Wrap mit Asia Steak – Fusion Food

Wrap mit Asia Steak - Fusion Food

In unseren Breitengraden hat sich die Bezeichnung „Wraps“ für dünne Weizen-Tortillas durchgesetzt. Es handelt sich dabei meist um einfaches Fladenbrot, das ohne Treibmittel gebacken wird. Diese Entwicklung ist vor allem der Tex-Mex-Küche geschuldet, die mit einer der vielen Fast Food Wellen (als California Wrap) über den großen Teich zu uns schwappte. Plötzlich waren sie da. Und ganz junge Menschen wissen gar nicht mehr, dass es in Europa Zeiten ohne diese Tortillas gab.

Dass es sich dabei immer automatisch um Tortillas (nicht zu verwechseln mit der spanischen Tortilla) handelt, steht allerdings gar nicht fest. Denn dünnes Fladenbrot gibt es in vielen Ländern der Erde. In Indien und Pakistan nennt man sie ganz allgemein „Roti“. Bekannte Sorten darunter sind das dicke, weiche Naan Brot und die hauchdünnen Papadams.

Dann sind da natürlich noch die Italiener, deren Focaccia der Vorfahre der Pizza ist, die Türken haben ihr „Lavasch“ (Yufka / Pide), die Griechen füllen gerne Pita. Selbst in den Alpen ist Fladenbrot weit verbreitet, dort bekannt als Vinschgauer oder Schüttelbrot.

Der Begriff Wrap kommt natürlich aus dem englischen (to wrap = „wickeln“, „einhüllen“).

Was man in einen Wrap einwickelt, spielt heutzutage keine große Rolle mehr. Die Variationsmöglichkeiten sind ungeahnt und führen uns ziemlich schnell zum Fusion Food, denn diese erfreut sich wieder wachsender Beliebtheit. Die Masse der Bevölkerung ist heute weitgereist und die Zeiten, in denen unsere Vorfahren darauf bestanden, am Adria-Strand deutsche Gerichte serviert zu bekommen, neigen sich Gott sei Dank dem Ende zu.

Ich selber kreuze gerne verschiedene Komponenten aus unterschiedlichen Kulturkreisen zu kompletten Gerichten. So zum Beispiel die oben abgebildete Mahlzeit.

Bestehend aus mexikanischen Wraps (Tortillas), Steak aus Franken in japanischer Teriyaki-Marinade, Wakame (Algensalat) mit Sesam aus Japan, das ganze zusammengehalten von einer lockeren Wasabi-Creme. Dazu noch fränkischen Rettich. Die dunkelrote Zwiebelmarmelade in der Mitte des Bildes war allerdings ein Fehlgriff im Zusammenhang mit den anderen Komponenten und störte die Gesamt-Kombination ein bisschen.

FUSION FOOD
Kulinarische Abenteuer
aus nationaler und internationaler Küche.
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Aber so etwas kann in einer experimentierfreudigen Küche mal vorkommen.

Wer sich für Fusion Food interessiert, kann sich das nebenstehende E-Book kostenlos downloaden, auf das ich bei meiner Urlaubsplanung überraschenderweise gestoßen bin. An der Entstehung des Büchleins waren etliche Blogger-KollegInnen beteiligt. Zum Beispiel Marc Kromer von „bake to the roots“, Anette Sandner von „culinary pixel“ und Uwe Spitzmüller von „highfoodality“. Ein Klick auf das Bild genügt.

Fusion Food vom heimischen Herd

Obwohl es sich bei meinen Wraps mit Steak und Wakame auch um Fast Food handelt, kann man seine Weizentortillas schnell selber machen. Dazu benötigt man nur wenige Zutaten und dauch das Backen (in der Pfanne) ist recht schnell erledigt.

Zutaten Weizentortillas:
* 200 g Weizenmehl (Type 405)
* 1 EL schwarzer Sesam
* 150 ml Wasser (oder Milch)
* Salz
* optional: 1 TL Backpulver
* Pflanzenöl (zum Backen)

Für die Steaks:
* 4 kleine Scheiben Rindersteak (je ca. 120 Gramm)
* 20 ml Hühnerbrühe
* 50 ml Teriyaki-Sauce
* 1 TL dunkles Sesamöl
* einige Spritzer Zitronensaft
* 1 Chilischote
* Neutrales Öl zum Braten

Für die Wasabi-Creme:
* 20 g Wasabi-Pulver (Wasabipulver bei Amazon)
* 200 g Mayonnaise
* 60 g Schlagsahne

Außerdem einkaufen:
* 1 Rettich
* Wakame (Menge individuell)

Wrap mit Asia Steak - Fusion Food

Zubereitung:

Zunächst die Teriyaki-Sauce, Hühnerbrühe, Sesamöl, Zitronensaft, Chilischote (sehr klein gehackt) vermischen und das Fleich darin marinieren. Zugedeckt mind. 30 Minuten ruhen lassen.

Die Zutaten der Tortillas vermischen, den Teig in gleich große Portionen teilen, mit dem Nudelholz auswalzen und in der Pfanne mit wenig Öl ausbacken. Im vorgeheizten Backofen (nur 50 Grad) warm halten.

Tipp: Da Wasabi in Pulverform sehr bitter ist, sollte das Pulver mindestens 30 Minuten vor dem Servieren der Sauce angerührt werden. Es verliert mit der Zeit seine Bitterstoffe und entfaltet das kräftige Meerrettich-Aroma. – Für die Wasabi-Creme also das Wasabi-Pulver mit etwas Wasser anrühren, in die Mayonnaise geben und gut durchrühren. Die Sahne schlagen und ebenfalls unter die Creme heben. Eventuell nachsalzen.

Das Fleisch aus der Marinade nehmen, trocken tupfen und in einer sehr heißen Pfanne (oder Grill) von beiden Seiten kurz braten und etwas ruhen lassen. Zum Servieren in Streiden schneiden.

Den Rettich in hauchdünne Scheiben hobeln und ein bisschen salzen, damit das Salz Wasser ziehen kann.

Wakame schmeckt angenehm nach Meer und hat eine recht knackige Konsistenz. Zu bekommen ist er fertig als Salat (mit Sesam) in vielen Asiashops. In Nürnberg beim Fischhändler „Fisch und Meer“ in der Blumenstraße.

Wrap mit Asia Steak - Fusion Food

Da es derzeit einen Blogevent zum Thema Wraps, Crêpes und Co. gibt, der diesmal von Janke von Jankes*Soulfood auf der Plattform von Zorras Kochtopf veranstaltet wird, beteilige ich mich mit dieser Zusammenstellung gerne daran.

Blog-Event CXI – Wraps, Crêpes & Co. (Einsendeschluss 15. August 2015)

3 Antworten : “Wrap mit Asia Steak – Fusion Food”

  1. Lidja sagt:

    Vielen Dank für den tollen Tipp mit dem Wasabi-Pulver! Man lernt nie aus 🙂
    Viele Grüße von Lidja

  2. Janke sagt:

    Lieber Peter,
    Dankeschön für deinen köstlichen und sehr informativen Beitrag zum Blogevent. Es war eine große Freude, deine ausführlichen Worte zum Thema zu lesen. Deinen Fusion Food Wrap finde ich klasse – der würde mir, glaube ich, genau so schmecken. Den schwarzen Sesam im Tortilla werde ich demnächst auf jedenfall ausprobieren.
    Viele Grüße
    von Janke

  3. Julia sagt:

    Alles, was mit Brot daher kommt und aus der Hand gegessen werden kann, hat ja meine Liebe. So ein köstliches Wrap steht dabei ganz oben im Kurs! Tortilla-Fladen wollte ich auch schon immer mal selber machen. Dein Rezept klingt durchaus „machbar“. Auch für Teig-Deppen wie mich 😉

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