WM 2014 – Chile – Empanadas

Empanadas aus Chile

Es ist wirklich enorm, was man über Chile alles nicht wissen kann. Das beginnt schon beim Namen des Landes. So hat die Bezeichnung Chile absolut nichts mit scharfen Chilis zu tun. Das Wort leitet sich mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Sprache der Aymara her. Und dort steht „chilli“ für „Land, wo die Welt zu Ende ist“. Ich finde das passt. Schließlich erstreckt sich der schmale Staat über 4275 Kilometer in Nord-Süd-Richtung entlang der Pazifikküste und will man weiter in Richtung Westen, dann kommt sehr, sehr lange nichts mehr.

Wer in Chile an Süden denkt, sollte allerdings nicht die Badehose, sondern lieber wärmende Regenklamotten griffbereit haben. An der Spitze des Landes, bei Kap Hoorn, liegt die Wassertemperatur des Meeres ganzjährig zwischen fünf und acht Grad Celsius. Tagsüber wird es kaum wärmer als 12–13 Grad. Dafür regnet es an etwa 280 Tagen im Jahr.

Apropos 13: wir alle kennen Ungereimtheiten die mit dieser Unglückszahl zusammenhängen. In Hotels und anderen Gebäuden fehlt manchmal der 13. Stock. In Flugzeugen wird gerne die 13. Sitzreihe ausgelassen. Chile dagegen hat 15 Regionen, die mit römischen Zahlen durchnummeriert sind. Nur die Nummer 13 gibt es auch hier nicht. Dafür wird die Region um die Hauptstadt kurzerhand mit RM (Región Metropolitana) abgekürzt. So viel zum Thema unnützes Wissen.

Mit diesem Wissen beeindrucken Sie sogar Fußballfans

Ein höchst interessantes Forschungsgebiet stellt die chilenische Fußball-Nationalmannschaft dar. Mit allem was damit zusammenhängt! Wer weiß schon, dass Chile bei der WM im eigenen Land (1962) immerhin Dritter wurde? Dass die Österreicher zu dem Turnier in Chile damals wegen der hohen Reisekosten nicht antraten?

Oder dass es zur WM-Qualifiktion 1974 dicke Schlagzeilen gab, da die Mannschaft der Sowjetunion nicht im Estadio Nacional in Santiago antreten wollte, in dem nach dem Pinochet-Putsch mehrere Tausend Oppositionelle festgehalten, gefoltert und ermordet wurden?

Die abstruseste Geschichte, die sich um das chilenische Team rankt, ist allerdings mit einem Vorfall verbunden, der sich 1989 im Maracanã Stadion von Rio de Janeiro begab. Während des WM-Qualifikationsspieles gegen Gastgeber Brasilien benötigte Chile dringend einen Sieg, lag aber in der 67. Minute mit 0:1 zurück.

Nachdem ein Feuerwerkskörper in der Nähe des chilenischen Torwartes Roberto Rojas landete, markierte dieser umgehend eine Verletzung und wurde mit einer Trage vom Platz gebracht. Der Rest der chilenischen Mannschaft verweigerte die Fortsetzung des Spiels.

Eine Fernsehaufzeichnung bewies jedoch, dass zwischen dem Feuerwerkskörper und dem Torwart keinerlei Kontakt stattfand. Das Spiel wurde deshalb mit 2:0 für Brasilien gewertet, die Qualifikation hatte sich erledigt. Für das darauf folgende Turnier 1994 in den USA wurde Chile von der FIFA gleich mit gesperrt.

Was gibt es zu essen?

Was jedem von uns wieder einfällt, zumindest wenn wir daran erinnert werden, sind chilenische Produkte aus der Landwirtschaft. So füllen seit etlichen Jahren Weintrauben und grüner Spargel unsere Supermarktregale in Zeiten, in denen es jahreszeitbedingt keine einheimischen oder zumindest europäische Alternativen gibt. Keine Ahnung hatte ich allerdings davon, dass Chile der weltgrößte Kupfer-Exporteur und nach Norwegen der zweitgrößte Lachsproduzent der Erde ist!
Trotzdem gibt es heute keinen Fisch. Ein sehr beliebtes Gericht in Chile, aber auch in anderen südamerikanischen Ländern, sind die hier vorgestellten Empanadas. Wer am Freitag kein Fleisch in den gebackenen Teigtaschen haben möchte, für den gibt es eine zweite, feine Spinatfüllung.

chilenische Empanadas

Chilenische Empanadas – Rezept für 4 Personen

Für den Teig:
* 500 g Mehl
* 100 g Schweineschmalz
* 1 TL Salz
* 1 Tütchen Backpulver
* 100 ml Weißwein
* 50 ml Wasser
* 1 Eigelb

Mehl und das Schweinefett mit der Küchenmaschine zusammenkneten, Eigelb einarbeiten. Das Backpulver in Wein und Wasser auflösen. Zum Teig geben, kräftig salzen und mehrere Minuten lang kneten bis er geschmeidig aber fest ist. Danach eine halbe Stunde ruhen lassen.

Für die Füllungen der chilenischen Empanadas:
* 200 g Rinderhack
* 2 Zwiebeln
* 2 Knoblauchzehen
* 1 EL Olivenöl
* 2 hartgekochte Eier
* 1 Eigelb
* 50 g Rosinen
* 2 TL Kreuzkümmel
* Salz + Pfeffer
* 1 Prise Chilli
* 250 g TK-Blattspinat
* Muskatnuss frisch gerieben.

Die fein gehackten Zwiebeln in Olivenöl glasig braten, Knoblauch zugeben, dann die Masse halbieren. In der ersten Hälfte das Hackfleisch anbraten, mit Salz, Kreuzkümmel und Chilli würzen, die Hälfte der Rosinen zugeben. Fleischfüllung so lange garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Den Topf vom Herd ziehen und Mischung auskühlen lassen. Die beiden Eier hart kochen.

Für die Spinatfüllung die Knoblauch-Zwiebel-Mischung hernehmen, den Blattspinat darin garen, mit Muskat, Pfeffer, Salz und Chili würzen, die restlichen Rosinen zugeben, ebenfalls garen, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Abkühlen lassen.
Hartgekochte Eier schälen und in kleinen Würfeln unter die beiden Mischungen geben.

Den Teig ausrollen (1-2 mm dick), und mit einem runden Gefäß Kreise von circa 12 cm ø ausstechen. Fleisch- und Spinatfüllung je nach gewünschter Anzahl in die Teigkreise setzen und den Teig zu Halbkreisen zuklappen. Den Rand mit einer Gabel eindrücken, so dass ein Sägezahnmuster entsteht. Teigoberfläche mit dem restlichen Eigelb bestreichen und die Empanadas im vorgeheizten Backofen bei 150° (Umluft) etwa eine halbe Stunde goldbraun backen.
Fertig gebackene Empanadas kalt oder warm mit Salat und diversen Soßen reichen. Zum Beispiel eine schnell angerührte aus gehacktem Basilikum, Frühlingszwiebeln und Petersilie. Vermischt mit reichlich Olivenöl, etwa Chilli, Salz und Pfeffer.

chilenische Empanadas
Teigkreise für chilenische Empanadas

chilenische Empanadas
Zwei Füllungen für chilenische Empanadas

chilenische Empanadas


Hier wird die WM 2014 kulinarisch begleitet. Die Rezeptsammlung für die WM in Brasilien:


2 Antworten : “WM 2014 – Chile – Empanadas”

  1. Ginger sagt:

    Lieber Peter,
    in Sachen Fußballgeschichte hast Du die schmächlichste Sache leider ausgelassen, nämlich den ‚Nichtangriffspakt von Gijon‘: 1982 bei der WM in Spanien schubsten sich Deutschland und Österreich nämlich 90 Minuten lang den Ball gegenseitig zu, da beide bei einem Unentschieden weiter ins Achtelfinale kommen würden. Chile schied deswegen aus dem Wettbewerb aus, und das haben sie uns so recht nie vergessen…
    Deine Empanadas sehen dafür sehr lecker aus, vor allem mit dem Spinat!

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