Ausflug nach Venedig. Tipps zur Anfahrt

Ausflug nach Venedig

Eine von mehreren Möglichkeiten, die alte Lagunenstadt Venedig anzusteuern, wenn man von Süden kommt, ist die via Chioggia. Von dort kann man, sein Auto für sechs Euro Gebühr auf dem Großparkplatz gut aufgehoben wissend, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, die im ACTV-Verbundnetz um Venedig angeboten werden, die Überfahrt zu ihrem Ausflug nach Venedig beginnen. [Hinweis: Eine Bildergalerie finden Sie am Ende des Artikels]

Am Ende der Fußgängerzone in Chioggia liegt die Vaporetto-Haltestelle von der aus wir starten.
18 Euro pro Person (Preis zuletzt überprüft 2014) kostet das 12-Stunden-Ticket für die Linie 11, mit dem man auch alle anderen Linien in Venedig benutzen darf. Abfahrtszeit ist hier in der Vorsaison stündlich um ..:45 Uhr. Nebenbei bemerkt ist ein Altstadt-Besuch des Städtchens Chioggia durchaus lohnenswert, vor allem wenn morgens Markt ist. Es geht dort wesentlich unaufgeregter als in Venedig selbst zu.

Hier gibt es eine Karte auf Google-Maps, in der ich den Weg von einem geeigneten Parkplatz bis zur Vaporetto-Station eingezeichnet habe.
Chioggia - Der Weg vom Parkplatz zur Vaporetto-Station

Das Gesetz der Lagune – Ausflug nach Venedig

Der Weg der Linie 11 - Zur Vergrößerung anklickenDer gesamte Ausflug nach Venedig dauert lange, ist aber ausgesprochen kurzweilig, denn man wird mit dem Vaporetto zunächst nach Pellestrina übergesetzt, eine etwa 11 Kilometer lange Insel in der Lagune, die an ihrer breitesten Stelle gerade einmal 1.000 Meter misst, auf der aber trotzdem ca. 4.000 Menschen leben.

Vom neuen Kühlschrank, der kürzlich erst in Chioggia erworben wurde, bis zur Katze, die zum Tierarzt musste, wird auf dem Vaporetto alles transportiert. Donna Leons Commisario Brunetti ermittelt auf diesem schmalen Streifen Land übrigens in Band zehn der Krimi-Serie „Das Gesetz der Lagune“.

Nach kurzer Überfahrt und nur einem Zwischenstop legt das Boot in Pellestrina an, alle Passagiere wechseln in zwei bereitstehende Busse und los geht die Fahrt, immer an der langen, hohen Schutzmauer auf der Ostseite der Insel entlang. Ist das andere Ende des Eilandes erreicht, preschen die Busse, mitsamt ihren Passagieren, umgehend auf eine kleine Autofähre, die nach Alberoni auf der Insel Lido übersetzt.

Mitten in der venezianische Hölle

Hier legt man erneut etwa 9-10 Kilometer mit dem Bus in den berühmten Badeort Lido zurück, in dem alljährlich die internationalen Filmfestspiele von Venedig stattfinden und der ja schon Schauplatz von Weltliteratur (Thomas Manns „Der Tod in Venedig“) war.

Der Bus kann von den Passagieren nun verlassen werden, was folgt, ist eine weitere, kurze Überfahrt mit einer Vaporetto-Linie in die alte Lagunenstadt selbst. Wichtig ist nur, darauf zu achten, dass man nach Venedig und an den Canal Grande gefahren wird.

Empfohlen seien an dieser Stelle als Ziel keinesfalls die beiden Haltetstellen von San Marco, denn wer hier von Bord geht, steckt sofort bis zum Hals in der venezianischen Hölle, aus der es so schnell kein Entrinnen mehr gibt. Das könnte Ihnen den Ausflug nach Venedig schnell verleiden.

Steigen Sie weit vorher oder viel später aus

Zur Linken findet sich nämlich eine fast unendliche Schlange von Touristen, die glaubt, sie müsse unbedingt den Campanile besteigen (was nicht sein muss). Zur Rechten gibt es meist eine noch längere Schlange von Bildungsbürgern aus aller Welt (und auch solche die das gar nicht sind), die die Kirche San Marco besuchen wollen. Was man ihnen nicht verwehren sollte, immerhin ist auch das Innere der Kirche sehr sehenswert. Die Frage ist nur, wie lange sie den unendlichen Strom von Menschen noch aushält.

Zwischen den beiden beschriebenen Schlangen wälzt sich durch die engen Gassen der geschundenen Stadt, in Richtung Rialtobrücke und völlig unkontrolliert, ein kleiner Ausschnitt der gesamten Weltbevölkerung, der genug Geld hatte, sich einen Ausflug nach Venedig zu leisten.

Wer gut zu Fuß ist, sollte also entweder bereits an der Haltestelle S.Elena das Vaporetto verlasssen, dann hat man den schönen Parco delle Rimembranze als Ausgangspunkt und kann sich der Stadtmitte zu Fuß nähern. Die Promenade ist weitläufig, führt am Gelände der Biennale vorbei, und ist für venezianische Verhältnisse noch ziemlich leer.

Zwar gelangt man auf diesem Weg ebenfalls unweigerlich zu Dogenpalast, Seufzerbrücke und Markusplatz, aber man hat Zeit sich an die immer dichter werdende Menschenmenge zu gewöhnen und vor allem die Gelegenheit, vorher rechts abzubiegen und relativ unbehelligt durch den Stadtteil Castello zu schlendern, um das wahre Venedig kennen zu lernen.

Die Alternativmethode zum Ausstieg an der Haltestelle S.Elena oder Paradiso ist die, mit dem Vaporetto von Lido aus gleich den ganzen Canal Grande hinauf zu fahren, bis zu einer der letzten Staionen vor dem Bahnhof, und von dort, mit dem alten Judenviertel im Stadtteil Cannaregio (Haltestelle S.Marcuola) beginnend, die Stadt zu erkunden.

Aber Achtung: es gibt nur zwei Brücken über den Canal Grande, die „Horrorbrücke“ Rialto und die Holzbrücke Ponte Accademia. Beide sind weit weg von diesen Tipps. Man muss also ggf. wieder in ein Vaporetto springen um die Kanalseite wechseln zu können.

Eine Bitte noch zu Ihrem Ausflug nach Venedig:

Tun Sie bei ihrem Besuch der Stadt, mir und und vor allem den Venezianern bei Ihrem Ausflug nach Venedig einen Gefallen: Kleiden Sie sich nicht so, als würden Sie zum Strand oder gar zur Bergtour gehen. Nur weil man ein Fahrzeug mit Allradantrieb auf dem Parkplatz stehen hat, ist man nicht fern der Zivilsation. Eine Survival-Ausrüstung mit Rucksack und Bergstiefeln ist ebenso unangebracht, wie nackter Oberkörper oder Bikini (und sei es noch so heiß). Die italienische Lebensart zeigt uns in Städten immer auch etwas von ihrem „Chic“.

Sehr, sehr unbeliebt machen sich auch überall herumsitzende Touristen, die nur ihre mitgebrachten Lunchpakete mit Getränken verzehren und sich nicht mal einen Cafébesuch leisten wollen. Das Motto „die Stadt geht sowieso unter, Hauptsache ich bin nochmal erfolgreich durchgetrampelt“ hilft den Venezianern nicht, Herr ihrer eigenen misslichen Lage zu werden.

Die Rückfahrt von unserem Ausflug nach Venedig

Zwar wird man auf der eingangs schon beschriebenen Fahrt, nun in die Gegenrichtung nach Chioggia, die, wie die Hinfahrt ebenfalls etwa 100 Minuten dauert, etwas ermattet sein, aber ohne dieses Gefühl hätten wir bei unserem Venedigbesuch vermutlich etwas falsch gemacht.

Weitere Wege nach Venedig und die Kosten

Urlaubern, die in Chioggia oder Umgebung weilen, öffnen sich noch zwei weitere Wege nach Venedig. Zuerst sollte man allerdings die Länge der nötigen Autofahrten prüfen. Denn der erste Weg führt in eines der Parkhäuser direkt vor den Toren der Lagunenstadt. Dort kann man für 28 Euro sein Auto abstellen, muss aber noch ein Ticket für das Vaporetto lösen. Dieses hat nur eine Gültigkeit von einer Stunde und schlägt mit sieben(!) Euro pro Person zu Buche. Den Preis für die Rückfahrt in diesem Zusammenhang bitte nicht vergessen. Das ist also, wenn man es alleine auf die einfache Fahrt bezieht schon ein sehr, sehr teueres, und auch kurzes Vergnügen.

Mir ist das auf jeden Fall eine Meldung an die Blogparade: Eintrittspreise zwischen Lust und Frust wert. Denn nur wenn man es aus einer völlig anderen Sichtweise betrachtet, wird die Fahrt richtig billig: Mieten Sie sich doch mal für eine Stunde (mit FahrerIn) ein Boot in Venedig, mit dem Sie den Canal Grande auf und abfahren können…. mal sehen was das wohl kosten würde.

Die nächste Tarifstufe im öffentlichen Nahverkehr Vendigs ist übrigens schon das 12-Stunden-Ticket zu 18 Euro. Danach gehts preiswert weiter, denn das 24 Stunden-Ticket kostet „nur“ 20 Euro.

Auf dem unten folgenden Bild sehen Sie die Tarif-Informationen. In der oberen Reihe die Standard-Tarife, in der unteren Reihe die Preise des „Vaporetto dell’Arte“.

Ausflug nach Venedig
Die Tarife des öffentlichen Nahverkehrs für einen Ausflug nach Venedig

Dieses Vaporetto dell’Arte fährt im 30-Minuten-Takt vom Landungssteg des Hauptbahnhofs Santa Lucia bis zur Insel San Giorgio und steuert dabei die wichtigsten Museen und Sehenswürdigkeiten an. Besucher können nach Belieben an acht Haltestellen aus- und wieder einsteigen.

Während der Biennale führt die Linie bis zu den Anlegestellen Arsenale und Giardini. Mit dem Erwerb des Fahrscheins erhält man Vorteile in den teilnehmenden Museen. Dazu zählen der bevorzugte Eintritt ohne Warteschlange, Ermäßigungen bei Führungen und eventuell in den Museumscafés und -shops. Als Beispiele seien hier nur die sehr sehenswerte Peggy Guggenheim Collection oder das Jüdische Museum genannt.

Auch eine Möglichkeit durch Venedig zu fahren. Mit dem vaporetto del arte geniesst man Vorteile in Museum beim Ausflug nach Venedig

Camping möglich, aber wer will das schon?

Etwa 40 Kilometer sind es mit dem Auto von Chioggia zum Campingplatz „Fusina“, ebenfalls vor den Toren Venedigs. Für diese Fahrt muss man eine gute Stunde einplanen, es gibt dauerhafte Radarkontrollen auf der Landstraße und man muss durch viele Ortschaften.

In Fusina gibt es neben dem Camping- einen Parkplatz, auf dem man sein Fahrzeug für 10 Euro abstellen kann. Warum es dort überhaupt einen Campingplatz gibt, ist mir persönlich ein absolutes Rätsel. Denn dieser liegt mitten in einem Industriegebiet. Unmittelbare Nachbarn sind eine Produktionsstätte von „Enel“, dem italienischen Energie-Konzern, sowie eine Anlage, die einer Raffinerie sehr ähnlich sieht.

Die Boote nach Venedig fahren dort immer zur vollen Stunde ab, die direkte Überfahrt kostet pro Person 13 Euro, das Ticket berechtigt allerdings nicht zu Fahrten mit den Vaporettos des venezianischen ACTV. Hier kommen also erneut die oben bereits genannten Tarife ins Spiel.

Landeplatz ist die Haltestelle „Zattere“, was als Ausgangspunkt für einen Stadtbesuch ein sehr angenehmer Punkt ist, denn man befindet sich noch am sehr breiten Canal della Giudecca, nicht weit vom Peggy Guggenheim Museum und der schon erwähnten großen Holzbrücke „Ponte Accademia“.

Im Unesco-Weltkulturerbe zu leben ist nicht einfach

Einen „guten“ Tag für einen Venedig-Besuch zu finden ist die größte Kunst. Schließlich steht die kleine Stadt mit ihren gerade mal 398 Brücken auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes und gehört zweifellos zu einer der am häufigsten von Touristen aufgesuchten Städte der Welt. Gerade einmal 60.000 Einwohner in der historischen Stadt werden jährlich von 16-20 Millionen Besuchern heimgesucht. Nehmen Sie also auf jeden Fall den eigenen Müll in ihrem hässlichen Rucksack wieder mit nach Hause.


Viel Spaß beim Ausflug nach Venedig

13 Antworten : “Ausflug nach Venedig. Tipps zur Anfahrt”

  1. Hily sagt:

    Hallo, wo genau haste im Chioggia das Auto abgestellt? Ich bedanke mich im voraus für die Antwort.

    • Ich habe jetzt oben eine Karte von Google Maps eingebaut, in der ein gut geeigneter Parkplatz der Ausgangspunkt ist. Eine weitere Parkmöglichkeit besteht vor dem Hafengebiet (auf der ganz linken Insel, aber Achtung, dort gibt es nur eine kleine Brücke, die Richtung Vaporetto-Station führt).

      • Hily sagt:

        Unglaublich! Ein Hammer! Vielen Dank! Ich bin gerade im Italien, und Heute waren wir im Chioggia, geparkt auf der Strasse fuer 5 euro und trotzdem ein Zettel bekommen, und wir möchten morgen oder übermorgen nach Venedig von Chioggia das Boot nehmen und alles was wir noch vermisst haben war das Parking. Danke nochmals!

  2. Venedigreisende sagt:

    Hallo, ich habe da mal eine Frage, wenn man von Chioggia losfährt, ist bei den 18 EUR das Vaporettofahren in Venedig inklusive?
    Vielen Dank schon mal im Vorraus

  3. Heike Prassel sagt:

    Vielen Dank für die Tipps. Wir werden sie in unseren Sommerferien ausprobieren.
    Danke für die Mühe, die in dieser Seite steckt. 🙂
    Liebe Grüße
    Heike

  4. Sybille sagt:

    Lust hätte ich auch mal wieder auf Venedig, doch nur außerhalb der Saison, fragt sich nur wann das ist?
    …einen hässlichen Rucksack… habe ich gar nicht! 🙂

    • Es freut mich, dass Du keinen hässlichen Rucksack hast 😉
      Was nun das Außerhalb der Saison angeht, so habe ich an Tagen unter der Woche im Mai/Juni schon Glück gehabt wenn man die Feiertage in Deutschland und Italien sowie die neuralgischen Punkte in der Stadt meidet.

  5. Nicole sagt:

    Das macht Lust die Lagunenstadt mal wieder zu besuchen. Wenn ich die Bilder sehe, möchte ich auch wieder la dolce vita geniessen. Italien ist einfach wunderschön. Nur der „Canale“ Grande heißt in Wirklichkeit Canal Grande. Keine Ahnung warum dieser Irrtum so weit verbreitet ist.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Canal_Grande

    Gibts noch weitere Reiseberichte aus Italien?

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  1. Weinbars in Venedig - Aus meinem Kochtopf - […] wieder aufsuchen, habe ich schon in anderen Postings erzählt. In einem davon gebe ich nützliche Tipps zur Anfahrt nach…

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