Flüchtlingen helfen? Etwas leichter gemacht

Blogger für Flüchtlinge - Foto: Jo Seuß

Es mag sein, dass der ein oder andere Zeitgenosse denkt, Flüchtlingshilfe wäre kein Thema für einen Foodblog. Das sehe ich ganz anders, denn ich kann in dieser Zeit nicht einfach so tun als würde mich das ganze Thema nichts angehen und dabei lustig weitere Kochrezepte veröffentlichen. Schließlich bin ich jeden Tag entsetzt über Nachrichten die von Brandanschlägen auf (geplante) Flüchtlingsheime und über gewalttätige Demonstrationen vor solchen Einrichtungen berichten.

Entsetzt bin ich auch über die gnadenlose Dummheit jener Demonstranten, deren kleines Häuflein Gedankengut darauf schließen lässt, dass sie nichts von all dem interessiert oder verstanden haben, was auf unserer Welt gerade alles passiert. Für mich nur ein Grund mehr, Engagement in der Flüchtlingshilfe zu zeigen.

Blogger für Flüchtlinge – #BloggerFuerFluechtlinge

Am vergangenen Wochenende wurde ich vom Berliner Foodblog-Kollegen Paul Huizing dazu eingeladen, mich an der Initiative „Blogger für Flüchtlinge“ zu beteiligen, die von ihm, Nico Lumma, Stevan Paul und Karla Paul gegründet wurde. „Blogger für Flüchtlinge“ sammelt Spenden um diese dem Berliner Verein Moabit hilft zukommen zu lassen.

BFF_ButtonNACHTRAG: Auf Grund der überwältigenden Resonanz auf die Initiative #BloggerFuerFluechtlinge kommen eingehende Spenden nun vielen verschiedenen Projekten in ganz Deutschland zu.

Daher bitte ab sofort hier spenden! http://bloggerfuerfluechtlinge.betterplace.org

Spenden an die Initiative einzuzahlen funktioniert auf der Webseite sehr einfach. Selbstverständlich stehen verschiedene Optionen zur Verfügung. Online-Überweisung, Kreditkarte, PayPal und GiroPay sind die Zahlungsmöglichkeiten.
 


Blogger für Flüchtlinge auch in Franken

Der Anstoß aus Berlin kam gerade zur rechten Zeit. Selbstverständlich habe ich die Initiatve mit einem Beitrag unterstützt, aber die beste Ehefrau von allen war zu dem Zeitpunkt längst auf der Suche nach lokalen Hilfsorganisationen.

Eine Liste interessanter Informationen zur regionalen Hilfe in Nürnberg und Umgebung wurde heute in einem Beitrag meines Kollegen Andreas Franke auf nordbayern.de online gestellt.

Nachfolgend finden Sie diesen kompletten Artikel als Gastbeitrag von Andreas Franke

Flüchtlingsfamilie innerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung. Foto: dpa - Blogger für Flüchtlinge
Eine Flüchtlingsfamilie wartet innerhalb der Erstaufnahmeeinrichtung. – Foto: dpa – Blogger für Flüchtlinge

Kleider, Möbel, Patenschaft: So können Sie Flüchtlingen helfen

Nürnberg bereitet sich bereits wieder auf die Ankunft neuer Flüchtlinge vor. Das größte Problem: Wohnraum finden. Doch sind die Menschen aus Syrien, Iran, Irak, Äthiopien und anderen Ländern erst einmal untergebracht, brauchen sie weitere Hilfe. Wie können Bürger, Firmen und Institutionen den Flüchtlingen helfen? Eine Übersicht einiger Projekte.

Ehrenamt, Projekte, Helferkreis:

Bei Thorsten Bach laufen viele Fäden zusammen. Im Amt für Existenzsicherung und Integration der Stadt Nürnberg kümmert er sich um die Koordination der Flüchtlingshilfe. Wer sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren möchte, eine Idee für ein Hilfs-Projekt hat oder in der Nachbarschaft einen Helferkreis aufbauen möchte, kann sich an ihn wenden.
Kontakt: Thorsten Bach ist montags bis freitags von 9 bis 11.30 Uhr unter der Rufnummer 0911/2316938 oder per Fax 2313482 zu erreichen.

Der Helferkreis Eibach-Maiach, kürzlich erst mit dem Pirckheimer-Preis ausgezeichnet, ist über folgende Mailadresse erreichbar: hilfsangebot@eibach-maiach.de

Helferpforte: Die Stadt Nürnberg und das BRK haben die Anlaufstelle „Helferpforte“ ins Leben gerufen. Gesucht werden hier professionelle ehrenamtliche Helfer wie etwa Sozialpädagogen oder seelsorgerisch ausgebildete Personen, die im Umgang mit traumatisierten Menschen geschult sind. Für die Freizeitgestaltung werden auch Künstler gesucht, die musikalisch Abwechslung ins Leben der Flüchtlinge bringen. Wer sich darüber hinaus ehrenamtlich einbringen möchte – etwa mit Beschäftigungsangeboten, Unterstützung bei der Essenausgabe, bei Behördengängen etc., kann sich auch melden.

Kontakt: Interessierte Bürgerinnen und Bürger könne sich an die Rufnummer 0911/5301113 oder die Mail-Adresse pflege-adoption@stadt.nuernberg.de wenden.

Patenschaft:

Wer minderjährige Flüchtlinge unterstützen möchte, die ohne Eltern nach Nürnberg gekommen sind, kann sich unter anderem bei der Wohngruppe „Y-Home“ der „Rummelsberger“ engagieren. Sie sucht „sozialkompetente Personen“ für die Jugendlichen, „die alleine nach Deutschland gekommen sind und zur Zeit versuchen, sich hier einzuleben“.

Die Ehrenamtlichen oder Paten treffen sich mit den Jugendlichen über einen längeren Zeitraum und unternehmen gemeinsame Aktionen. Die Aktivitäten sind frei wählbar und richten sich nach den Interessen. „Durch regelmäßige Treffen soll für den Jugendlichen eine Ansprech- und Vertrauensperson gewonnen werden.“
Kontakt: Rummelsberger Dienste für junge Menschen, Kornmarkt 6, 90402 Nürnberg, Tel.: 0911/37310170, Email: pogrebnyak.maryna@rummelsberger.net, Ansprechpartnerin: Frau Pogrebnyak, Sprechzeit: Mo – Fr 10 – 23 Uhr.

Pflegefamilien:

Das Jugendamt der Stadt Nürnberg sucht Pflegefamilien in Nürnberg, die bereit sind, minderjährige Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Nächster Infoabend: 29. Oktober, 20 Uhr, Rädda Barnen, Hirsvogelstraße 9, Nürnberg.

Kontakt: Amt für Kinder, Jugendliche und Familien – Jugendamt, Fachstelle Vollzeitpflege, Reutersbrunnerstraße 34, 90429 Nürnberg, Tel.: 0911/2314100, Mail: pflege-adoption@stadt.nuernberg.de

Unterkunft:

Flüchtlinge, die nicht mehr in Sammelunterkünften leben müssen (anerkannte Asylsuchende und Menschen mit dauerhaftem Bleiberecht), haben es auf dem angespannten Wohnungsmarkt besonders schwer. Ein Projekt, das sie unterstützt, ist „movi‘n“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Zunächst erhalten laut Awo die Ehrenamtlichen Informationen zu ihrem Arbeitsbereich sowie zur Situation in Nürnberg lebender Flüchtlinge. Im Anschluss stellen die hauptamtlichen Mitarbeiter des Projekts den Kontakt zwischen Ehrenamtlichen und Wohnungssuchenden her. Der Aufwand: Zwei bis drei Stunden pro Woche.

„Die Wohnungssuche stellt das hauptsächliche Aufgabengebiet der Ehrenamtlichen dar“, heißt es. Das Awo-Angebot richtet sich an alle Asylbewerber(-innen), Personen mit Duldung, Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge, die im Raum Nürnberg in Gemeinschaftsunterkünften leben und „auszugsberechtigt“ sind. Darüber hinaus kann je nach individueller Bedarfslage weitere Unterstützung angeboten werden, zum Beispiel in Form von Nachhilfeunterricht.

Kontakt: AWO Nürnberg, Karl-Bröger-Str. 9, 90459 Nürnberg, Tel.: 0911/45060135, Mail: kevorkian-bauer@awo-nbg.de, Ansprechpartnerin: Irma Kevorkian-Bauer, Sprechzeit: Mo-Fr 9-13 Uhr, 14 – 16 Uhr.

Beratung:

Das Beratungscafé des Mehrgenerationenhauses in Schweinau ist als offener Treffpunkt für Flüchtlinge gedacht. Es richtet sich vor allem an Menschen aus der Asylbewerber-Unterkunft in der Kunigundenstraße. Es hat dienstags von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet.

Mehrsprachige Ehrenamtliche sind Ansprechpartner für die Gäste. Es gibt ein Angebot an Tee, Kaffee Kaltgetränken und Kuchen. Für Kinder wird eine Kinderbetreuung eingerichtet. Die Erwachsenen haben die Möglichkeit zu Gesprächen und können über die Hauptamtlichen im Mehrgenerationenhaus erste Beratung erhalten und gegebenenfalls an Facheinrichtungen weitergeleitet werden.

Gesucht werden laut „Zentrum Aktiver Bürger“ (ZAB) Ehrenamtliche, die sich wöchentlich drei Stunden engagieren. Aufwendungen werden erstattet (Fahrtkosten in Nürnberg/Fürth), Fortbildungen ermöglicht (nach Bedarf). Es findet eine Einarbeitung und Begleitung durch ehrenamtliche Mitarbeiter statt. Ehrenamtversicherung über das ZAB.
Kontakt Mehrgenerationenhaus, Schweinauer Hauptstr. 31, 90441 Nürnberg, Tel.: 0911/9298360, Mail: pietzcker@iska-nuernberg.de, Ansprechpartnerin: Eva-Maria Pietzcker, Sprechzeit: nach Absprache.

Über das Bürgernetz Nürnberg können sich Interessierte weitere Angebote anschauen. In der Datenbank können Projekte aufgerufen werden. Internet: www.buergernetz.nuernberg.de

Sachspenden:

Häufig gefragt wird von hilfsbereiten Bürgern, wie sie mit Sachspenden die Flüchtlinge unterstützen können. Auch hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

Die Kleiderkammer des BRK nimmt gut erhaltene, saubere Kleidungsstücke entgegen. Die Spenden gehen an die neuen Flüchtlingsunterkünfte mit etwa 800 Menschen, die das Rote Kreuz betreut. Bereits jetzt werden wieder Wintersachen gesucht: Übergangs-/Winterschuhe für Kinder, Damen und Herren, Sweatshirts, Pullover in kleinen Damen- und Herrengrößen sowie für Kinder. Außerdem benötigt werden Kinderwägen sowie Gesellschaftsspiele.

Abgabe in der Kleidersortierung Sulzbacher Straße 42, wenn möglich Montag bis Donnerstag 8 bis 15 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten stehen Kleidercontainer neben den Sortierräumen zur Verfügung.

Flüchtlinge, die nicht in einer Sammelunterkunft wohnen müssen, brauchen dringend Möbel. Auch hier hilft das BRK mit seinem Gebrauchtmöbel-Lager. BRK KV Nürnberg, Bereich Altstoffe, Sulzbacher Str. 42, 90489 Nürnberg, Tel.: 0911/5301296, Mail: moebellager@kvnuernberg-stadt.brk.de, Montag – Freitag 9 bis 17 Uhr, Flohmarktsamstag: 8 bis 13.15 Uhr, (Parken im Hof möglich).

Gebrauchtwaren-Höfe in Nürnberg und Umgebung finden sie über folgende Internet-Adresse: http://wzv-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=39&Itemid=55

Fahrräder: Flüchtlinge sind nicht so mobil. Dabei wären etwa Fahrräder hilfreich. Der Verein „Rückenwind“ hat die Fahrradwerkstatt „Bikekitchen Nürnberg“ gegründet. Sie ist alle zwei Wochen mittwochs von 18 bis 21 Uhr sowie jeden letzten Samstag im Monat von 16 bis 19  Uhr geöffnet. Weitere Infos auch unter der Rufnummer 0179/5147258.

Die Fahrradwerkstatt des gemeinnützigen Betriebs der Stadt Nürnberg NOA sammelt Räder, die sie – wenn nötig – repariert und Flüchtlingen zur Verfügung stellt. Die Räder können während der Dienstzeiten in der Fahrradwerkstatt abgeben werden. Bitte sagen Sie dabei, dass es sich um eine Spende für Flüchtlinge handelt.

NOA Fahrradwerkstatt, Kreulstraße 40, 90408 Nürnberg, Markus Keßler, Tel.: 0911/5863474, Mail: fahrradwerkstatt@noa.nuernberg.de, Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag: 7 bis 12 Uhr und 13 bis 15.30 Uhr, Freitag: 7 bis 11.30 Uhr.

Flüchtlingshilfe: Die wichtigsten Spendenkonten regionaler Organisationen

  • Arbeiterwohlfahrt: Awo-Kreisver­band Nürnberg e.V., IBAN: DE53 7605 0101 0006 6019 67, BIC: SSK NDE 77X XX, Sparkas­se Nürnberg, Stichwort: Flüchtlinge.
  • Bayerisches Rotes Kreuz: BRK, KV Nürnberg-Stadt, Sparkasse Nürnberg, IBAN DE8576050101 0001038150, BIC: SSKNDE77 X XX, Stichwort: Flüchtlinge.
  • Caritas: Caritasverband Nürnberg e.V., IBAN: DE33750903000005 115213, LIGA Bank Nürnberg, Stich­wort: Flüchtlinge.
  • Sozialamt Nürnberg: Stadt Nürnberg, IBAN: DE5076050101 0001010941, Sparkasse Nürnberg, Verwendungszweck: 2670500009 Flüchtlinge.
    Ab 200 Euro gibt es eine Spendenbescheinigung, auf Wunsch auch bei kleineren Beträgen.
  • Stadtmission: Stadtmission Nürn­berg e.V., IBAN: DE7152060410 1002507501, Evangelische Bank, Stichwort: Asyl und Flüchtlinge.
  • Freude für alle: NN-Aktion für Hil­fen in besonderen Notfällen. IBAN: DE63760501010001101111 (Spark. Nürnberg), Stichwort: Flüchtlinge.

Eine Übersicht der Stadt Nürnberg zum Thema Flüchtlingshilfe in Nürnberg finden Sie hier

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