Spargel mit Spargelpesto

Spargel mit Spargelpesto

EEs steht schlecht um die Pestos. Jawohl, die Mehrzahl von Pesto (der oder das) sind Pestos, nicht etwa Pesti! Diese Weisheit habe ich allerdings dem Duden entnommen, wobei die Frage offen bleibt, ob der Duden überhaupt für italienische Worte zuständig sein darf, oder ob es in Italien eine ähnliche (alte) Rechtschreib-Instanz gibt. – Vielleicht können diese Frage Menschen aus dem dortigen Kulturkreis zufriedenstellend in einem Kommentar unten beantworten?

Konrad Duden, so der vollständige Name des Deutsch-Spezialisten, veröffentlichte am 7. Juli 1880 jedenfalls die Erstausgabe, nämlich sein „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“. Und ich gehe davon aus, dass das Wort Pesto noch nicht darin zu finden war.

Wir könnten dem Begriff Pesto jetzt zwar noch weiter (im Wortsinn) nachschnüffeln, denn schließlich riechen Pestos meistens herrlich, aber ich will es vorläufig dabei belassen.

Geheime Treffen in der Rettungstruppe

Wir retten was zu retten istDass es Pestos prinzipiell schlecht geht, liegt daran, dass sie die meiste Zeit, ihres durch ein Haltbarkeitsdatum begrenztes Daseins, in Supermarkt-Regalen, zwischen ganz unterschiedlichen Artgenossen fristen müssen.

Daran wird sich auch nichts mehr ändern, denn die „geheime“ Facebook-Gruppe Wir retten was zu retten ist, wirkt, wie das Verb schon ausdrückt, im Verborgenen. Nur einmal im Monat treten die 45 Mitglieder (davon vier Quotenmännern) ins gleißende Scheinwerferlicht des Internets, um auf ihre Losung aufmerksam zu machen: #wirrettenwaszurettenist !

Gleichzeit fluten die Mitglieder des Geheimclubs an jenem Tag (der eine zeitlang sogar Heute war) das Web mit Artikeln, respektive Rezepten, die in der aktuellen Rettungsaktion (Mai 2016) darauf abzielen, den armen Pestos zu helfen. Das ganze geht nämlich auch in frisch!

Pestos im Supermarkt-Regal

Pestos im Supermarkt-Regal

Pestos im Supermarkt-Regal

Pestos im Supermarkt-Regal

Pestos selber machen geht schnell und einfach

Wer also sein Pesto künftig selber machen will, wird eventuell weiter unten lernen wie einfach das geht und ganz unten eine Linksammlung finden, die zu den beteiligten Blogs führt.

Spargel mit Spargelpesto

Mein eigener Beitrag zur Rettungsaktion besteht aus Spargelpesto auf Spargel, was ich schon vor fünf oder sechs Jahren bei „Lanz kocht“ zu sehen bekam und irgendwann dauerhaft zuerst bei Bollis Kitchen aufgetaucht ist.

Zwar kann man Spargel mit allem möglichen kombinieren, aber nicht alles was im Internet zu finden ist, wird dem feinen Gemüse gerecht. Sicher nachkochen werde ich demnächst diese Spargel-Terrine mit Petersiliensauce Deluxe, über die ich zufällig gestolpert bin. Auch wenn Terrinen irgendwie voll 70er oder 80er Jahre sind, man kann sie jederzeit aus der Rezept-Schublade hervorholen und die eigenen Gäste damit überraschen!

Alle bisherigen Rettungsaktionen an denen ich beteiligt war kann man hier übrigens hier nachlesen. Wer weitere Spargelrezepte sucht, wird in meiner Kategorie Spargel fündig werden.

Jetzt aber mein Beitrag: Spargel mit Spargelpesto

* 12-16 Stangen weißer Spargel
* 8 Stangen grüner Spargel
* Pinienkerne (nach Geschmack und Finanzierungsmöglichkeiten)
* Parmesan
* 1 Zehe junger Knoblauch
* Olivenöl
* Eiweiß eines hartgekochten Eis
* 1/2 Bund Petersilie (oder andere Kräuter wie Basilikum oder Kerbel)
* etwas Zitronenabrieb
* Salz (vorsichtig wegen des Parmesans)

So wirds gemacht:
Ein Ei hart kochen. Den grünen Spargel waschen, von den Enden ca. 1-2 Zentimeter abschneiden, eventuell das untere Drittel der Stangen schälen. Die Stangen in etwas Salzwasser für 2-3 Minuten blanchieren, anschließend sofort in eiskaltem Wasser abschrecken.

Die Stangen abtrocknen, in Stücke schneiden. Das hartgekochte Ei aus der Schale pellen, Eiweiß und Dotter getrennt voneinander fein hacken. Das Eigelb bis zum Servieren aufbewahren. Spargel, Eiweiß zusammen mit Zitronenabrieb, Petersilie, Knoblauch, etwas Salz und eventuell Pfeffer in einem kleinen Mixer fein mixen.

In einem zweiten Schritt die Pinienkerne und klein gewürfelten Parmesan zugeben und nur noch mit einigen kurzen Stößen mixen. Ziel ist es, dass in dem Pesto noch ein bisschen „Biss“ steckt. Das Olivenöl geben wir nur bei um die Konsistenz nach Wunsch einzustellen.

Den weißen Spargel entweder braten oder ebenfalls im Wasserbad garen, alles zusammen anrichten. Das Eigelb über Spargel und Spargelpesto zerkrümeln.

Linksammlung zur Aktion #wirrettenwaszurettenist

  1. Dynamite CakesSüßes Minze-Pesto mit Kokos
  2. Obers trifft SahneSpargel mit Radieschen Pesto
  3. SakriköstlichPaprika-Chili-Pesto
  4. SweetPiePesto alla Genovese
  5. ProstmahlzeitRucola-Pesto
  6. 1x umrühren bitte aka kochtopfPesto mit Rüebligrün (Karottengrün)
  7. GiftigeblondeRadieschenblätter Pesto
  8. Katha-kocht!Tomate-Mozzarella mit Basilikumpesto
  9. Cuisine VioletteGrünes Spargelpesto mit Kräutern
  10. multikulinarischesMit Giersch-Pesto gefüllte Champignons und Polenta aus dem Backofen
  11. Brittas KochbuchZucchini-Minze-Pesto
  12. Unser MeatingKlassisches Pesto alla genovese (mal nicht zu Pasta)
  13. KüchenliebeleiSüßes Mandelpesto mit Rum
  14. kebo homingErdbeertartelettes mit süßem Minzpesto
  15. Meins! Mit Liebe selbstgemachtPesto Rosso
  16. Barbaras SpielwieseLiebstöckel-Pesto
  17. auchwasRosenblüten-Minz-Pesto
  18. LanisLeckerEckeMöhrenpesto
  19. Bonjour AlsaceGrandioses Spargelpesto
  20. FliederbaumPesto vom grünen Spargel zur Pasta

Spargel mit Spargelpesto

23 Antworten : “Spargel mit Spargelpesto”

  1. Michi Wegner sagt:

    Eine wirklich gute Idee, ich würde das Pesto jedoch nur sparsam dosieren, da ansonsten der Spargel-Eigengeschmack schnell überdeckt wird.

  2. Bei dir sieht man wirklich wie vielseitig das Thema ist. Dein Rezept gefällt mir besonders gut. Das Pesto ist mal eine tolle Alternative für Spargel. Bei uns gibt es Spargel meist nur mit Butter und Semmelbrösel.

  3. Jeanette sagt:

    Die Idee mit dem gekochten Ei finde ich großartig, das erinnert mich so ein bisschen an meine geliebte Frankfurter Grii Soß!
    Liebe Grüße aus Südhessen,
    Jeanette

  4. Jessas, bei dir geht es in den Kommentaren bald mehr um Grammatik als ums Essen, dabei ist dein Gericht wirklich sehr gelungen.
    Dass im Pesto ein wenig Biss sein muss, da sind wir uns einig!

  5. Spargel-Pesto klingt verlockend. Wie Alles mit Spargel. Ich fürchte aber, ich würde es nicht übers Herz bringen, den schönen grünen Spargel zu pestorisieren, obwohl das mit Sicherheit sehr gut schmeckt. So selten wie wir uns des Deutschen Lieblingsgemüse gönnen, verarbeiten und genießen wir Spargel am Liebsten optisch unversehrt.

  6. Nachdem ich dieses wunderbare Rezept vor zwei Jahren bei Robert Sprenger gefunden habe, der es auch von Bolli hat, wird diese Kombination alljährlich in der Spargelzeit wenigstens einmal nachgekocht. Sie schmeckt einfach grandios! Beim Pesto, als pastose, ungekochte Sauce definiert, könnte man sich ja wegen des Plurals mit Pestosauce(n) aus der Bredouille ziehen. Auch wenn’s wesentlich unschöner klingt 😉

  7. Kebo sagt:

    Lieber Peter,
    im deutschen Duden vielleicht, im italienischen Pendant ist die Mehrzahl von il Pesto – i Pesti. Aber Pestos oder Pesti, egal. Hauptsache nicht Peste, denn das ist die Pest 🙂 Ich hoffe, das war zufriedenstellend (habe es extra gerade für dich noch mal in einer aktuellen Ausgabe des italienischen Wizionario überprüft).
    Pesto vom grünen Spargel hört sich richtig gut an, hast du die Linienkerne angeröstet oder nicht? Ich bin ja immer ein Freund vom leichten anrösten, finde, das gibt noch etwas mehr Aroma, aber das ist Geschmacksache.
    Liebe Grüße,
    Kebo

  8. Barbara sagt:

    In Nürnberg scheinen die Supermärkte eine wirklich große Auswahl an Pestogläsern (hihi, hat jemand gemerkt, wie galant ich den Plural vermeide?!) anzubieten. Es wurde also wirklich Zeit, Pesto zu retten.

    Deine Version mit dem Ei im Pesto finde ich spannend, kann es mir aber gerade zu Spargeln gut vorstellen.

  9. Alexandra sagt:

    Spargel mit Spargelpesto hört sich sehr gut an. Das muss ich in der verbleibenden Spargelsaison unbedingt mal nachkochen.

  10. Das klingt nach einer sehr leckeren Spargelei. Wie besprochen: du kriegst ein Glas von uns, wenn wir eins von dir kriegen 😉

    Liebe Grüße, Tanja

  11. Britta sagt:

    Ich wäre ja nie auf die Idee gekommen, die „Königin des Gemüses“ zu einem Pesto zu zerhächseln, aber ich sagen, Dein Rezept klingt so, als müsse man es tatsächlich einmal wagen.
    Ganz herzlichen Dank für die außergewöhnliche Anregung!

  12. Marie-Louise sagt:

    Lieber Peter,

    auch ich habe als Plural von Pesto Pestos verwendet und hatte gehofft, damit richtig zu liegen. Aber die Italienerinnen der Gruppe sind wohl gegen uns. Als Germanist muss ich aber trotzdem noch anmerken, dass der Duden keinesfalls ein präskriptives Werk ist, sondern ein deskriptives. Das heißt, er sagt nicht, was richtig und was falsch ist, sondern nur, was die Menschen machen. Darüber streiten sich aber selbst die Germanisten! 😀 Auf jeden Fall sagt der Duden also, dass wir mit unserer Pestos-Meinung vollkommen im Trend sind.

    Dein Spargelpesto, um zum Thema zurückzukommen, gefällt mir sehr gut! Ich liebe aber auch einfach Spargel sehr!

    Liebe Grüße!

    • Danke, Marie-Louise,
      für die voll umfängliche Aufklärung.
      Allerdings weiß ich immer noch nicht, ob es in Italien so etwas wie den „Duden“ gibt?

      Mit leckerem Gruß, Peter

  13. Ach…und jetzt habe ich es fast vergessen: Der Duden hat nicht immer recht 😉 Es heisst PESTI….

  14. Spargel hoch zwei, sozusagen. Eine tolle Idee. Bisher hat man ja immer gedacht, Pesto geht nur aus Kräutern. Da ist aber jetzt eine große Vielfalt in den Fokus gekommen, so dass man (fast) alles zu sich selbst auch nochmals zerstampfen könnte 😉

  15. Anna C. sagt:

    Ganz nach meinem Geschmack, linguistische Recherche serviert mit Spargelspitzen….

  16. Es spargelt! Bei Dir ganz besonders, und ich schließe mich der Zorra an, es heißt Pesti, wegen dem italienischen Plural, soweit war ich beim Italienisch Kurs schon, bevor ich den aufgegeben habe.
    Aber ich glaube auch Pestos stimmt, in unserem Sprachgebrauch zumindest.

    Aber wie auch immer, dein PestO ist ein würdiger Begleiter zum Spargel!
    lg. Sina

  17. Jette sagt:

    Das ist hier dann wohl der Spargeloverkill. Spargel mit Spargel an Spargel *g* Du weißt wie man genießt 😉 Die Bildsammlung finde ich übrigens sehr beeindruckend, und ich weiß, dass das nur ein Bruchteil der angebotenen Pesti (nänänä!) ist…

    LG Jette

  18. Das mit dem Eiweiß gefällt mir richtig gut, macht es die Konsistenz noch etwas „runder“, finde ich.
    Früher habe ich oft zum Spargel Polonaise gemacht (mittlerweile gibt´s nur Butter mit Brösel), doch ich glaube, das nächste Mal gibt es Spargel mit Spargel 🙂
    Viele Grüße, Franzi

  19. zorra sagt:

    Im Italienischen wird o im Plurar zu i – also auf Italienisch heisst es Pesti. Endung -os wäre Spanisch. 😉

    Eine richtige Gruselsammlung daoben. 😉

  20. Ingrid sagt:

    Lieber Peter,
    köstlich dieser Post.Was für eine Recherche, ich wußte gar nicht das es so viel verschiedene Arten Pesto gibt. Aber ich glaube wir sind einer Meinung frisch und selbstgemacht ist das Beste und das hier mit den Spargeln ist mir bisher entgangen, das wird sich ändern Dank Deiner Rettung.
    Einen schönen Tag und liebe Grüße
    Ingrid

  21. Leider ist es in Katias Blog Bollis Kitchen ruhig geworden. Viele Rezepte habe ich schon von ihr nachgekocht, so stammt auch mein ursprüngliches Rezept für Spargelpesto von ihr. Deine Idee mit dem hartgekochten Ei greife ich gerne beim nächsten mal auf.
    Viele Grüsse (derzeit nicht aus dem Elsass, sondern aus dem Tessin)

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