Hähnchen auf Südstaaten-Art – Creole Fried Chicken Deep South

Hähnchen auf Südstaaten-Art

Was ich nicht mag sind frittierte Gerichte und überwürzte Speisen. Egal ob es sich dabei um Pommes, Backhendl oder – ganz schlimm – Schnitzel aus der Friteuse handelt. Zwar habe ich auch diverse Rezepte im Blog, in denen etwas frittiert wird, aber das sind wirklich nur die Ausnahmen von der Regel.

Was die Überwürzung angeht, strecke ich nicht nur ziemlich schnell die Flügel wenn zu scharf gewürzte Gerichte vor mir auf dem Tisch stehen, sondern auch wenn Geräuchertes im Geschmack langsam Ähnlichkeit mit einem alten Fahrradschlauch bekommt.

Man kennt das vielleicht von zu lang geräucherten Forellen, Schwarzwälder Schinken oder auch von geräucherten Würsten. Im Prinzip gehört das Räuchern nicht nur zu einer Form der Haltbarkeits-Verlängerung von Lebensmitteln sondern auch zu deren Würzung.

Hähnchen auf Südstaaten-Art

Und um das Würzen von Speisen geht es hier, weil sich Petra vom Blog „Obers trifft Sahne“ einen Blog-Event ausgedacht hat, dessen Thema mir gefällt. Sie fragt andere BloggerInnen „…und wie würzt du?

Pauschal kann ich diese Frage mit den Worten beantworten, kein Freund von fertigen Gewürzmischungen zu sein. All die schicken Aludöschen, die Sterneköche heute mit ihren Mischungen füllen um sie für teueres Geld zu verkaufen habe ich komplett übrig. Egal ob es sich dabei um eine „erotische Currymischung“ oder um eine „Gewürzmischung für Geschnetzeltes“ handelt: was soll ich damit?

Wenn ich zwei Jahre nach dem Kauf wieder Geschnetzeltes zubereite, hat der Doseninhalt doch längst sein Aroma verloren…. – Ausnahmen gibt es nur beim Curry, den haben wir in verschiedenen Zusammensetzungen im Schrank – von ganz mild bis sehr scharf. Ansonsten: das Meersalz aus der Bretagne mit Fischgewürzen? Steht seit Jahren unbenutzt im Schrank! Der mit Lavendel versetzte Zucker aus der Provence – um Himmels willen! Was soll ich damit?

Wir setzen gerne auf den Eigengeschmack der verwendeten Lebensmittel, der meist mit Pfeffer und Salz unterstrichen wird, dazu bin ich ein Freund frischer Kräuter. Natürlich haben wir trotzdem eine sehr große Menge an Gewürzen im Schrank um individuelle Rezepte auch individuell würzen zu können.

Wild bekommt selbstverständlich eine Mischung aus Wacholderbeeren, Pimentkörnern, Pfeffer, Koriander, etwas Zimt und Lorbeerblatt verpasst. Aber die Zusammenstellung im Detail wird immer ein bisschen individualisiert.

Hähnchen auf Südstaaten-Art braucht viele Gewürze

Gleiches gilt für die typische Gewürzmischung aus dem Deep South der USA, dem Cajun-Gewürz. Dieses besteht aus einer Mischung von Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Kurkuma, Oregano (und oder Thymian) und wird in den Staaten sehr intensiv eingesetzt.

Wie überhaupt in Amerika sehr stark gewürzt wird. Speziell mit Zucker und Salz gehen die Amerikaner überaus verschwenderisch um. Das ist auch ganz nett wann man dort im Urlaub ist (siehe Fotos unten), allerdings wäre mir das ganzjährig zu viel. Alle Rezepte und Geschichten über die USA gibt es hier.

Hähnchen auf Südstaaten-Art

Hähnchen auf Südstaaten-Art

Trotzdem kommt jetzt ein typisch amerikanisches Gericht auf den Tisch, in dem reichlich Gewürze stecken, und die Hähnchenteile werden (trotz meiner Einleitung) sogar noch frittiert. Hähnchen auf Südstaaten-Art schmecken echt fantastisch und passen grandios zu einem schönen Fußballabend aber auch zu anderen gesellschaftlichen Ereignissen.

Zutaten für 4-5 Personen:
* 2 Hähnchen, jeweils in 8 Stücke zerteilen
————————————————
Dann stellen wir uns selber eine Kreolische Gewürzmischung (Cajun Gewürz) her aus:
* 1 1/2 TL Salz
* 1 TL TL Zwiebelpulver
* 1 TL TL gemahlener Ingwer
* 1/2 TL Paprika
* 1/2 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
* 1 Msp. Cayenne Pfeffer
* 1/4 TL Korianderkörner
* 1/4 TL Kreuzkümmel
* 1/4 TL getrockneter Oregano
* 1/4 TL getrockneter Thymian
Alles in einem Mörser vermischen und zermahlen
————————————————
Die Hähnchenteile mit den Gewürzen einreiben und im Kühlschrank für mindestens 1-2 Stunden ziehen lassen.

* 1-2 Liter neutrales Öl
* 500 ml Kondensmilch
* 150 ml Wasser
* 3 Eier
* 1/4 Tasse fein gehackte Petersilie
* 2 kleine Knoblauchzehen, fein gehackt
* etwa 1 Tasse Mehl in einem tiefen Teller

Die Kondensmilch mit dem Wasser und den Eiern mit einem Schneebesen zu einer homogenen Masse schlagen. Fein gehackten Knoblauch und Petersilie zugeben. In einem großen, tiefen Topf das Öl auf 160° erhitzen.

Die gewürzten Hähnchenteile im Mehl wälzen, überschüssiges Mehl abklopfen, dann Teil für Teil in die Kondensmilch-Mischung tauchen und mit einer langen Zange in das Fett einlegen. Dabei Portionsweise vorgehen. Wenn die Hähnchen sehr schnell dunkel werden, reduzieren Sie gegebenenfalls die Hitze. Innerhalb von 8-10 Minuten dürfte das Fleisch gar sein (Kerntemperatur von 68 Grad – nicht am Knochen messen!)

Unterdessen den Ofen auf 70 Grad vorheizen, fertige Hähnchenteile auf Südstaaten-Art auf Küchenkrepp abtropfen lassen und im Ofen warm halten. Wenn alle Teile frittiert sind sofort servieren. – Es bleibt Ihrer Fantasie überlassen, was Sie dazu reichen.

Nachfolgend ein paar Fotos aus dem Deep South der USA von einer Reise im Jahr 2009.

Hier gibt es das delikate Hähnchen auf Südstaaten-Art

4 Antworten : “Hähnchen auf Südstaaten-Art – Creole Fried Chicken Deep South”

  1. Hanna F. sagt:

    Das ist ja mal ein klasse Rezept!!! Wir hatten es gestern Abend und wirklich alle waren begeistert. (Und frittiert werden bei uns normalerweise nur ab und an Pommes…) Die Gewürzmischung ist toll, der Geschmack 1a. Gleich nach dem Essen fragten die Söhne, wann es ein solches Hähnchen wieder geben kann. Ich hatte 1kg Hähnchenbrustfilet verarbeitet, dazu gab es bei uns Kartoffelspalten aus dem Ofen und Coleslaw. Weil ich noch viel von der Kondensmilchmischung überhatte, werde ich nächstes Mal nur entweder mehr Fleisch darin wenden oder weniger herstellen.
    Vielen Dank für unser neues liebstes Hähnchenrezept.
    Hanna F.

  2. ninive sagt:

    sehnsüchtig seufzend sitze ich hier… wobei southern fried chicken kann ich zumindest.

  3. Vielen dank, lieber Peter, für den gewährten Einblick in deine Würz- Gewohnheiten. Wir sind uns da schon ziemlich ähnlich, Mischungen mag ich auch überhaupt nicht. Danke auch für das schöne Rezept mit dem Huhn, da werden immer mal wieder Variationen gebraucht.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.