beiseite.

Wenn Boden und Rand in der Springform ihren Platz gefunden haben, die Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen, achteln und immer zwei Achtel zusammen fein schnippeln. Die Rosinen ausdrücken, abtrocknen und mit dem Zimt untermischen. Die Apfelmasse gleichmäßig in der Springform verteilen.

Den Backofen auf 160 Grad (Umluft) vorheizen.

Wichtig: der Deckel muss dünn auf einer wirklich gut bemehlten Arbeitsfläche ausgerollt werden

Der Trick, wie man den bereits rund ausgerollten Teig des Deckels möglichst unbeschadet auf den vorbereiteten Kuchen bekommt: Man wickelt ihn vorsichtig um ein Nudelholz.
Dieses kann man dann über die Springform bringen und dort den Teig vorsichtig wieder abrollen.

Den gedeckten Apfelkuchen für ca. 45 Minuten bei 160 Grad backen. Den Kuchen auskühlen lassen und mit Puderzucker bestäubt servieren.

Gedeckter Apfelkuchen

Gedeckter Apfelkuchen mit Mürbeteig ist nicht der einzige Apfelkuchen in diesem Blog. Weitere fantastische Apfelkuchen-Rezepte gibt es hier.
 

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Gerade habe ich noch ein Blog-Event entdeckt, an dem ich mich gerne beteilige. Nadine vom schönen Blog „Sweet Pie“ sucht noch bis 15. November unter dem Motto „Zeigt her eure Äpfel“ entsprechende Rezepte. Dass Sie selbst auch einen gedeckten Apfelkuchen anbietet, ist nicht weiter verwunderlich, schließlich handelt es sich um einen echten Klassiker.
 
 
²) Zitronensaft und Zitronenabrieb ist ein gerne benutztes Hilfsmittel in Bäckereien um den Kuchen dort einen Hauch „Frische“ mitzugeben. Mir persönlich widerstrebt dieser Geschmack, führt er doch nur dazu, dass unser Kuchen im Privathaushalt am Ende wie ein Kuchen aus der Bäckerei schmeckt. Was keinesfalls das Ziel ist.

Ein weiteres Argument für den Einsatz von Zitrone könnte die Sorge sein, dass Äpfel nach dem schälen schnell braun werden. Beträufelt man sie mit Zitronensaft, geschieht dies nicht, oder zumindest viel, viel langsamer.

Aber auch das ist nicht Argument genug für den Einsatz von Zitronensaft. Denn erstens verarbeiten wir die Äpfel ohnehin sofort, außerdem werden sie durch den Backvorgang auf jeden Fall gegart und verändern ihre Farbe.

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4 Antworten : “Gedeckter Apfelkuchen mit Mürbteig”

  1. Jutta sagt:

    Hallo Peter,

    bin durch Zufall auf deine Seite gestoßen und sofort hat mich ein heimatlicher Schauer überlaufen. Gefüllte Rohrnudeln, gedeckter Apfelkuchen… der nürnberger Charme…. sehr schön und liebevoll gemacht. Werde hier sicher öfter vorbeischauen, wenn mich das Heimweh überkommt.
    Schöne Grüße
    Jutta

  2. Susanne sagt:

    Du weißt aber doch hoffentlich, dass das große Kind sich niemals einen schnöden Apfelkuchen wünschen würde – ob nun mit oder ohne Weinbeerle 😉 Ich hab ja schließlich einen Ruf in Sachen Fantakuchen-Liebhaberin zu verteidigen 🙂

    Bussi
    Stussi

  3. Nadine sagt:

    Na klar hat man auch im „hohen Alter“ noch das Recht auf Kuchen von Mutti! 🙂 Bei mir gab es den Kuchen auch ohne Rosinen. Die kommen beim Herrn der unweigerlich einer der Mitesser ist, nicht sonderlich gut an…

    Dein Kuchen sieht sehr hübsch aus und reiht sich ganz wunderbar in die Rezepte ein. Ich freue mich sehr, dass du mit dabei bist. 🙂

    Liebste Grüße
    Nadine

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