Tomatensuppe geklärt. Alles klar?

tomatensuppe_geklaert1

Der Kaspar, der war kerngesund, Ein dicker Bub und kugelrund. Er hatte Backen rot und frisch; Die Suppe aß er hübsch bei Tisch. Doch einmal fing er an zu schrein: „Ich esse keine Suppe! Nein! Ich esse meine Suppe nicht! Nein, meine Suppe ess ich nicht!“ Wer kennt diese Geschichte vom Suppenkaspar bitte nicht? Aber ich muss gleich gestehen selbst ein Suppenkaspar zu sein.

Schon immer. Suppe? Mag ich nicht. Die Gründe hier zu nennen wäre irgendwie albern und interessiert vor allem niemanden. Ist halt so. Wegen des Geschlabbers und des vollgetropften Oberhemdes. Ich mag generell auch kein Hackfleisch. Ich mag lieber feste Nahrung.

Was aber nicht heißt, dass nicht doch zwei- bis dreimal im Jahr Suppe auf unserem Tisch steht. Meistens, wenn ein interessantes Küchen-Experiment damit verbunden werden kann. Wie zum Beispiel die gebackenen Eier in dieser grünen Spinatsuppe. Oder die Kürbissuppe Paul Bocuse, die in einem ganzen Kürbis zubereitet und serviert wird.

Eine klare Tomatensuppe zu machen, hat mich auch gereizt. Tomatensuppe geklärt ist irgendwie cool. Sie kann in kleinen Gläsern serviert, aus diesen auch getrunken werden und hat optisch rein gar nichts von einer dieser Standard-Suppen wie Nudelsuppe mit Rindfleisch, Gemüse- oder Kartoffelsuppe. Uns selbstverständlich sollte man Tomatensuppe machen, wenn die Jahreszeit im Garten es hergibt. Inspiriert hat mich zu dieser Suppe Heiko Antoniewicz, bzw. dessen tolles Buch „Fingerfood“ (meine Rezension dazu hier).

Wer sich früher in Mutters oder Omas Küche aufgehalten hat, kennt vielleicht noch den Begriff „Klärfleisch“. Wir könnten also unserer Suppe etwas Fleisch beigeben, um mit dem austretenden Eiweiß des Fleisches die Schwebstoffe der Suppe einzufangen, abzuschöpfen und so die Suppe zu klären. Das funktioniert aber bei einer Tomatensuppe nur bedingt. Und wir benötigen das Fleisch nicht, denn zu unserer Suppe gibt es ein kleines Salbei-Bonbon im Strudelteig.

Einen Teil der Arbeit kann man bereits am Vortag erledigen, aber auch am Tag der Zubereitung selbst, braucht die Suppe etwas Zuwendung! Die angegebene Menge reicht als kleine Vorspeise vor der Vorspeise für 6 Personen.

Tomatensuppe geklärt. Die Zutaten:

Die Suppe:
* 1,5 kg reife Tomaten
* weitere 400 g Tomatenwürfel ohne Haut + Kerne
* 300 g kleine Würfel aus Karotten, Lauch, Sellerie
* 2 EL Olivenöl
* 2 EL Tomatenmark
* einige Stücke Rinderknochen
* 2 angeschlagene Eiweiß
* 1 Zweig Thymian
* 1 Zweig Rosmarin
* 2 Lorbeerblätter
* Zucker, Salz + Pfeffer.

Zubereitung der Tomatensuppe geklärt:
Am Vortag die 1,5 kg Tomaten häuten, den Strunk entfernen und die Tomaten mit einem Zauberstab (Stabmixer) pürieren. Ein sauberes Baumwolltuch (das NICHT nach Waschmittel oder womöglich Weichspüler riechen darf) über ein feines Sieb ausbreiten, dann die pürierten Toamten in das Sieb gießen und über Nacht abtropfen lassen. Hin und wieder vorsichtig umrühren.

Die Rinderknochen in wenig Wasser 2-3 Minuten kochen, so dass alle Partikel der Knochensäge in dem Wasser verbleiben. Dieses wegkippen, die Knochen sauber abspülen. Am nächsten Tag die 400 Gramm Tomatenwürfel vorbereiten und das Gemüse fein würfeln. Das Olivenöl erhitzen, die Gemüsewürfel darin ohne Farbe anbraten, 200 Gramm (!) der Tomatenwürfel beigeben, das Tomatenmark und die sauberen Rinderknochen zugeben und alles mit dem abgetropften Tomatensaft vom Vorabend (das dürften etwa 350-450 ml sein) ablöschen.

Die Kräuter zugeben, Salzen und pfeffern, einen Liter Wasser angießen und für eine gute Stunde sieden lassen. Abschmecken nicht vergessen!

Tomatensuppe geklärt
Der Vorgang, eine Suppe zu klären, wird nachfolgend ausführlich beschrieben und in Bildern gezeigt. Beipiel: Tomatensuppe geklärt.

Wie klärt man eine Suppe? Tomatensuppe geklärt

Die Suppe abkühlen lassen, nochmals durch ein Küchentuch sieben. Die Suppe erneut aufkochen um den Klärvorgang einzuleiten.

Die beiden Eiweiß anschlagen – theoretisch könnte man das Eiweiß auch direkt in den Topf geben, dann würde sich das Eiweiß aber selber in kleine Partikel aufteilen, deshalb schlägt man es an, um auch eine größere Fläche zu erhalten, an denen sich die letzten Partikel unserer Tomatensuppe festhalten können.

Das Eiweiß vorsichtig abschöpfen. Fertig ist die geklärte Suppe. – Alles klar? Wer es ganz genau nimmt, kann die Suppe vor dem servieren nochmals durch ein Tuch filtern.

Die letzten 200 Gramm Tomatenwürfel in kleine Gläser verteilen und die Suppe angießen. – Mit dem Strudelteig, dem Sppenkaspar und gleich zwei Events geht es nach den Fotos weiter.

Tomatensuppe geklärt

Tomatensuppe geklärt

Tomatensuppe geklärt

Zutaten für den Salbeistrudel:
* 1 Päckchen Strudelteig
* 150 g Ricotta
* ½ Bund Petersilie
* 2 EL Salbei (fein gehackt)
* Semmelbrösel
* 1 Eigelb
* 50 g flüssige Butter.

Zubereitung Die frischen Salbeiblätter in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze rösten, von den Blattrippen bröseln. Die Petersilie sehr fein hacken, Ricotta in einem Küchentuch auspressen, mit Salz und Pfeffer würzen, die Petersilie unterkneten, ein Eigelb und Semmelbrösel einarbeiten, bis die Masse etwa die Konsistenz von Magerquark hat.

Die Strudelteigblätter in Quadrate schneiden, mit der flüssigen Butter einstreichen (beidseitig) einen Klacks der Ricottafüllung in die Mitte jedes Quadrats geben. Den fein gehackten Salbei darauf streuen und die Päcken wie Bonbons einrollen. Für circa 15-20 Minuten im Ofen goldbraun backen.

Am nächsten Tag – ja sieh nur her!, Da war er schon viel magerer. Da fing er wieder an zu schrein: „Ich esse keine Suppe! Nein! Ich esse meine Suppe nicht! Nein, meine Suppe ess ich nicht!

Mit dieser Rezeptur und Zusammenstellung beteilige ich mich gleich an zwei Blog-Events:

HighFoodality Blog-Event Wir kochen alle nur mit Wasser

9 jahre kochtopf Blog-Event - Smart Speed Kitchen (Einsendeschluss 15.9.2013)

3 Antworten : “Tomatensuppe geklärt. Alles klar?”

  1. Kochtopftester sagt:

    Verdammt lecker, diese Tomaten Suppe! Als Vegetarier haben wir mal auf die Knochen verzichtet und dafür mit ein paar Chilis geschärft. Und ein paar Croutons mußten auch noch oben drauf. Das Ergebnis war mehr als lecker und sicher haben wir diese Suppe nicht zum letzten Mal gekocht. Beide Daumen hoch!!!

  2. Jens sagt:

    Ich muss zugeben, dass die geklärte Variante schon gewöhnungsbedürftig aussieht. Irgendwie kommt bei der normalen Suppe mehr dieses vertraute Gefühl auf. Aber interessant zu lesen, wie Du das hinbekommen hast!

    Gruss,
    Jens

  3. Stefanie sagt:

    Ich bin ja bekennende Suppenliebhaberin, aber eine geklärte Tomatensuppe habe ich noch nie gemacht. Das werde ich jetzt schleunigst nachholen, so lecker sieht sie aus!

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.