Geschmorte Ofenzwiebeln. Richtig hübsch!

Geschmorte Ofenzwiebeln. Richtig hübsch!

Bevor wir heute fertig geschmorte Ofenzwiebel auf dem Teller sehen, muss ich noch schnell eine Lanze für die Zwiebel im Allgemeinen brechen. – Dabei lobt doch jeder pausenlos das Salz in der Suppe. – Aber was wäre die gesamte Lebensmittelbranche nur ohne die Zwiebel?

Die verschiedenen Lauchgewächse – von der Frühlingszwiebel bis zum Porree – werde ich bei meinen Überlegungen sogar bewusst links liegen lassen. Auch die kleinen Perlzwiebeln im Glas, der Schnittlauch oder die riesige Gemüsezwiebel bekommen keinen Platz in diesem Beitrag.

Die Rede ist hier nur von der ganz gemeinen Zwiebel, auch Speisezwiebel oder Küchenzwiebel genannt. Um den Einsatz der Zwiebel zu Heilzwecken darf sich übrigens gerne jemand anders kümmern.

Wir mögen sie roh, nur in dünne Scheiben geschnitten, auf diversen Fischbrötchen. Tatar gibt es nur selten aber in Franken sehr beliebt sind kleine rohe Zwiebewürfelchen auf Brotscheiben mit frischem Bratwurstgehäck. Daran hat auch das aussterben des Mettigels nichts geändert.

Die Geschmorte Ofenzwiebel kommt noch…

Jedoch: obwohl sie omnipräsent in unseren Gerichten ist, verlieren wir sie schnell aus den Augen. Erst mal verarbeitet, verschwindet die Zwiebel in Dips und Salaten, Soßen und Pasteten. Oft wird sie geröstet, ist aber zum Beispiel im Hot Dog trotzdem nur ein kleiner Nebendarsteller.

In unserem Haushalt ist die Zwiebel Grundzutat in (fast) jeder Soße und mir fallen kaum Gerichte ein, in denen Zwiebeln in der Zutatenliste fehlen. – Ein Schelm ist, wer jetzt den Apfelstrudel vorschlägt…!

Meersalz aus der Bretagne
Was Meersalz aus der Bretagne mit geschmorten Ofenzwiebeln zu tun hat, erfahren Sie im Rezept unten.

Salzfelder im bretonischen Guérande
Im bretonischen Guérande gewinnt man ein bisschen Fleur de Sel und natürlich normales Meersalz. Direkt vom Salzbauern auf unseren Tisch! Bretonisches Gold.

Andererseits gibt es kaum Gerichte, in denen die Zwiebel so richtig zum Hautdarsteller wird.

Gut, Ihren leisen Zwischenruf „Zwiebelsuppe“ lasse ich gelten – meine Zwiebelsuppe wäre mir aber soeben noch selber eingefallen, ebenso wie der Partykracher, eine knusprige Zwiebelblume.

Großen Eindruck hat meine Zwiebelmarmelade auf einem Burger hinterlassen und zum Glück kennen wir aus Italien eine wunderbare Frittata mit geschmorten Zwiebeln. Aber dann wäre normalerweise schnell Schluss.

In meiner Kindheit gab es relativ häufig gefüllte Zwiebeln, ähnlich den gefüllten Paprikaschoten. Aber in meiner ganzen Laufzeit als Hobbykoch habe ich diese nur ein einziges Mal zubereitet. Unter dem Strich hat das Ergebnis dieser Mahlzeit nicht so richtig begeistert, so dass das Rezept bisher noch nicht veröffentlicht wurde.

Dafür schmore ich Zwiebeln gerne als Gemüsebeilage und dafür gibt es verschiedene Wege, die recht unterschiedliche Ergebnisse ans Licht bringen.

Neben der bereits erwähnten Frittata sind mir besonders im Gedächtnis geschmorte Zwiebeln zum Philadelphia cheesesteak. Dort werden die Zwiebeln über zwei Stunden im Ofen gegart. Aber auch zum Seeteufel gab es bei uns schon geschmorte Zwiebeln, mit denen ich sehr zufrieden war.

Geschmorte Ofenzwiebeln aus dem Grill sind oft wie Kohlestücke

Erinnern wir uns noch schnell an Zwiebeln in Alufolie aus dem Holzkohle-Grill. Zumindest in meiner Familie legte man diese immer direkt in die Glut, was häufig zu Verbrennungen dritten oder vierten Grades an vielen Zwiebelschichten zur Folge hatte.

Damit das nicht wieder passiert, wird im folgenden Rezept ganz anders vorgegangen.

Rezept für Geschmorte Ofenzwiebeln

Geschmorte Ofenzwiebeln. Richtig hübsch!

Was man unbedingt mitbringen sollte, ist Geduld – respektive Zeit!

Die Zutaten für geschmorte Ofenzwiebeln:
* Meersalz (je nach Größe der verwendeten Pfanne)
* Zwiebeln (nicht zu groß)
* 20 g geklärte Butter oder Butterschmalz
* 1-2 EL Zucker

Zuerst füllt man eine ofenfeste Pfanne mit einer dicken Schicht (3-5 mm) Meersalz. Während der Ofen auf 170 Grad vorgeheizt wird (Ober- und Unterhitze), wickelt man die kleinen Zwiebeln einzeln in Alufolie und setzt sie erst dann auf das Bett aus Salz.

Durch diesen Trick liegen die Zwiebeln nicht am Boden der Pfanne auf, das Ergebnis sind fleckenfrei geschmorte Zwiebeln. Je nach Größe der Zwiebeln: rechnen Sie etwa mit 50-60 Minuten Garzeit.

Anschließend nimmt man die Zwiebeln aus dem Ofen und lässt sie abkühlen.

Nun werden die Zwiebeln ausgepackt, geschält und quer halbiert. Die Butter in einer kleinen Pfanne verflüssigen, den Zucker einrühren und die Zwiebelhälften mit der Schnittfläche nach unten in die Pfanne setzen.

Bei mittlerer Hitze so lange braten, bis die Schnittflächen der geschmorten Ofenzwiebeln sehr schön dunkelbraun sind wie auf dem Bild ganz oben.
Viel Erfolg!

Bereit für den Schmorvorgang. Zwiebeln auf Meersalz in Alufolie!
Daraus werden tolle geschmorte Ofenzwiebeln. – Bereit für den Schmorvorgang. Zwiebeln auf Meersalz in Alufolie!

10 Antworten : “Geschmorte Ofenzwiebeln. Richtig hübsch!”

  1. Serdar sagt:

    Endlich ist die Zwiebel wieder in aller Munde und das auch noch als Soloact. Sehr gelungen !

  2. Laura sagt:

    Hallo!

    Bei so einem Rezept und einer solchen Beschreibung bekomme ich direkt Appetit darauf!

    Ich werde es zubereiten! Ganz bestimmt!

    LG,

    Laura

  3. Ilona sagt:

    Anstelle der Alufolie funktioniert Butterbrotpapier, gern auch -wie der Name schon sagt- gebuttert.

    Meersalz kommt in meinem Haushalt leider nicht mehr vor wegen der allgegenwärtigen Mikroplastik-Belastung (ok, hier wird es ja nicht gegessen). Könnte man die Zwiebeln nicht schon geschält garen? Die sind doch nach einer Stunde so weich, dass sie mir (garantiert) aus den Fingern glitschen.

    • Hallo Ilona,
      leider muss ich widersprechen. Butterbrotpapier funktioniert vielleicht. Und wie ich unten schon geschrieben habe kann man Päckchen daraus machen, die man mit Küchengarn zubindet.
      Aber „Butter“ hat darin vorläufig gar nichts zu suchen. Die Butter läuft nach unten und „brät“ die Zwiebeln, was nicht erwünscht ist.
      Anstelle von Meersalz kann man übrigens auch Sand verwenden.
      Und nein. Man schält die Zwiebeln nicht voher.
      Glitschig sind sie allerdings beim halbiert werden. Man braucht ein sehr scharfes Messer.

      Mit leckerem Gruß
      Peter G. Spandl

  4. WildeHenne sagt:

    Ohh, ich habe sooo einen Appetit auf diese Zwiebeln. Das Salz kann man ja in ein Glas füllen und beim nächsten Mal nochmals verwenden. Ich denke, bei einem Mal Zwiebeln garen bleibt es nicht.

  5. U. Schrieter sagt:

    Alternative zur gesundheitsschädlichen Alufolie ?

  6. Phoebus sagt:

    Hallo Peter

    Was machen Sie hinterher mit dem Salz?

    Grüße
    Phoebus

    • Hallo Phoebus,
      wenn die Alupäckchen dicht waren und das Salz selber vorher trocken, kann man es theoretisch wiederverwerten.
      Aber ehrlich gesagt: bei mir fliegt das weg.
      Mein nächster Urlaub führt mich wahrscheinlich wieder in die Nähe der gezeigten Salzfelder.
      Und dort gibt es preiswerten Nachschub. Das Meer ist bekanntlich voll davon.

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