Restaurant Zellreder in Zeulenroda

Bio-Seehotel Zeulenroda

Warum es uns in das Bio-Seehotel Zeulenroda im Vogtland verschlagen hat? Das lag an der Idee, man könnte doch vor dem eigentlichen Urlaub noch ein kleines Stück Deutschland kennenlernen, das wir bisher noch nicht besucht haben. Daraus wurde dann ein Ausflug ins Vogtland. Von unserer Haustür gute 190 Kilometer entfernt und in zwei Stunden zu erreichen. Das Hotel liegt direkt an der Talsperre Zeulenroda, die in den Jahren 1968 bis 1975 angelegt wurde. Das angestaute Wasser bezeichnen die Ansässigen generös und umgangssprachlich als Zeulenrodaer Meer.

Schon der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund der DDR betrieb am Seeufer ein gigantisches FDGB-Ferienheim, das im Jahr 1997 seine Tore schloss. Bis 1999 sanierte man das Gebäude komplett und baute es vollständig um. Der überdimensionierte Bau – im Verhältnis zur Größe des Sees – beherbergt heute das Hotel mit Tagungszentrum. Selbstverständlich setzt man hier auf Aktivität und Gesundheit, auf Familien und einen Bereich Beauty & Wellness.

Das Hotel scheint sich großer Beliebtheit zu erfreuen und war offensichtlich sehr gut belegt, vielleicht aber auch nur deshalb, weil Hauptsaison herrscht.

In Zeulenroda-Triebes angekommen, wussten wir bei der Erkundung der Gegend im größeren Radius kaum wo wir uns jeweils befanden. Thüringen und Sachsen geben sich dort eng umschlungen, die Grenzführung passt sich an das Gelände an. Was uns sofort auffiel, war der ausgezeichnete Zustand, in dem sich die Straßen dort befinden. Davon könnte sich so manche bayerische Buckelpiste eine Scheibe abschneiden.

Stoppelfeld bei Zeulenroda

Talsperre Zeulenroda

Selbstverständlich hatte ich vor der Kurzreise versucht mich schlau zu machen, ob es in der Gegend nennenswerte gastronomische Einrichtungen gibt. Mit Gegend meine ich einen Radius von etwa 25-30 Kilometer. Plauen, Greiz und Schleiz waren Kandidaten, aber überzeugende Bewertungen konnte ich nirgends finden.

Über das hoteleigene Panorama-Restaurant in der sechsten Etage unseres Hotels konnte ich seltsamerweise nichts gutes in Erfahrung bringen, die Speisekarte im Aufzug versprach nur hohe Preise, darüber hinaus aber nichts, was uns wirklich motiviert hätte.

Dass das Restaurant zum Teil von einer Hochzeits-Gesellschaft okkupiert war, erleichterte uns die Entscheidung, das Haus am Abend nochmals zu verlassen und Zeulenroda, die Kleinstadt im Osten des Freistaats Thüringens zu besuchen.

Rathaus in Zeulenroda
Das sehenswerte Rathaus von Zeulenroda im klassizistischen Stil. Auf dem Turm sieht man eine Themis-Statue (griech. Göttin der Gerechtigkeit).

Wir haben unsere Rechnung selbst bezahlt!

Wie in etlichen anderen Ortschaften der Gegend gibt es auch hier, jetzt 25 Jahre nach dem Mauerfall, so manches verlassene Haus mit eingeschlagenen Fenstern, die scheinbar niemand gehören und deren Verfall voranschreitet. Mit der Gastronomie selbst sah es ganz düster aus. Der Ratskeller, von dem man sich erfahrungsgemäß zumindest gutbürgerliches gutes erhoffen könnte, vermeldete auf der Speisekarte nur Pfannengerichte und verschiedene Toasts und Kleingerichte.

Italiener, teuer und geschlossen, zwei weitere Lokale/Wirtshäuser geschlossen, zwei asiatische Lokale: gähnend leer. Der einzige Hoffnungsschimmer am Platz vor dem Rathaus: das „Restaurant Zellreder„. Übrigens sind „Zellreder“ die Leute, die in und um Zeulenroda leben in der Sprache der Einheimischen.

Klein aber fein. Das Restaurant Zellreder

Das Lokal selbst ist recht klein, aber sehr liebevoll eingerichtet. Am Nachmittag wird aus dem Restaurant ein Cafè in dem es hausgebackene Kuchen gibt. Für den Mittagstisch ist Petra Steinert, die Restaurantleiterin zuständig, am Abend kochte für uns und die anderen Gäste Andrea Quaas, eine talentierte junge Dame.

Auf der Karte befanden sich nicht mehr als fünf oder sechs Gerichte, die wöchentlich wechseln. Eine Auswahl, die der Küchen- und Restaurant-Größe vollkommen angemessen ist. Immer wieder sonntags gibt es hausgemachte Thüringer Klöße!

Wir bekamen einen Gruß aus der Küche, der aus dem obligatorischen Baguette mit etwas Frischkäse und gut gewürzten Fetawürfelchen bestand. Das anschließende Bruschetta war wunderbar, was auch der perfekten Tomatenzeit geschuldet ist.

Als Hauptgerichte gab es in Speck gewickelte Hühnchenbrust auf Blattsalaten, absolut perfekt und saftig auf den Punkt gebraten zu 10,50 Euro. Schwer angelacht haben mich auf der Karte die hausgemachten Gnocchi mit Knoblauch-Garnelen zu 13,50 Euro. Entschieden habe ich mich aber dann doch für das Lammcarré auf Kräutercouscous mit mediterranem Gemüse. Ein einziger Traum! Ebenfalls auf den Punkt gebraten, der Couscous wunderbar gewürzt und das Gemüse, das im Glas serviert wurde rundete das Gericht sehr gut ab. – Ein Lob an die Köchin!

Suchen Sie also nicht lange herum, bei einem Besuch in der Gegend, sondern gehen Sie direkt ins „Zellreder“. Gehen Sie direkt dorthin und lassen Sie es sich schmecken.

Lammcarré auf Kräutercouscous
Lammcarré auf Kräutercouscous im Restaurant Zellreder

im Restaurant Zellreder
Im Restaurant Zellreder

im Restaurant Zellreder

im Restaurant Zellreder
Es war ein schöner Aufenthalt im Restaurant Zellreder

im Restaurant Zellreder

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