LEON – Natürlich Fast Food


LEON - Natürlich Fast Food

LEON - Natürlich Fast Food

LEON - Natürlich Fast Food

LEON - Natürlich Fast Food

LEON - Natürlich Fast Food

LEON - Natürlich Fast Food

LEON - Natürlich Fast Food

In dieses Buch kann man Hoffnung setzen! Denn es handelt sich nicht nur um ein gewöhnliches Kochbuch, sondern fast schon um ein kleines Handbuch für das ganze Leben.

Man kann daraus lernen sich schnell und gesund zu ernähren und man stößt auf viele vernünftige Aussagen, die man als bewusst lebender Mensch bereits verinnerlicht haben sollte. Die Nachhaltigkeit bei der Lebensmittelproduktion ist ebenso ein Thema wie die bei der Auswahl der Produkte, die wir als Verbraucher auf den Speisezettel schreiben. Dabei ist nie ein erhobener Zeigefinger zu spüren sondern das Hauptthema „Natürlich Fast Food“ steht immer im Mittelpunkt.

Regionale Produkte verwenden, den Jahreszeiten gemäß essen, viel weniger Fleisch und Milchprodukte und nur bestandserhaltenen Fisch essen. – Das gehört alles zum Konzept des Buches.

Beruhigend auch zu wissen: Es gibt tatsächlich ein Deutsches Institut für Koch- und Lebenskunst. Und dieses Institut hat „LEON“, von Henry Dimbleby und John Vincent, zum Kochbuch des Jahres 2011 gewählt.

Alle Eltern, die zum Beispiel ihre fast erwachsenen Kinder zum erst kürzlich begonnenen Semesteranfang wieder in fremde Städte geschickt, und dort sich selbst und deren schlimmen Ernährungsgewohnheiten bzw. einfach dem Studentenleben überlassen haben, sollten sofort losgehen, dieses Buch kaufen und den lieben Kleinen umgehend nachsenden. Warum?

– Es ist dick und bunt.
– Es ist für Anfänger lehrreich ohne belehrend zu sein.
– Es dreht sich alles um natürlichen Fast Food.
– Es enthält jede Menge Rezepte und Tipps.
– Es ist, für ein Kochbuch, recht witzig.
– Es ist international und trotzdem ziemlich englisch.
– Es enthält auf Seite 293 sogar LEON-Sticker zum bekleben der Welt.

Schon der Anfang des Buches ist sympatisch. Abgebildet sind zwei Regalbretter mit Zutaten, die häufig in dem Buch benötigt werden. Dem Küchenneuling wird hier schon beiläufig beigebracht wie zum Beispiel Kurkuma oder Couscous aussieht. Was man alles auf seiner Fensterbank, im Stadt- oder im Schrebergarten anbauen kann, wird ebenso angerissen, wie die nützlichen Dinge, die man zum Kochen auf Vorrat haben sollte.

Der Rezeptblock in LEON – Natürlich Fast Food ist zweigeteilt. Auf den ersten ca. 180 Rezeptseiten geht es um Fast Food, den man in weniger als 20 Minuten zubereiten kann. Sollte doch mal ein Gericht darunter sein, das etwas längere Garzeit brauchen sollte, so empfehlen die Autoren diese zu nutzen um die Katze zu kraueln, den Partner zu knuddeln oder ruhig auch mal die eigenen Schuhe zu putzen.

Beachtung verdienen die kleinen Symbolschlüssel, die an jedem Rezept darüber informieren ob es z. B. weizen- oder glutenfrei ist, ob es tierische Fette enthält oder auch gute Kohlenhydrate.

Kochen lernen mit LEON – Natürlich Fast Food

Auch die Kochtechnik kommt nicht zu kurz. Wie man schnell schneiden lernt (Mitautor Henry gehört zu jenen Leuten, die ein Messer so schnell bewegen können, dass man es kaum sieht), ohne den Notarzt zu bemühen, erscheint mit ebenso nützlich, wie der Hinweis, dass es zwar wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist, Kochen aber mit Musik definitiv schneller geht. Es fühlt sich auf jeden Fall so an. Was ich betätigen kann.

Da man Fast Food zu jeder Tageszeit verdrücken kann, beginnt der erste Teil mit dem flotten Frühstück und endet mit Party Food. Fast an jedem Rezept gibt es, durch eine Linie abgetrennte Tipps, die das Essen abrunden: „am besten mit Basmatireis und Salat servieren“, oder, „Falls Sie keinen Lauch vorrätig haben: Pilze oder rote Paprika eignen sich auch sehr gut“.

Behandelt wird so ziemlich jede Lebenslage. Wenn es heiß ist können die Sommer-Quickies nützlich sein. Für junge Eltern oder eventuell auch für Großeltern tauglich ist der Teil „Kochen mit Kids“, und natürlich spielt in dem Buch auch die Teatime eine Rolle. Schließlich kommt das Werk von der anderen Seite des Ärmelkanals.

In der Abteilung Slow Fast Food (nein, das ist kein Widerspruch in sich) geht es dann um Gerichte die zwar prinzipiell schnell zubereitet sind, aber etwas Vorbereitungs- oder lange Garzeiten nötig haben. Das 18-Stunden-Rindfleisch von Henry gehört hier sicher zu den Extremen. Aber ein Osso Buco, die berühmte Kalbshaxe italienischer Art, benötigt nun mal eine Garzeit von 2-3 Stunden, ebenso wie die ganzen Schmorgerichte, die gut in die anstehenden Herbst- und Wintertage passen.

Seien es nun die Lammkeule auf griechische Art, oder das Gericht zum Angeben: Huhn mit 100(!) Knoblauchzehen, der Schweinebauch mit Rüben und Backpflaumen oder das indische Huhn. Apropos Indien: dass es in Englands Küchen einen starken Einfluss vom indischen Subkontinent gibt, merkt man in jedem Kochbuch das aus dem Königreich zu uns gelangt. Keine Rezeptsammlung ohne Currys. So auch hier.

Aber auch in einem englischen Fast-Food-Kochbuch fehlen bestimmte Klassiker des Königreichs nicht. Die berühmte Lammkeule mit Pfefferminzsauce lassen die Autoren kurzerhand vom Metzger tranchieren und die Fleischscheiben werden einfach gegrillt. Schon ist auch hier das Motto des Buches erfüllt.

Traditionelle Fast-Food-Gerichte wie Fish & Chips oder Hamburger sucht man in dem umfangreichen Index des Buches dagegen vergeblich. Nur Fischstäbchen kommen vor. Aber dazu muss man sich frischen Fisch besorgen und das Panieren selbst übernehmen.

Hat man sich durch die Rezepte gearbeitet und ist mehrfach gesättigt, geht es im wahrsten Sinn des Wortes ans Eingemachte. Denn auf 20 weiteren Seiten werden längst vergessene Tricks, Kniffe und Rezepte rund ums Einlegen, Einkochen, Trocknen, Räuchern und Einfrieren verraten. Tollkühn kann sich geben, wer die „LEON-Strategie-Salami“ selbst herstellen will. Dazu benötigt man unter anderem zwei lange Stücke Rinderdarm und den richtigen Schimmelpilz.

Aber ganz ehrlich, das geht selbst mir ein Stück zu weit und hat höchstens beim vertilgen noch etwas mit Fast Food zu tun. Falls sich jemand daran versucht: ich komme gerne zum probieren.

Was nun das Buch selbst angeht, so habe ich bereits am Anfang eine kurze Zusammenfassung (einschließlich des Stickerhinweises) in Schlagworten geliefert. Das Buch scheint komplett auf (sehr kräftiges) Recycling-Papier gedruckt, obwohl nirgends ein Hinweis darauf zu finden ist. Die Seiten dürfen (nach Angaben der Autoren) ruhig mit der Zeit fleckig werden und sogar zusammenkleben. Was auch sicher bald geschehen wird, denn das Buch und die Seiten haben eine empfindliche Oberfläche. Es ist aber wirklich praktisch und hat seinen Platz in jeder jungen Küche absolut verdient.

Ein kleiner Wermuthstropfen folgt noch. Nennt mich ruhig Nörgler: Aber mir persönlich gefällt diese seit Jahren moderne Typografie des Buches nicht, die den Augen des Betrachters keine Ruhe lässt sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Selbst eine einfache Textseite wird mit mindestens(!) vier verschiedenen Schriften überzogen, diese auch noch in unterschiedlichen Größen und Schnitten.

Dazu verstreut man unzählige Vignetten auf den Seiten und „klebt“ an den Seitenrand noch Jugendfotos der Autoren oder des Restaurants mit erklärenden Texten in Form von kleinen PostIts. So entsteht zweifellos der gewollte Eindruck eines Poesie-Albums. Persönliche Geschmacksache die dem Werk keinesfalls schaden will!

Meine eingangs in dieses Buch gesetzte Hoffnung dürfte nun hinreichend erklärt sein. Wer sich durch das Kochbuch gegessen hat, hat sich nicht nur auf schnellen Wegen recht gesund ernährt, er hat auch, ganz nebenbei, auf jeden Fall kochen, und viel fürs Leben gelernt.

Hinter LEON stehen übrigens die Autoren des Buches, Henry Dimbley und John Vincent, die mit Allegra McEvedy im Juli 2004 ihr erstes Restaurant dieses Namens in der Londoner Carnaby Street eröffneten. Wer in die englische Hauptstadt reist, kann in einer der inzwischen neun Filialen des Konzept-Restaurants speisen.

Zu einem modernen Restaurant gehört heutzutage natürlich auch ein Marketing-Konzept, das man auf der Homepage der Restaurantkette besichtigen kann. Einschließlich LEON-TV.

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Das Buch jetzt bei Amazon bestellen:
Leon – Natürlich Fast Food
Ehrlich. Einfach. Gut

Henry Dimbleby, John Vincent (Hg.)
308 Seiten, durchgehend illustriert
H 25,7 x B 19,6 Hardcover
29,99 Euro
ISBN 978-3-8321-9368-3

3 Antworten : “LEON – Natürlich Fast Food”

  1. cheftatze sagt:

    Hej, ich habe schon lange ein Auge auf dieses Kochbuch geworfen.
    Was mich vom Kauf abhält ist die Befürchtung, dass die Rezepte zu einfach uns simpel sind. Ich mag raffinierte, gerne eher aufwendigere Rezepte, die neu und interessant sind.

    Glaubst du, dass sich dieses Buch für mich lohnen würde ?

    • Hallo Cheftatze,
      ich habe mir ziemlich viel Mühe gegeben, das Buch gründlich durchgearbeitet, und darüber eine Rezension verfasst.
      Ich würde Dir gerne empfehlen diese zu lesen, dann weißt Du sicher ziemlich genau ob das Buch etwas für Dich ist.

      Mit leckerem Gruß, Peter

  2. Frau Kampi sagt:

    Nenn es Zufall oder nicht. Genau heute ist mir das Buch im Laden aufgefallen. Da ich Kochbücher liebe und sammle hab ich es mitgenommen. Die Rezepte hab ich flüchtig durchgeblättert. Ich muss mich jetzt erst mal gründlich durchwuseln. Mal schauen, ob es ein Alltagskochbuch wird oder in der Sammlung einfach nur schön aussieht.
    Liebe Grüße, Sandra

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