Philly cheesesteak oder Philadelphia cheesesteak

Philadelphiasteak Sandwich - Philadelphia cheesesteak

Kürzlich bin ich über den Begriff Philly cheesesteak beziehungsweise Philadelphia cheesesteak gestolpert. Leider waren wir selber noch nie in Philadelphia, wenn auch gar nicht so weit davon entfernt. Aber logisch, fallen mir außer der amerikanischen Stadt noch mindestens drei Dinge dazu ein. Los gehts mit dem tollen Film „Philadelphia“ aus dem Jahr 1993, in dem eine kritische Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Homosexuellen und Aidskranken in den USA aufgezeigt wird.

Tom Hanks (Oscar bester Hauptdarsteller) und Denzel Washington, als dessen Film-Anwalt, spielen ihre Rollen fantastisch und sehr eindringlich. Nie aus dem Ohr bekomme ich, zweitens, den zugehörigen Song von Bruce Springsteen (Streets of Philadelphia), der dafür ebenfalls einen Oscar bekam und den ich extra hier eingebaut habe, um ihn stets parat zu haben. Youtube sei ausnahmsweise gedankt.

Die dritte Sache ist selbstverständlich eine echte Alternative zum Butterbrot und fast alles Käse! In Nürnberg am liebsten Doppelrahmstufe zu „Kolbs“ frischen Laugenbrezen. Mich selbst begeistert auch die Aussicht auf ein richtiges Steaksandwich!

Philadelphia cheesesteak

Die ganzen Geschichten, die man auf amerikanischen Webseiten über das Philadelphia cheesesteak finden kann, haben mich bald gelangweilt denn diese Sandwich-Tradition ist nicht so richtig historisch und recht schlimm waren teilweise die zugehörigen Rezepte, in denen ich mehrmals die Empfehlung lesen musste, ich solle doch am Schluss amerikanischen „Provolone“ (geschützte Herkunftsbezeichnung einer italienischen Käsesorte) oder gar Käse aus der Sprühdose verwenden….

Gut gefallen hat mir allerdings die Aussicht auf ein echtes Steak im Brötchen, auf karamellisierte Zwiebeln, auf gehäutetet Paprika, Senf, Majonnaise, ausnahmsweise sogar ein bisschen Ketchup und als kleine Krone dann den leckeren Frischkäse der bereits genannten Marke.

Was koche ich heute? – Ein Steaksandwich!

Da die Zutatenliste für ein Philadelphia cheesesteak (hier für 2 Personen) recht kurz ist, habe ich meine eigene Kreation entwickelt und das „schnell“ in die Tat umgesetzt. Mit dem Ergebnis waren wir sehr zufrieden. Auch wenn „schnell“ annähernd zwei Stunden dauerte. Denn um die Zwiebeln zu karamellisieren habe ich die „im Ofen Methode“ angewendet.

Dazu werden 4-5 Zwiebeln in grobe Ringe geschnitten, nur mit Salz gewürzt und mit 4-6 EL Öl in einem Topf mit geschlossenem Deckel (Achtung, Kunststoff kann bei der Temperatur Schaden nehmen) bei 220 Grad in den Ofen geschoben, wo sie für etwa zwei Stunden verbleiben.

Auch wenn die Menge der Zweibeln zunächst viel erscheint, sie werden im Ofen kleiner und kleiner, sollten immer wieder mal umgerührt werden und sind nach der angegebenen Zeit butterweich, hellbraun, immer noch saftig, süß und von der Menge her überschaubar! Und nein, auch wenn es karamellisierte Zwiebeln heißt, wir brauchen keinen Zucker darin.

Für 2 Personen die Philadelphia cheesesteak essen möchten:
* 2 weiche Brötchen, Weißbrotscheiben oder Baguettebrötchen,
* 1 dickes Rindersteak (ca. 350 g)
* 50 g Frischkäse
* Senf
* Mayonnaise
* 1 grüne Paprikaschote (gehäutet)
* 1 eingelegte rote Paprikaschote
* Salz
* Pfeffer aus der Mühle

Natürlich würden da auch noch Champignons, eingelegte Gurken oder Mixed Pickles dazu passen, aber wir wollten puristisch sein!

Die Parikaschoten werden in schmale Streifen geschnitten, das Steak auf beiden Seiten 2 Minuten kräftig angebraten, dann in Alufolie gewickelt, etwa 20 Minuten zu den Zwiebeln in den Ofen gelegt, dann herausgenommen und weitere 10-15 Minuten ruhen lassen.

Das Fleisch in sehr dünne Scheiben schneiden und alles abwechselnd mit den Zwiebeln in die halbierten Brötchen schichten, die man vorher schon mit Senf, Majo und Ketchup präpariert hat. Zum Schluss jeweils einen großen Klacks Philadelphia darauf geben und eventuell für 2 Minuten im Ofen übergrillen. Dass man sich danach die Finger leckt, liegt nicht nur an dem ganzen Saft, der beim Essen austritt 😉

Philadelphia cheesesteak
Philadelphia cheesesteak

15 Antworten : “Philly cheesesteak oder Philadelphia cheesesteak”

  1. Susan sagt:

    Hi, Peter, ich gebe dir einmal die Zutatenliste meines amerikanischen Rezeptes fuer Philly Cheesesteak:

    2 große Brötchen, (Baguettebrötchen)
    250 g Steak(s), in ganz dünne Scheiben geschnitten
    2 m.-große Zwiebel(n), in ganz dünne Scheiben geschnitten
    1 große Paprikaschote(n), grün, in dünne Streifen geschnitten
    100 g Champignons, in dünne Scheiben geschnitten
    220 g Käse, (Provolonekäse oder Mozzarella), dünn geschnitten
    2 TL Knoblauch, in ganz feine Scheiben geschnitten
    Salz
    Pfeffer, schwarzer
    Öl, zum Braten
    etwas Ketchup, optional

    Du siehst, es ist Kaese auf der Liste…

    Liebe Gruesse,

    Susan

  2. Susan sagt:

    Hallo Peter,

    du schriebst mir als Antwort unter meinen Kommentar: Kaese im Kaesekuchen? Nein Danke Susan.

    Lieber Peter, ich kann nirgendwo entdecken, das ich gechrieben habe, dass Kaese im Kaesekuchen ist. Ich schrieb, dass Kaese unabdingbar im Philly Cheesesteak ist. Und da stimmt auch…. Kann es sein, dass du dich verlesen hast? Es steht Philly CheeseSTEAK im Kommentar, so wie jetzt hier auch – nicht Philly Cheesecake…

    Und in den Cheesecake kommt wirkleich kein Kaese, da gehoert nur Cream Cheese = Frischklaese – hinein – und ja kein Quark, den wir hier als Amerikaner gar nicht kennen…

    Also, noch einmal – in ein PHILLY CHEESESTEAK gehoert Kaese, Provolone – oder – in DE – dann Mozzarella….

    Liebe Gruesse, Susan

  3. Susan sagt:

    Hallo,

    naja, kann man so machen…. schmeckt mit Sicherheit auch sehr gut…. aaaber – Philly Cheesesteak ohne Kaese? och, …..neee… Also, es ist unabdingbar, Kaese muss mit hinein…grins…. Ich nehme entweder den von dir schon erwaehnten Provolone oder – wenn ich das Cheesesteak in DE (wenn ich dort zu Besuch bin) mache, nehme ich ganz einfach Mozzarella….man kann auch diesen Schmelzkaese nehmen, aber natuerlich dann den echten Kaese und keinen „Analog“…

    Und Pilze, Champignons, gehoeren fuer mich unbedingt dazu…

    Gruessle aus den USA und happy cooking

  4. Brit sagt:

    Das ist mal ein ordentliches Sandwich. Sieht sehr lecker aus und ist mal was anderes als das typische Weißbrot mit Belag drauf. Ich schließe mich Petra an und hoffe das ich ein ähnlich gutes Sandwich hin bekommen.

  5. Petra sagt:

    dem kann ich mich nur anschließen, leider sieht es im orginal nachgekocht bestimmt nicht so gut aus wie auf deinem bild, aber lecker ist es auf jeden Fall. Ich werde es mal probieren vielleicht bekomme ich es ja so hin 😉

    LG
    Petra

  6. Thomas Schäfer sagt:

    Jetzt freu ich mich noch mehr auf das baldige Ende der Fasten und somit der fleischlosen Zeit. Auf nach Philadelphia…..oder wenigstens zum Metzger!

    Wunderbares Sandwich, Peter – Danke !

  7. auchwas sagt:

    Na, dass Sandwich nehme ich doch gerne! Was für ein super Steak-Cheese ? Sandwich!
    Ich habe einige in guten Restaurants in den USA gegessen das hier hat absolute KLASSE! Wenn ich auch immer für die süßen Sachen wie Cheesecake zu haben bin, dann aber nur den New York Cheesecake und nur den und nur eine bestimmtes Rezept.
    Super gemacht!
    Liebe Grüße
    Ingrid

    • Liebe Ingrid,
      danke, wir haben in den USA auch überwiegend gut gegessen. Trotz aller Fastfood-Ketten um die man ja einen Bogen machen kann. Allerdings haben wir uns auch gezielt die Restaurants ausgesucht.
      Mit leckerem Gruß, Peter

  8. Eva sagt:

    Das wird nur von Lomitos getoppt 😉

  9. Verena sagt:

    Sieht köstlich aus! Da würd ich jetzt gern reinbeißen….die einfachen Dinge sind doch oft die besten :).
    Lieben Gruß
    Verena

  10. Ninive sagt:

    Klasse! und youtube als Fundgrube hat schon was…

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