Schwäbische Krautkrapfen – Pikante Nudelschnecken

Schwäbische Krautkrapfen

Es gibt Gerichte, deren Popularität still und heimlich im Verborgenen gepflegt wird und die trotzdem irgendwann ans Rampenlicht gezerrt werden. So ist es kürzlich einer Spezialität aus Schwaben ergangen, den schwäbischen Krautkrapfen. Zwar wusste ich längst, dass die Schwaben gerne Maultäschle und Linsen mit Spätzle essen. Aber von schwäbischen Krautkrapfen hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel gehört.

Plötzlich aber waren sie Thema in verschiedenen Blogs, in Foren und auf Facebookseiten. Die schwäbische Krautkrapfenwelle hatte etwas von Besprechungsrunden, die man aus betrieblichen Projektgruppen kennt und deren Fazit dann oft das Zitat von Karl Valentin (1882-1948) ist, das da heißt: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem.“

Schwäbische Krautkrapfen sind ein tolles Herbst- und Wintergericht

Wegen der großen Menge an Schwäbische Krautkrapfen damals, habe ich mir das aber auf meine kleine Liste der Dinge gesetzt, die ich unbedingt ebenfalls mal ausprobieren muss. Und nun war es endlich so weit. Der Winter hat mir lange genug Zeit gegeben. Denn für meine Begriffe gehören Krautkrapfen in der kalten Jahreszeit auf den Teller.

Schließlich bestehen sie aus Nudelteig, Speck, Zwiebeln und (Sauer)Kraut. In meine persönliche Variante habe ich noch karamellisierte Apfelstückchen eingearbeitet.

Für die Zubereitung braucht man Zeit, in erster Linie weil man den Nudelteig nach der Herstellung 30 bis 60 Minuten ruhen lassen sollte.

Aber bei eisiger Kälte macht das nichts.

Die Zutaten (4 Personen) für den Nudelteig:
* 400 g Mehl (wenn möglich doppelgriffiges Mehl verwenden)
* 3 Eier
* Salz
* 2 EL Öl
* 4-6 EL Wassser
* etwas Mehl für die Arbeitsfläche.

Für die Füllung:
* 500 g frisches Sauerkraut
* 2 Zwiebeln
* 1 Apfel
* 150 g durchwachsenen Speck in Würfeln,
und weitere
* 150 g durchwachsenen Speck in dünnen Scheiben
* 2 EL Butterschmalz
* Pfeffer aus der Mühle
* 1½ TL Kümmel
* 1 TL Zucker
* 750 ml heiße Fleischbrühe
* 3 EL Butter
* 1 Bund Schnittlauch

Zubereitung Schwäbische Krautkrapfen:

Für den Nudelteig das Mehl, Eier, etwas Salz, 4-6 EL kaltes Wasser mit dem Öl in einer Schüssel zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Abdecken und etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Zwiebeln klein hacken. In einem Topf 2 EL Butterschmalz erhitzen, die Speckwürfel und die gehackten Zwiebeln darin anbraten. Das Sauerkraut abtropfen lassen und die langen Fäden nochmals etwas kürzer schneiden.

Sauerkraut mit den gerösteten Zwiebeln und dem Speck vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen. Etwa 10 Minuten dünsten. Unterdessen den Apfel schälen und klein würfeln, in etwas Zucker und einem Stück Butter karamellisieren lassen und ebenfalls unter das Kraut mischen.

Alles gut abkühlen lassen (wichtig!) sonst wird beim verteilen des Krauts der Teig zu weich und klebt an der Arbeitsfläche fest.

Eine feuerfeste Form mit Butterschmalz ausfetten. Den Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen.

Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten und in zwei Hälften aufteilen.

Die erste Hälfte des Teigs sehr dünn zu einem länglichen Rechteck ausrollen. Die Hälfte des abgekühlten Krauts darauf verteilen, den Rand dabei frei lassen. Den Teig aufrollen (siehe Fotos), die Naht der Rolle sollte am Ende auf der Arbeitsfläche liegen.

Die gefüllte Teigrolle in etwa 5 cm dicke Scheiben schneiden und nicht zu dicht aneinander (sonst kleben sie zusammen), aufrecht in die Auflaufform setzen.

Mit dem Rest des Teiges und der zweiten Krauthälfte ebenso verfahren.

Die Form mit Fleischbrühe auffüllen, so dass die Krapfen fast bedeckt sind. Die Speckstreifen auf die Krautkrapfen legen (Fotos). Die Form fest mit Alufolie verschließen und im Backofen auf der mittleren Schiene für etwa 20 Minuten garen.

Danach die Folie entfernen und die Krautkrapfen offen in etwa weiteren 20 Minuten fertig backen, dabei gegebenenfalls mehr Brühe angießen, damit die Krapfen nicht austrocknen.

Die Butter schmelzen, Speck und Krapfen damit öfter bestreichen. Schnittlauch in kleine Röllchen schneiden und die fertigen Krautkrapfen damit bestreuen.

Schwäbische Krautkrapfen in einer Schritt für Schritt-Anleitung

Was koche ich heute
Der Teig für Schwäbische Krautkrapfen ist ein einfacher Nudelteig

Schwäbische Krautkrapfen
Das Kraut für Schwäbische Krautkrapfen wurde mit Speck und Kümmel (wegen der besseren Verträglichkeit) gewürzt.

Schwäbische Krautkrapfen - Pikante Nudelschnecken
Karamelisierte Apfelstückchen bringen Schwäbische Krautkrapfen in eine verlockende Richtung

Schwäbische Krautkrapfen - Pikante Nudelschnecken
ACHTUNG: Die Füllung der Krautkrapfen muss für den nächsten Arbeitsschritt abgekühlt sein, sonst reagiert der Teig auf die Wärme und wird schmierig und lässt sich nicht mehr verarbeiten! – Der Teig für unser Krautkrapfen wird ausgerollt und die Füllung in einer Reihe aufgelegt.

Schwäbische Krautkrapfen - Pikante Nudelschnecken
Den Teig für Schwäbische Krautkrapfen nun einrollen…

Schwäbische Krautkrapfen - Pikante Nudelschnecken
… dann die fertig geformten Krautkrapfen in gleich große Stücke schneiden.

Was koche ich heute
Schwäbische Krautkrapfen werden in eine Form gesetzt. Die Fleischbrühe wird angegossen. Zum Abschluss legt man Speckscheiben auf, die das austrocknen unserer Schwäbischen Krautkrapfen verhindern

Schwäbische Krautkrapfen
Fertige Schwäbische Krautkrapfen. So sehen sie aus.

11 Antworten : “Schwäbische Krautkrapfen – Pikante Nudelschnecken”

  1. Gitti Müller sagt:

    Servus Peter,
    grosses Kompliment für die wunderbare Bildanleitung und super Aufnahmen.
    Erinnert mich an meine alte Heimat, Landsberg am Lech.
    Vielen Dank für das gute Rezept und liebe Grüße aus Mühldorf am Inn.

    Gitti

  2. Ilona sagt:

    Hallo Peter,

    ich bin heute eher durch Zufall auf deinen Blog gestossen. Als erstes ein dickes Lob von mir, außergewöhnlich, nachhaltig und einfach toll.
    Sehr schöne Bilder und schon perfekte Kochanleitungen. Wir lieben Sauerkraut und Nudelteig, aber diese Kombi habe ich noch nicht ausprobiert, werde aber demnächst auch ein Rezept bei mir veröffentlichen.
    Viele liebe Grüße
    Ilona

  3. pimpimella sagt:

    Krautkrapfen liebe ich….die Idee mit den Speckscheiben finde ich gut!

  4. Frau Kampi sagt:

    Jaja…die Kraukrapfen. Diese Welle baut sich immer mal wieder auf, um dann abzuebben, aber nie in der Versenkung zu verschwinden. Da ich Sauerkraut mit Pasta nicht unbedingt so mag, hab ich das ganze wohl verfolgt, aber die Krapfen nie so nachgemacht. Ich hab meine eigene Version entwickelt. Mit Ratatouille und ungesäuertem Weißkohl (angebraten). Das hat uns ziemlich gut geschmeckt.
    Deine sehen aber auch sehr gut aus.

  5. Eva sagt:

    Ich liebe Gerolltes 🙂 Aber die Welle ist auch an mir vorbeigeschwappt und ich halte es wie die Henne. Jetzt ist Schluss mit Geschmortem!

  6. ninive sagt:

    Irgendwie scheint diese Welle an mir vorbegeschnappt, so danke ich fein für dieses Rezept- stehen doch Krautkrapfen schon länger auf meiner imaginären Wunschliste….

  7. Micha sagt:

    Ich liebe Krautkrapfen – und beneide dich gerade um deine tolle Arbeitsfläche!

    Übrigens in der Pfanne gegart, habe ich als ganz tolle Methode erkürt: http://salzkorn.blogspot.fr/2012/04/winter-trifft-fruhling-krautkrapfen-mit.html

    viele liebe Grüße

  8. WildeHenne sagt:

    Und die Menge Teig, die man da liegen sieht, ist wirklich nur aus 400 g Mehl? Irgendwie sieht das nach wahnsinnig viel aus! Die gerollte Wurst erweckt den Eindruck, dass sie mindestens 70 cm lang ist.
    Bei mir ist jetzt Schluss mit schmoren und Sauerkraut und so. Für nächsten Winter ist der Wickel aber eine Option. 🙂

    • Jawohl Wilde Henne,
      das sind nur 400g Mehl. Liegt vielleicht am Objektiv, dass der Teig nach mehr aussieht. Was die ausgerollte Länge angeht, so habe ich das nicht nachgemessen, schätze aber nur 60 Zentimeter 😉

      Mit leckerem Gruß, Peter

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