Lebkuchensoufflé auf Schokoladensauce

Lebkuchensoufflé

Dieses Lebkuchensoufflé auf Schokoladensauce ist ein Dessert, das natürlich bestens in die Vorweihnachtszeit passt und für acht Personen reicht. Ich selbst bewege mich im Bereich Lebkuchen alljährlich in einem strengen Rahmen. Lebkuchen kommen mir frühestens ab 11. November (St. Martin) und längstens bis 6. Januar in den Magen. Und das, obwohl ich in der Lebkuchenstadt Nürnberg lebe.

Das folgende Rezept enthält allerdings gar keine Lebkuchen, sondern nur Lebkuchengewürz. Es schmeckt aber trotzdem extrem köstlich und ist dabei, meinem bisherigen Lieblings-Dessert in der Vorweihnachtszeit, dem Spekulatius-Mousse am Orangensee den Rang abzulaufen.

Was die Planung für das Dessert in einem Menü angeht, so lässt sich das Soufflé schrittweise herstellen, ohne dass es darunter leidet. Die Schokoladensauce kann man schon am Vormittag ansetzen, und auch die Masse für das Lebkuchensoufflé lässt sich weitestgehend vorbereiten. Zum Finale muss nur jede Menge Eiweiß mit Zucker aufgeschlagen, unter die vorbereitete Masse gehoben und beides zusammen gebacken werden.

Lebkuchensoufflé
Das Lebkuchensoufflé enthält kleine Stückchen von marinierten Pflaumen und Walnuss-Splitter.

Was die Technik bei der Soufflé-Herstellung angeht, so kann ich nicht ganz nachvollziehen, wo das Problem liegen soll. Meine Soufflés sind (zum Glück) bisher stets gelungen. Allerdings habe ich Soufflés bisher nur in kleinen Gefäßen gemacht, noch nie in einer großen Auflaufform.

Allerhöchsten Respekt hatte ich lange Zeit vor der Zubereitung eines Soufflés, denn ich glaube, es gibt kaum einen amerikanischen Spielfilm aus den späten 1950er Jahren, in dem nicht Hausfrauen vorkamen, die an Soufflés scheiterten.

Natürlich immer dann, wenn der Chef des Gatten zu Besuch war, was dabei helfen sollte, die Karriere des Ehemanns voranzutreiben. Das hat mich schon als Jugendlicher schwer beeindruckt. – Was das wohl für eine tolle Mahlzeit sein könnte, von deren Gelingen das ganze zukünftige Leben der Protagonisten abhängt . . . . Wow!

Einer meiner wichtigsten Zaubersprüche beim Servieren eines Soufflés heißt:

Die Gäste warten auf das Soufflé.
Nicht das Soufflé auf die Gäste.

Wichtig ist also, dass man das Lebkuchensoufflé sofort serviert und es auf seinem Weg vom Herd auf den Tisch sehr vorsichtig behandelt. Man sollte die verwendeten Förmchen gleichmäßig dünn ausbuttern und anschließend mit Zucker präparieren.

Nach dem Backvorgang die Ofentür langsam öffnen, damit die Soufflés Zeit haben sich zu aklimatisieren, wobei das Klima in der Küche auch eine Rolle spielt – es sollte dort also nicht feuchte kalte Luft vorherrschen, weil man im Winter gerade das Fenster geöffnet hatte.

Lebkuchensoufflé
Nürnberger Elisenlebkuchen – schmecken lecker, kommen in unserem Dessert aber nicht vor 😉

Zutaten für Lebkuchensoufflé auf Schokoladensauce:

Schokoladensauce:
* 75 g Schokolade (70%)
* 125 ml Schlagsahne
* 3 EL Brandy oder Cognac

Grundmasse des Lebkuchensoufflés
* 3 EL Rum (54%) oder Cognac
* 60 g getrocknete Pflaumen
* 50 g Walnusskerne
* 50 g Marzipanrohmasse
* 3 Eigelb
* 30 g Puderzucker
* 50 g Halbbitter-Kuvertüre
* 50 g zimmerwarme Butter
* 1 TL Lebkuchengewürz

Vor dem Backen:
* 3 Eiweiß
* 30 g Zucker

* 1 EL weiche Butter für die Förmchen
* ca. 20 g Zucker

Nach dem Backen:
* Puderzucker zum Bestäuben

Lebkuchensoufflé noch in der Rührschüssel
Lebkuchensoufflé – noch ohne Eiweiß in der Rührschüssel

So wird das Lebkuchensoufflé auf Schokoladensauce gemacht:

Vorbereitung: Für das Lebkuchensoufflé zuerst die Pflaumen fein schneiden und im Rum oder Cognac marinieren (eventuell schon am Vortag). Das Marzipan kühl stellen, dann lässt es sich besser in feine Würfel schneiden oder mit einer Reibe raspeln. Wenn das geschehen ist, das Marzipan nur noch bei Zimmertemperatur (oder sogar wärmer) aufbewahren.

Herstellung Schokoladensoße: Schokolade grob hacken, in einer Schüssel im warmen Wasserbad (nicht wärmer als 35 Grad) schmelzen. Sahne in die geschmolzene Schokolade einrühren, mit Cognac oder Brandy würzen und bei Zimmertemperatur abgedeckt beiseite stellen.

Herstellung Grundmasse Lebkuchensoufflé:
Die Eier trennen, das Eiweiß kühl stellen. Die Kuvertüre hacken und in einer Schüssel im warmen Wasserbad (nicht wärmer als 35 Grad) schmelzen. Die Walnüsse grob hacken.

In einer Metall- oder Glasschüssel (alle Soufflé-Sachverständigen raten von Plastikschüsseln ab) die zimmerwarme Butter und den Puderzucker mit den Quirlen des Handrührers in 3-4 Minuten sehr schaumig schlagen. Eigelb nach und nach zugeben. Marzipan einarbeiten, dabei darauf achten, dass sich dieses wirklich gut auflöst. Die abgekühlte, aber noch flüssige Kuvertüre zugeben und unterrühren.

Walnüsse, Pflaumen und Lebkuchengewürz unter die Grundmasse des Lebkuchensoufflés heben. – Diese Masse kann kühlgestellt und aufbewahrt werden, bis Ihr Hauptgang „durch“ ist.

Förmchen präparieren

Alle Förmchen mit (einem Blatt Küchenkrepp) weicher Butter ausstreichen. Das erste Förmchen zur Hälfte mit Zucker füllen. Das Förmchen drehen, so dass der Zucker überall an den gebutterten Seitenwänden hängen bleibt.

Überflüssigen Zucker ins nächste Förmchen schütten und so weiter, bis alle Förmchen ausgezuckert sind….

Lebkuchensoufflé

Das kühl gestellte Eiweiß mit den restlichen 30 Gramm Zucker zu einem cremig-festen Eischnee schlagen. Den Ofen auf 170 Grad (Ober- und Unterhitze, keinesfalls Umluft) vorheizen.

Den Eischnee mit einem Spatel (nicht mit dem Rührgerät) zunächst in kleinen Mengen portionsweise unter die Grundmasse des Lebkuchensoufflés heben. Wenn die Masse etwas lockerer geworden ist, kann man auch größere Mengen unterheben.

Blog-Event CXV - Zimt, Kardamom, Nelke (Einsendeschluss 15. Januar 2016)

Die Masse in die Förmchen verteilen (nicht mehr als zu zwei Drittel füllen, schließlich braucht das Soufflé Platz) und das Soufflé für 30-40 Minuten backen.

Wenn das Soufflé schön aufgegangen ist – was nach dieser Beschreibung gelingen müsste – behandeln Sie es vorsichtig, klopfen sie nicht an den Förmchen herum, am besten servieren Sie es mit etwas Puderzucker bestreut direkt aus dem Ofen. Und vergessen Sie Ihre Schokoladensauce nicht!
 


Mit diesem Dessert beteilige ich mich gerne am Blogevent von Foodina, die die Frage gestellt hat: riecht ihr Indien oder Weihnachten? Bei mir ist es ganz klar Weihnachten. Und da in einem guten Lebkuchengewürz auf jeden Fall Zimt, Kardamom und Nelke enthalten sind, ist die Mindestanforderung erfüllt. Die Fäden des Blogevents laufen zusammen auf der Seite von Zora und ihrem Kochtopf.

Lebkuchensoufflé

Lebkuchensoufflé

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7 Antworten : “Lebkuchensoufflé auf Schokoladensauce”

  1. Diana sagt:

    Hmm… das sieht ja lecker aus muss ich auf jeden Fall mal ausprobieren . Danke für das Rezept 🙂 Lieben Gruß aus dem Zentrum Meran

  2. Heidi sagt:

    Einfach lecker. Wir haben es gestern für uns als Dessert gemacht und waren alle begeistert. Ich liebe vor allem auch die Kombination mit den marinierten Pflaumen und den Walnusskernen und allein schon de Duft der noch rohen Masse ist traumhaft. Das gibt es bald wieder, aber zuerst muss ich noch die Spekulatius Mousse ausprobieren 🙂

  3. Tina@Foodina sagt:

    Das sieht sehr saftig und köstlich aus. Ich kann es förmlich riechen 🙂

    Danke für’s Mitmachen,
    Tina

  4. Kathrin sagt:

    Das sieht sehr, sehr lecker aus! Und kommt sofort auf meine „Nachkochliste“.

  5. Brigitte sagt:

    Das Dessert sieht köstlich aus.
    Sind das Ikea Gläser auf dem Bild oder hitzebeständige Förmchen?

  6. dearlicious sagt:

    Das sieht mehr als nur verlockend aus!
    Und es duftet bestimmt toll. Hmmm, lecker! )

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