Porterhouse und T-Bone-Steaks

Porterhouse und T-Bone-Steaks

Fleisch über offenem Feuer zu garen, wird von den Menschen schon seit Urzeiten praktiziert. Es ist leider nicht mehr möglich, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann der erste Mensch auf die Idee kam, Fleisch nicht mehr am Stock über offenes Feuer zu halten, sondern auf ein Metallgitter zu legen und damit das zu erfinden was wir heutzutage als „grillen“ bezeichnen.

Fix ist nur der Zeitpunkt, an dem der Kugelgrill erfunden wurde. Das war 1952 und der Erfinder hieß George Stephen. Viel interessanter als den Zeitpunkt der Erfindung finde ich aber die Entwicklung, die seitdem unter unseren Grillfleisch zu beobachten ist. Gute Studienobjekte dafür findet man im Sommer in den Parks der Städte, an Badeseen, auf Campingplätzen und ein ganz besonderer Ort sind Festivalgelände auf denen Rockkonzerte veranstaltet werden.

Eines der größten Festivals mit alljährich rund 65.000 Besuchern, „Rock im Park“, findet seit knappen zwanzig Jahren hier in Nürnberg statt. Zeitgleich mit der Zwillingsveranstaltung am Nürburgring in der Eifel, dem noch größeren „Rock am Ring“.

Das Publikum karrt nicht nur palettenweise Bier auf das Gelände, sondern auch Grills in sämtlichen Variationen. Vom primitivsten Alu-Schälchen über den berühmten Dreibein-Grill, den Kugelgrill von Landman bis zum schmiedeeisernen Monstrum, auf dem ganze Ferkel gegrillt werden.

Rock im Park
Rock im Park Besucher zeigen gerne ihre Tattoos.

Was den Kugelgrill angeht, zog seine Erfindungen etliche Neuerungen nach sich. Eine davon ist die Tatsache das Grillen mobil wurde. Früher legte man sein Fleisch meist auf fest gemauerte Grills, die im heimischen Garten installiert waren. Der moderne Kugelgrill kommt gleich mit Rädern daher und schon ist die Position des Geräts variabel.

Noch viel wichtiger als die Mobilität des Kugelgrills sind allerdings die Möglichkeiten, die sich beim Grillen durch die indirekte Hitzezufuhr eröffneten. Die früher recht schmale Auswahl an Grillgut wandelte sich enorm.

So ist es kaum möglich, auf einem ganz normalen, offenen Dreibein, der auf jedem Festival Gelände am häufigsten vorkommt, zum Beispiel Hähnchenschenkel, dicke Steaks oder gleich große Kilostücke Fleisch im Ganzen zu garen.

Mit einem Kugelgrill oder mit einem noch größeren Gasgrill lässt sich so etwas dagegen kinderleicht in die Tat umsetzen. Ein sehr beliebter Vorteil des Kugelgrills ist auch die Möglichkeit, Kohlekörbe zu verwenden, und diese so zu platzieren, dass die Hitze das jeweilige Grillgut auch von der Seite erfassen kann. Hähnchenschenkel gelingen durch diese Methode ganz besonders gut.

DrumSticks aus dem Kugelgrill lassen sich so viel besser grillen

Porterhouse und T-Bone-Steaks

Während die Festivalbesucher bei Rock im Park am dritten Tag der Veranstaltung also die vielleicht letzten, mitgebrachten und eingeschweißten Würtschen auf ihren wackeligen Grill legen, haben wir unere Kinderschar zu Porterhouse und T-Bone Steaks eingeladen.

Die Steaks, die pro Stück etwas über ein Kilo wogen, durften nur 8-10 Minuten (in der Mitte der Zeit einmal wenden) bei starker direkter Hitze (230-290°) auf den Grill. Da das Fleisch sehr dick war, etwa 3,5-4 Zentimeter, verschiebt man es danach auf einem Bereich des Grills, in dem zwar noch immer recht ordentliche Temperaturen herrschen, aber keine offene Flamme mehr auf sie einwirkt. Dort lässt man es ruhen, bis die Kerntemperatur von (zum Beispiel) 60 Grad für „medium rare“ erreicht ist.

In den ersten Minuten dreht man die Porterhouse und T-Bone-Steaks einmal um 90°, damit ein schönes Grillmuster auf den Steaks zu sehen ist. Falls sich die Flammen zu sehr an dem Fleisch zu schaffen machen, die Steaks ebenfalls in eine Zone des Grills ziehen, in dem nur indirekte Hitze herrscht. Danach die Steaks 5 Minuten außerhalb des Grills ziehen lassen und in Streifen geschnitten servieren.

Köstliche Gewürzmischung für Porterhouse und T-Bone-Steaks

Die angegebene Menge reicht für ein Steak der beschriebenen Größe
* 1 TL grobes Meersalz
* 1 TL schwarzer Pfeffer
* 1 TL Chilipulver
* 1 TL Senfkörner (mit dem Mörser zerstoßen)
* 1 TL Oregano (getrocknet)
* ¼ TL Kreuzkümmel
* 1 Msp. Zimt

Der Unterschied zwischen Porterhouse und T-Bone-Steaks?

Das Porterhouse-Steak wird nach amerikanischem Schnitt aus der hinteren Hälfte des Roastbeefs (zur Keule hin) geschnitten. Die Rückenwirbelknochen werden wie ein „T“ sichtbar. Auf der einen Seite des Knochens sitzt das Rumpsteak, auf der anderen Seite ein ziemlich dickes Filetsteak.

Das T-Bone Steak wird ebenfalls nach amerikanischen Schnitt aus dem vorderen Teil des Roastbeefs mit T-förmigem Knochen geschnitten. Auf der einen Seite sitzt das Rumpsteak, auf der anderen Seite des Knochens ein kleineres Filetsteak.

Bei dem ordentlichen Preis des Fleisches, das vom Metzger unseres Vertrauens und vom fränkischen Rind stammte, haben wir aus reinem Interesse die übrig gebliebenen Knochen gewogen. Der Knochen des großen Porterhous-Steakes (unten links, Gewicht 1,1 kg) brachte 240 Gramm auf die Waage. Die beiden anderen Knochen wogen 210, bzw. 180 Gramm. Das Fleisch war von hoher Qualität und der Grillmeister machte seinen Job recht gut!

Porterhouse und T-Bone-Steaks
Porterhouse und T-Bone-Steaks von je einem Kilo Gewicht. Das Fleisch ist schön marmoriert, pro Kilo muss man mit einem Preis zwischen 25 und 30 Euro rechnen.

4 Antworten : “Porterhouse und T-Bone-Steaks”

  1. Butzman sagt:

    „Rock im Park Besucher zeigen gerne ihre Tattoos“

    … und selbstdarstellerische Sprachidioten können die dämlichen Bemalungen noch nicht mal richtig schreiben, auch wenn sie dies über dummes Denglisch zu verschleiern suchen.

    Nun ja, wer an solchen Vollidiotenversammlungen teilnimmt, tja, der gehört eben zu einer gewissen Gruppe merkbefreiter Intelligenzallergiker …

  2. ninive sagt:

    Wenn die Idee zur nächsten Grillparty hier nicht ganz so spontan auftaucht werd ich mich hoffentlich hieran erinnern- ich liebe Porterhouse und T-Bone und kann hier gelegentlich welche vom Chianina-Rind ergattern. Und dann kann der Grill mal zeigen was er drauf hat….

  3. Frank Steinmetz sagt:

    Die sehen wirklich sehr gut aus – sehr schöne Stücke.
    Ich grille Steaks dieser Größenordnung immer nach der 90-90-90 Methode: 90 Sekunden dann um 90° drehen und dann nochmal 90 Sekunden.
    Anschließend wenden und mit der zweiten Seite genauso verfahren.
    Danach in den indirekten Bereich und bis zur gewünschten Kerntemperatur ziehen.

  4. Toettchen sagt:

    Das ist doch alles sehr interessant und informativ.

    Beste Grüße vom Bodensee

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