Grass Fed Wagyu aus Neuseeland. Gar nicht mal so gut!

An dieser Stelle wird in letzter Zeit verstärkt über Fleisch gesprochen. Obwohl mir persönlich einmal in der Woche Fleisch durchaus genügen würde. Die beste Ehefrau von allen sieht das ganz anders und hatte kürzlich erst Geburtstag. Eines ihrer hübsch verpackten Geschenke enthielt 496 Gramm „Grass Fed“ Wagy? Entrecôte-Steaks.

In zwei Teile geschnitten. Steaks für einen besonderen Anlass also. Immerhin wird das Entrecôte dieser Tiere im Internet für einen Kilopreis von 120 bis 189 Euro angeboten.

Wagyu-Bulle. – Foto: © Wikipedia (Cgoodwin)

„Wagyu-Rinder“ sind die amerikanischen, australischen und europäischen Nachzüchtungen des weltberühmten japanischen Kobe-Rinds. Unseres stammte in erster Linie aus Neuseeland und in zweiter Linie aus der Frischfleisch-Abteilung bei Metro. Wagyufleisch ist wegen seiner Saftigkeit, der besonderen Zartheit und nicht zuletzt der kräftigen Farbe weltberühmt.

Und optisch sehr hübsch (siehe Foto unten). Zwar war der Marmorierungsgrad auf der Verpackung nicht angegeben, denn, soviel hatten wir schon gelernt, dieser Marmorierungsgrad kann von 5 bis 12 reichen. Es gibt die Klassifizierungen M 5-7, M 7-9, M 9 und M 12. Je höher die Klasse, desto feiner ist die von Fett durchsetzte Maserung des Fleisches.

Der deutsche Wagyu Verband liefert interessante Infos über die Tiere: „Wagyu heißt übersetzt „japanisches Rind“ und steht für eine besondere Rinderasse japanischen Ursprungs. Besser bekannt ist die Rasse unter dem Namen „Kobe-Rinder“, wobei diese Rinder nur örtlich begrenzt, wie der Name schon sagt, aus der japanischen Region Kobe kommen, aber ebenfalls zur Rasse Wagyu gehören.

Der Name Koberind oder auch Kobefleisch unterliegt einem Gebietsschutz, der sich auf die Region Kobe, in der japanischen Präfektur Hyogo, bezieht.

Nur Wagyurinder, die in dieser Region Kobe geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet wurden dürfen den berühmten Namen „Kobe“ tragen. Vergleichbar ist dies mit dem „Champagner“.
Wagyu Rinder sind meist schwarz, wobei es auch rot Tiere gibt. Es ist ein mittelrahmiges Rind, mit einem Gewicht je nach Geschlecht von 600kg bis zu 1000kg. Das besondere dieser Rinder ist das Fleisch, welches zu den teuersten und exclusivsten Nahrungsmitteln der Welt gezählt.

Nach wie vor ist der Export von Fleisch aus Japan, geschweige denn von lebenden Rindern oder deren Samen streng verboten.

Die heutige Population außerhalb Japans entstand aus Tieren die zu wissenschaftlichen Zwecken Mitte der 90er Jahre nach USA exportiert wurden. In Australien, den USA und Kanada gibt es mittlerweile die größten Wagyuherden. In Deutschland kamen 2006 die ersten Wagyutiere zur Welt.

Das Fleisch aus unserer Packung roch wie jedes Rindfleisch. Es fühlte sich sehr zart an und war auch fertig gebraten sehr sehr zart. Es war definitiv reif aber nicht überreif. Der erreichte Gargrad war für uns perfekt, also genau der gewünschte. Der Geschmack war leicht säuerlich, buttrig etwas nussig. Wer schon mal Bison gegessen hat – ich würde sagen in diese Richtung ging der Geschmack. Nur viel stärker, vielleicht kann man ihn auch mit Wild vergleichen. Auf jeden Fall eine Geschmacksrichtung die der Beschenkten Ehefrau in keiner Weise entsprach. So gesehen also ein einziger Reinfall. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur Banausen. – Ab sofort freuen wir uns wieder auf den nächsten Einkauf in der Metzgerei unseres Vertrauens, in der wir feines Rindfleisch aus der fränkischen Region bekommen.

 

 

 

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