Foodmonopoly. Das riskante Spiel mit billigen Essen


foodmonopoly

Ein interessantes Buch, das auf der einen Seite sehr informativ ist und andererseits zum Nachdenken anregt, hat der Oekom Verlag Ende August 2014 herausgebracht. Darin setzen sich der ehemalige Präsident der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen IFOAM, Gunnar Rundgren, und die preisgekrönte Journalistin Ann-Helen Meyer von Bremen mit dem Thema auseinander:

Wie lassen sich neun Milliarden Menschen ausgewogen und gesund ernähren?

Bereits im Jahr 1798 vermutete ein englischer Nationalökonom, dass die Erde überbevölkert sei und Ihre Bewohner nicht ernähren könne. Zum Jahreswechsel 2013/2014 lebten aber bereits 7,2 Milliarden Menschen auf unserem Planeten, von denen fast eine Milliarde Hunger leidet, und eineinhalb Milliarden dafür übergewichtig sind.

Es läuft also vieles grundlegend schief und bis es neun Milliarden Menschen gibt vergehen keine 40 Jahre mehr.

Kann man diese Masse auch mit ökologischer Landwirtschaft satt bekommen? Was geschieht in Ländern die für bestimmte Lebensmittel als Produzenten bekannt sind, was denken die Bauern dort?

Ökologische Querdenker gibt es auch in den USA

Neun interessante Kapitel führen den Leser durch „Foodmonopoly“ in höchst unterschiedliche Länder. Zum Beispiel in die USA, deren Farmer und Rancher dafür bekannt sind, Lebensmittel als Komponenten zu produzieren. Jeder von uns weiß, dass zum Beispiel in Texas riesige Rinderherden grasen. In Iowa, Illinois, Nebraska und Minnesota wird dagegen 60% des amerikanischen Maises produziert, an anderer Stelle wächst Weizen soweit das Auge reicht.

Aber auch in den Vereinigten Staaten gibt es ökologische Querdenker, die die beiden Autoren besucht haben und über deren Erfolg oder Misserfolg sie berichten.

Ein weiteres Kapitel befasst sich mit Brasilien, wo eine Unmenge Soja angebaut wird und längst auch dort Rinder grasen, wo einst Regenwald stand. – Wie ist die Lage in Äthiopien, Namibien, Sambia oder Uganda? – Warum trinken die Inder immer mehr Milch und halten sich auf kleinster Fläche Kühe?

Was haben wir heute noch alles im Kühlschrank und wie eintönig wird dessen Inhalt in Jahrzehnten zwangsläufig sein, wenn sich nichts ändert?

Die Antwort der beiden Autoren als Zitat aus dem Büchlein: „Die entscheidende Frage lautet nicht, ob wir eine wachsende Weltbevölkerung ernähren können – das können wir -, sondern wie. Und bei diesem Wie geht es einerseits um die eingesetzte Technologie, aber mindestens ebenso sehr um Wirtschaftlichkeit und die sozialen Umstände.“

Fazit: Ich finde, „Foodmonopoly“ ist ein sehr interessantes Buch, das viele wichtige Themen rund um die weltweite Ernährung aufgreift. Schnelle Schuldzuweisungen, bei allem was schief läuft, haben die beiden Autoren sich und dem Leser erspart. Ihren Traum von biologischer Vielfalt und ökologischer Landwirtschaft legen Ann-Helen Meyer von Bremen und Gunnar Rundgren speziell im letzten Kapitel dar. Ob dieser Traum Wirklichkeit werden kann, darf trotzdem bezweifelt werden.

Das Buch gibt es auch als eBook und Amazon Kindle Edition

Ann-Helen Meyer von Bremen, Gunnar Rundgren
Foodmonopoly:
Das riskante Spiel mit billigem Essen

ISBN 978-3-86581-664-1
13 x 20,5 cm, 240 Seiten, 19,95 Euro
oekom verlag, München 2014

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