WM 2014 – Brasilien – Kalbsleber auf brasilianische Art

WM-Kochen-2014 Kalbsleber auf brasilianische Art

Wenn am Donnerstag, den 12. Juni 2014 um 22 Uhr Mitteleuropäischer Zeit das erste Spiel der Fußball-WM angepfiffen wird, sehen wir die Mannschaft des Gastgeberlandes Brasilien gegen Kroatien kicken. – Oder auch nicht. – Wem das Interesse an diesem größten internationalen Sportturnier der Welt komplett fehlt, kann die Gelegenheit aber trotzdem dazu nutzen, sich mit den teilnehmenden Ländern zu beschäftigen.

Immer interessant ist es, sich mit der Geschichte der einzelnen Länder zu befassen. Ein weiterer Weg wäre selbstverständlich die Musik oder auch die Literatur.

Wenn aber ihr(e) Mitbewohner, den kürzlich neu angeschafften, extragroßen Flachbildschirm in den nächsten Wochen pausenlos (und bis tief in die Nacht) Fußballübertragungen von der Wand plärren lassen, wird das mit der koreanischen Musik vermutlich nichts. Oder mit den chilenischen Büchern.

Meine Empfehlung lautet deshalb: kochen Sie sich einfach durch die Teilnehmerländer! Das kann durchaus spannend sein. Spaß macht es sowieso und gegessen werden muss ohnehin jeden Tag. Laden Sie sich Freunde ein und probieren Sie gemeinsam neue Rezepte aus.

In den nächsten Wochen finden Sie auf diesen Seiten ein paar Tipps, Rezepte und auch Informationen die sich um kulinarische Bräuche in fernen Ländern drehen. Dabei wird versucht das Augenmerk auf die etwas exotischeren Länder zu legen. Was in Europa gegessen wird, wissen wir von so mancher Urlaubsreise ohnehin.

Gibt es in Brasilien wirklich ein Nationalgericht?

Deswegen gebührt die Ehre der ersten Nation, aus der etwas gekocht wird, dem Gastgeberland Brasilien, dem bevölkerungs- und auch flächenmäßig fünftgrößten Staat der Erde und mit etwa 196 Millionen Einwohnern.

Nun wäre es naheliegend, „das“ brasilianische Nationalgericht „Feijoada“ auf den Speiseplan zu setzen. Das Internet ist zwar voll davon, trotzdem glaube ich nicht, dass es in Brasilien so etwas wie „ein“ Nationalgericht gibt. Schließlich erstreckt sich das fünftgrößte Land der Erde über vier Klimazonen. Das alleine spricht schon gegen ein Nationalgericht, dessen Wurzeln ohnehin in Portugal zu finden sind.

Darüber hinaus glaube ich nicht, dass Sie (die LeserInnen) es wirklich mögen würden. Mutige benötigen Zutaten, die nicht an jeder fränkischen Ecke warten. Schwarze Bohnen. Na gut, kann man organisieren. Aber Trockenfleisch und Maniokmehl? Bekommt man das in Zerzabelshof?

Eine „Feijoada completa“ wird nämlich aus Zwiebeln und Knoblauch, aus den oben bereits genannten Zutaten plus Räucherwürstchen, Schweinezunge, -ohren und -füßen, Lorbeer, Nelken und Pfeffer gekocht. Dazu wird noch Reis und die obligatorischen Orangenscheiben serviert. Eine pikante Pfeffersauce, die Molho da pimenta gibt es oben drauf.

Mein eigener Rezeptvorschlag zum Brasilienspiel ist dagegen recht leicht, passt gut zu heißen Sommertagen und ist mit geringem Aufwand herzustellen. Ein kleines bisschen Ähnlichkeit hat das Rezept mit der überaus beliebten saueren Leber, die zu den Gerichten mit den meisten Zugriffen in diesem Blog gehört.

Kalbsleber auf brasilianische Art

Zutaten und Rezept für 4 Personen:
* 750 g Kalbsleber
* 2 Knoblauchzehen
* 2 Zwiebeln
* ½ Lorbeerblatt
* 1 Glas Weißwein
* ½ TL Oregano
* Salz, Pfeffer
* Saft und etwas Abrieb einer ½ Zitrone
* 6 EL Butter
* 1 TL Öl
* 2 reife Bananen
* 2 EL Rum

Die Kalbsleber vom Metzger Ihres Vertrauens in feine Scheiben schneiden lassen. Zunächst eine Marinade aus Knoblauch, Zwiebelscheiben, Weißwein, Lorbeerblatt, Gewürzen und dem Saft und etwas Abreib einer halben Zitrone herstellen. Die Leberscheiben darin für 15 Minuten einlegen und öfter wenden.

In einer hochwandigen, großen Pfanne die Butter erhitzen, ein paar Tropfen neutrales Öl zugeben und darin die abgetropften Leberscheiben beidseitig bei mittlerer Hitze so braten, dass sie gerade durch ist. Die Leber warm stellen.

Die übrig gebliebene Marinade in die Pfanne zum Bratfett gießen und etwas einköcheln, bis die Zwiebeln gar sind, und die Masse beginnt etwas einzudicken. In der Zwischenzeit die beiden Bananen zu Mus zerdrücken und mit dem Rum mischen. Kräftig mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen.
Auf jede Leberscheibe beim Anrichten einen Löffel Bananenmus setzen und mit der heißen Soße servieren. Dazu passt Baguette und Rotwein. Fertig ist die Kalbsleber auf brasilianische Art.


Hier wird die WM 2014 kulinarisch begleitet. Die Rezeptsammlung für die WM in Brasilien:


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Dieser Beitrag nimmt zusätzlich am Blog-Event von Thomas teil, bei dem sich alles um Innereien dreht, deren Verzehr inzwischen häufig verpönt wird.

Blogevent Innereien


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