Reh-Hamburger, Burger mit Reh oder doch Rehburger?

Burger mit Reh, Reh-Burger oder doch Rehburger

Eine wirklich köstliche Sache sind stets Burger aus feinem Rindfleisch. Egal ob man die nun mit dem Gasgrill oder einem Kohlegrill gegart (und hoffentlich nicht verbrannt) hat. Nur, wer sagt eigentlich, dass man anstelle des Rindfleisches nicht auch mal andere Fleischsorten verwenden kann? Zum Beispiel Wild. Gerade beim parieren einer Rehkeule oder eines Rehrückens fallen viele kleine Fleischabschnitte an, die zu klein sind um in einem Rehragout oder anderen Gerichten Verwendung zu finden. Und damit meine ich nicht die vielen Sehnen und Bindegewebe-Häutchen, die so ein muskulöses Reh in der Keule hat.

In diesem Zusammenhang fällt mir gerade einer meiner Lieblingskalauer ein, den ich sogar sehr lange Zeit als Signatur an meinen E-Mails verschickt habe:
„Das Reh springt hoch, das Reh springt weit. Das macht ja nichts, es hat ja Zeit!“
So viel zu dem Thema muskulöse Rehkeule 😉

Reh auf dem Grill – Rehburger

Mit ein bisschen Planung wird es jedenfalls sehr leicht gelingen, von einem Stück Rehfleisch, seien es nun Reste vom parieren des Rückens, der Keule oder gar das bisschen Fleisch auf den Rippen, circa 400 Gramm Fleisch auf die Seite zu bringen und daraus später feines Hackfleisch für unseren Rehburger herzustellen. Die Österreicher nennen das ja faschieren (etwas durch den Fleischwolf drehen).

Wobei man bei so einer kleinen Menge Fleisch nicht unbedingt den Fleischwolf bemühen muss, in dem auch noch viel von der geringen Fleischmenge zurückbleiben würde. Man kann das Fleisch für die Rehburger selber mit einem sehr scharfen Messer auf einem guten Holzbrett (das macht man erst kurz vor der Verwendung des Fleisches) selber durchhacken.

Wichtig ist, dass man das verwendete Holzbrett danach gründlich scheuert um die kleinen Fleischreste aus dem Holz zu bekommen.
Ein längst vergessenes Wort übrigens. Diese „Scheuern“. Wer scheuert heute noch etwas? In einer Zeit, in der alle Oberflächen so glatt sind, dass ein neuer Lappen aus Microfaser genügt um alles sauber zu bekommen?

Doch nun gehts endlich los.

Burger mit Reh, Reh-Burger oder doch Rehburger

Zubereitung eines Rehburgers

Zutaten:
* 400 g Hackfleisch vom Reh
* 50-75 g durchwachsenen Speck (10 bis maximal 15% der Rehfleischmenge)
* 1 kleine Zwiebel
* 2 EL Kapern
* 1 kleine Zehe Knoblauch
* 2 Scheiben Toastbrot oder ½ Brötchen
* etwas Milch
* 4 Wacholderbeeren (Körner sehr fein zerstoßen)
* 2 TL fein gemahlener Rosmarin
* ½ TL Piment (ebenfalls die Körner fein zerstoßen)
* 2 EL scharfes Ketchup oder Chilisoße
* 1 TL scharfer Senf
* Salz
* Pfeffer aus der Mühle.

Als Belag empfehle ich auf jeden Fall (neben Tomaten/Salat/Gurke)
* Wildpreiselbeeren (a.d.Glas)
* 10 EL Miracel Whip oder selbst gemachte Mayonnaise
* 5 EL Meerrettich

Die Zubereitung der Rehburger: Zunächst die Zwiebel pellen und klein würfeln, Speck ebenfalls klein würfeln. Beides in ein paar Tropfen Öl in der Pfanne bei mittlerer Hitze kurz glasig braten. Das Toastbrot oder das halbe Brötchen ebenfalls klein schneiden und mit etwas Milch übergießen. Ziehen lassen.

Das Rehfleisch und den Knoblauch mit einem scharfen Messer sehr fein hacken und in eine Schüssel geben. Die glasigen Zwiebeln mit dem angebratenen Speck und den 2 EL Ketchup, Senf, den sehr fein zerstoßenen Wacholderbeeren, Salz, Pfeffer, (gemahlener) Rosmarin und Piment mit dem Hack verkneten.

Zum Schluss das eingeweichte Brot unter die Fleischmasse heben (was nur dafür sorgt, dass die Burger etwas lockerer werden). Die Hackmasse in 4 Portionen teilen, formen und kühl stellen. Den Grill vorbereiten.

Das Miracel Whip (oder die Mayonnaise) mit dem Meerrettich gut vermischen. Selbstverständlich braucht man noch 4 Brötchen (oder Buns, also Softbrötchen) und einen vernünftigen Grill dazu. Die Buns schmecken am besten, wenn man sie selbst zubereitet. Wie das geht habe ich hier aufgeschrieben.

Beim Grillen von Burgern sind sogenannte „Burgerhalter“ (siehe Fotos) sehr hilfreich, die es im gut sortierten Fachhandel zu kaufen gibt. Eine Anschaffung, die sich lohnt. Man kann damit meist vier Burger gleichzeitig auf den Grill legen und diese auch sehr einfach wenden.

Ich gehe davon aus, dass ich Ihnen nicht erklären muss, dass man für die fertig gegrillten Burger aufgeschnittene Brötchen braucht, auf deren eine Hälfte man die Meerrettichmajo streicht und auf der anderen Seite die Preiselbeeren verkleckst….? Guten Appetit!

Ganz zum Schluss noch ein Geständnis: auf dem Bild ganz oben auf dieser Seite steckt der Rehburger in einem dafür ungeeigneten Brötchen. Nicht in einem selbst gemachten. Brötchen mit knuspriger Kruste sind generell ungeeignet für Burger im Allgemeinen.

Burger mit Reh, Reh-Burger oder doch Rehburger
Burger mit Rehfleisch, also ein Reh-Burger oder doch Rehburger

4 Antworten : “Reh-Hamburger, Burger mit Reh oder doch Rehburger?”

  1. Grillchef sagt:

    Na das sieht aber lecker aus Herr Spandl. Ein Burger aus Wildfleisch ist mal eine tolle Idee, die ich bei Gelegenheit auch mal probieren werde. Natürlich von einem Gasgrill 🙂

  2. BioCatering Fan Berlin sagt:

    Das sieht fantastisch aus….wie soll ich meiner Familie erklären warum das Fleisch so anders schmeckt, ohne die Vorstellung eines süßen Bambis hervorzurufen 😉
    Wird auf jeden Fall probiert.

  3. ninive sagt:

    Sehr schön! Ich kriege immer wieder ganze Rehe, und drehe meist den Hals und das Fleisch von den Rippen durch den Wolf, da gibt es dann Reh-Bolognese und Reh- Fleischküchle. Wie deine mit etwas Speck drin und scharf-zimtig gewürzt. Also, die gefallen mir gut….

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