Wasabi – frisch und am Küchenfenster

Frische Wasabi-Wurzel aus Japan

Nein, nein, nein! Wasabi gedeiht nicht als grüne Paste in Tuben. Und das weiße Pulver in kleinen Döschen, das man sich zum selber anrühren kaufen kann, ist auch nicht die Urform des sogenannten grünen Rettichs aus Japan, den man gerne auch als japanischen oder Wasser-Meerrettich bezeichnet. Zwar schleicht sich die Schärfe des Wasabis, ähnlich wie die des Rettichs, beim Verzehr in die Nase und es ist eine gewisse Ähnlichkeit im Geschmack festzustellen, rein botanisch gesehen haben die beiden aber nichts miteinander zu tun.

Die Leute von Pepperworld wissen mehr und recht interessante Dinge darüber. Dort heißt es unter anderem:

„Zwar gehört auch Wasabi wie Meerrettich und Senf zu den Kreuzblütengewächsen (lat. Brassicaceae); er wächst jedoch wie Kohl. Und wenn auch oft von der „Wasabiwurzel“ die Rede ist, so ist der verwendete Teil der Pflanze ein vertikal wachsender beblätterter Wurzelstock, von dem man die Blätter entfernt. Es besteht dann Ähnlichkeit mit einer abgeernteten Rosenkohl-Pflanze.“

Wasabi-Wurzel

Wie dem auch sei. Eine junge Dame aus meinem Bekanntenkreis hat kürzlich ihren einjährigen Bildungsaufenthalt in Tokio beendet (trotz Fukushima, das rund 300 Kilometer weiter nördlich liegt) und entsprach meiner Bitte, mir doch ein Stück „echten, frischen“ Wasabi, also eine Wasabi-Wurzel mitzubringen.

Auch in Japan gibt es diese Wurzeln nicht in jedem Supermarkt zu kaufen. Die junge Dame musste schon ein recht gut sortiertes Feinkostgeschäft aufsuchen, um eine kleine Wurzel zu erwerben (siehe Fotos), die dann umgerechnet rund sechs Euro kostete.

Skurriles am Rande: Japan kann seinen Bedarf an Wasabi längst nicht mehr durch Eigenproduktion decken, sondern importiert große Mengen aus China, Indonesien und sogar aus den Vereinigten Staaten. Ich hoffe sie vermissen meine kleine Wurzel nicht.

Abgerieben empfand ich den Original-Wasabi in unserem ersten Gericht bei weitem nicht so scharf, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte. Da ist die Paste aus der Tube wesentlich penetranter.

Da der Wasabi in der Natur gerne an schattigen Bachläufen wohnt und eine kühle Umgebung bevorzugt, verbringt der Rest unserer Wurzel nun sein Dasein an einem Fenster ohne Sonneneinfall, bekommt täglich frisches Wasser und wir überlegen uns noch wo wir ihn möglichst lange am Leben halten können. Er treibt bereits eifrig, zeigt uns damit seinen guten Willen, und vielleicht gibt es deshalb an dieser Stelle irgendwann eine Fortsetzung.

Nachtrag September 2012: Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub (September 2012) hatte der Wasabi leider sein kleines Leben ausgehaucht. Er stand wohl doch an einem Platz an unserem Weiher, an dem er zu viel Sonne und zu wenig Schatten abbekommen hatte. Oder es war ihm generell zu warm.

Frische Wasabi-Wurzel aus Japan

Frische Wasabi-Wurzel aus Japan

Frische Wasabi-Wurzel aus Japan


Related Posts

Tempura-Gemüse mit Wasabi-Creme und Steak in Teriyaki-Sauce

Tempura-Gemüse mit Wasabi-Creme und Steak in Teriyaki-Sauce

Ein echtes Abenteuer in der Küche kann erleben, wer sich vornimmt Tempuragemüse zuzubereiten nur keinen rechten Plan hat, wie der Teig herzustellen ist. Aber keine Panik! Hier gibts die Lösung für dieses kleine Problem. Wer gar keine Ahnung hat, was Tempura überhaupt ist, lebt bisher eventuell trotzdem recht gut, bekommt an dieser Stelle aber eine kleine Wissenslücke geschlossen.

Die Klinge im Feuer – Japanische Messer

Vielleicht ist es ja ein schönes Geschenk. So ein japanisches Messer. Zu Weihnachten? Für jemand, der es sich wirklich verdient hat. Und damit umgehen kann! Denn japanische Messer sind nicht billig. Aber in ihnen steckt das Wissen um die Kunst des Schmiedens und das seit […]



9 thoughts on “Wasabi – frisch und am Küchenfenster”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.