Semmel- als Servietten-Knödel

Semmelknödel

Wer kennt das Problem nicht: durch irgendeinen kleinen Fehler wurde die selbst gemachte Semmelknödelmasse nicht ganz so perfekt wie man sich das vorgestellt hatte und die Knödel werden beim Kochen, vielleicht auch nur durch zu hohe Temperatur des Wassers, zu einer schlabbrigen, unansehnlichen Masse, die man kaum servieren kann, oder dem Gast in unguter Erinnerung bleiben.

Eine einfache Lösung gegen dieses Küchendesaster ist die hier vorgestellte Variante, die einen weiteren Knödel ins Spiel bringt, nämlich den Serviettenknödel.

Der echte Serviettenknödel wird aus Mehl- bzw. Hefeteig hergestellt, wird in ein Tuch eingerollt und damit in heißem Wasser gegart.

Eine ähnliche Vorgehensweise wird bei dieser Variante des Semmelknödels angewandt. Der Teig wird einfach zuerst in Frischhalte- und dann in Alufolie gerollt, die fest verschlossen und im heißen Wasser gegart wird. Der Rest wird im Rezept in Wort und Bild erklärt.

Wie macht man Semmelknödel?

Zutaten für 4 Personen:
* ca. 300 g alte Brötchen, Laugengebäck oder Weißbrot vom Vortag(!)
* 1 kleine Zwiebel
* 150-200 ml Milch
* 75 g durchwachsener Speck
* 2 EL Öl
* 2 Eier (eines davon trennen)
* 1 Bund Petersilie
* 1 EL getrockneter Majoran
* 1 EL sehr weiche Butter
* Salz
* Pfeffer
und genügend
* Frischhalte- und Alufolie.

Zubereitung Semmelknödel:
Das alte Gebäck (und der Begriff „alt“ ist wichtig in diesem Zusammenhang) mit der Brotschneidemaschine zunächst in Scheiben, dann in kleine Würfel (etwa 1 cm) schneiden, anschließend in eine Schüssel geben. Die Milch erhitzen und langsam über die Brotwürfel gießen, so dass die Flüssigkeit gut verteilt wird. Die Schüssel sofort mit einem Teller abdecken, damit die dampfende Milch das Brot zusätzlich aufweichen kann.

Die Zwiebel schälen und klein schneiden, den Speck klein würfeln, dann die Zwiebel in einer Pfanne mit etwas Öl anschwitzen bis sie glasig sind. Den Speck dazugeben und bei mittlerer Hitze einige Minuten mitbraten. Den Pfanneninhalt zum eingeweichten Brot geben. Mit Salz, Majoran und Pfeffer würzen.

Ein ganzes Ei und das Eigelb des zweiten Ei zu der Masse geben und alles, ruhig mit den Händen, kräftig durchkneten. Alles einige Minuten ziehen lassen. Die Petersilie hacken und einarbeiten. Sollten noch immer trockene Brotwürfel zu fühlen sein, am besten kleine Mengen Milch nachgießen.

Das Eiweiß steif schlagen und unter die Masse heben, was die Konsistenz der Semmelknödel etwas auflockert.

Tipp: Sollte die Masse bereits zu weich sein (sie sollte sich schön formen lassen), kann man sie durch die Zugabe von Semmelbröseln wieder auf die gewünschte Konsistenz bringen.

In einem sehr großen Topf Wasser zum kochen bringen. Zwei mindestens 30 Zentimeter lange Stücke Alufolie auslegen darauf noch eine Lage Frischhaltefolie. Darauf die Semmel-Masse geben und zu zwei gleich starken Rollen formen.

Zunächst die Frischaltefolie zu einer Art Bonbon zudrehen, aber Achtung, durch das Eiweiß geht die Masse ein bisschen auf, man sollte der Semmelknödelmasse also etwas Platz lassen.

Danach die Alufolie ebenfalls zudrehen, so dass kaein Wasser eindringen kann. Die Folienpakete in das siedende Wasser geben und für 25 Minuten knapp unterhalb des Siedepunkts garen.

Die Knödel können, ausgepackt und sofort in Scheiben geschnitten serviert werden, oder auch, am nächsten Tag, in einer Pfanne angebraten werden.

Verwenden Sie anstelle des Specks doch mal Oliven

Varianten: Dass Vegetraier den Speck weglassen können dürfte logisch sein, eine mediterrane Note kann man in die Knödel zaubern, wenn man Olivenöl verwendet und anstelle des Specks etwa 20 gehackte Oliven verwendet.

Im Prinzip geht es auch hier um den respektvollen Umgang mit Lebensmitteln. Denn heutzutage werden altes Brot und ebensolche Brötchen einfach in den Müll geworfen, früher sammelte man Altgebäck und machte daraus einfache Mahlzeiten für die ganze Familie. Zu diesem Thema möchte ich auch auf den Blogbeitrag von Bachmichels Haus, Brot zum wegschmeißen hinweisen, in dem auch das folgende, unaufgeregte Video eingebunden ist.


Semmelknödel
Da Alufolie nicht unbedingt gesund ist, sollte man die Semmelknödel-Masse lieber zuerst in eine gute Frischhaltefolie wickeln

Semmelknödel
So sieht die Rolle mit der Masse für unsere Semmelknödel aus. Formen Sie sie nach der Größe Ihres Topfes.

8 Antworten : “Semmel- als Servietten-Knödel”

  1. Diana sagt:

    Es heißt Serviettenknödel, weil man eine Stoffserviette, ein Strudeltuch, ein Küchentuch, also kochfestes Baumwolltuch verwendet. Bitte weder Plastik noch Alufolie nehmen, der Umwelt und der Gesundheit zuliebe. Das Tuch gut einfetten, die Knödelmasse darauf, einrollen, die Enden zusammenbinden und kochen. Ein weiterer Vorteil: Die Rolle kann, sollte sie doch etwas zu lang für den Topf geworden sein, etwas gebogen werden, ohne dass gleich etwas reisst. Das Tuch nicht mit stark parfümiertem Waschmittel waschen, mehrere Male klar spülen ohne Weichspüler!

  2. Ulla sagt:

    … auch ich liebe Serviettenknödel. Habe noch etwas gehackten Spinat drunter gemacht. Auch sehr lecker. Dazu Schweinebraten oder Schäufele.
    LG von Ulla

  3. Mandy sagt:

    Man kann auch anstatt der Folien ein Mulltontuch oder Kuchentuch nehmen das an den enden zu gebunden wird. Und wer es noch etwas lockerer mag kann Backpulver mit rein tun.

  4. Heike sagt:

    😉

    Gelingsicher, gell?
    Seit ich einmal Semmelknödelsuppe statt Semmelknödel hatte (warum auch immer…), gar ich alle Knödel in Folie.
    Weiterer Vorteil: Superschöne Scheiben zum späteren Braten.

    LG
    Heike

  5. Moritz sagt:

    Das mit den Oliven gefällt mir auch!

  6. Peter sagt:

    Die Idee mit den Oliven ist gut.

  7. Katrin sagt:

    Ich mag Serviettenknödel viel lieber, als „normale“ Knödel. Wir haben sie auch letztens in unserer Mittelalter-Küche gekocht, ging super!

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