Spaghetti mit Queller (Meeresspargel)

Spaghetti mit Queller

Eine schöne und sehr schnelle Abwechslung für unsere üblichen Freitags-Spaghetti waren zuletzt Spaghetti mit Queller. Allerdings wollen wir nicht unbedingt in das allgemeine Loblied einfallen, das dem Queller an vielen Stellen von der Presse gesungen wird. – Achso. Sie kennen Queller überhaupt nicht? Dann fangen wir doch ganz von vorne an.

Queller ist auch als Meeresspargel bekannt und steht in fremden Ländern eventuell als Salicorn (oder Salicornia) auf Speisekarten. Es ist ein Wildgemüse, das in Deutschland an der Nordseeküste im Watt wächst. Häufig auch auf Salzwiesen, die bei Hochwasser vom Meer überflutet werden.

Die zarten Spitzen der Pflanze können roh als Salat oder auch gekocht gegessen werden. Sie werden gesammelt, allerdings nicht in Deutschland, denn das gesamte Wattenmeer steht schließlich unter Naturschutz.

Queller findet man in weiten Teilen der Nordhalbkugel sowie in Südafrika. Kommerziell angebaut wird die Pflanze in Frankreich und Israel, aber auch in Mexiko.

In den natürlichen Verbreitungsgebieten Frankreichs, zum Beispiel in der Normandie und Bretagne, heißt das knackige Pflänzchen „Passe-Pierre“ und wird mit Gewürzen in Essig eingelegt.

Abwechslung für das Nudelgericht: Spaghetti mit Queller
Etwa 120 Gramm der Pflanze reichen für unsere Spaghetti mit Queller

Wie Katharina Petzholdt in ihrem Beitrag Queller – ein Meeresgemüse mit Biss schreibt, stirbt die Pflanze an ihrer Fähigkeit Salz aufzunehmen:

„Um Wasser aufnehmen zu können, lagert sie Salz in ihrem Zellsaft ein. Da aber mit dem Wasser auch mehr Salz in die Pflanze gelangt, muss sie ihren Wassergehalt ständig erhöhen. So quillt der Queller im Laufe seines kurzen Lebens auf. Und so erklärt sich auch der Name.“

Nach etwa sechs Monaten ist der Salzgehalt der Pflanze allerdings so hoch, dass sie sich rot färbt und abstirbt. – Außerdem heißt es dort:

„Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde Queller bei der Glasherstellung verwendet. Der hohe Mineralgehalt machte die Asche der Pflanze sehr begehrt, weil sich mit ihr der Schmelzpunkt des Glases herabsetzen ließ. Deshalb wird Queller auch Glasschmelz oder Glasschmalz genannt. Bei der Produktion von Seife machte man sich damals ebenfalls die Quellerasche zunutze.“

Spaghetti mit Queller auf dem Teller

Als Franken können wir Queller übrigens nur selten käuflich erwerben – wenn überhaupt, dann nur im gut sortierten Fischhandel. Trotzdem fand ich die Spaghetti-Abwechslung auf unserem Tisch sehr gelungen. Weniger begeistert zeigte sich die beste Ehefrau von allen. Sie führte ins Feld, sie komme sich ein bisschen wie eine Kuh vor. Frei nach dem Motto: wer gerne Gras mag, wird auch Queller mögen.

Spaghetti mit Queller
Spaghetti mit Queller, Knoblauch, Olivenöl, Kirschtomätchen.

Die Zutaten und die Zubereitung für 2 Personen:

* 100-120 g Queller
* 250 g Spaghetti
* gutes Olivenöl
* 1 Zehe Knoblauch
* 1 große Peperoni
* etwas Schalenabrieb einer Biozitrone
* weißer Pfeffer aus der Mühle
* Kirschtomaten

Zubereitung: Vorsicht mit dem Salz!

Den Queller waschen und trockentupfen. Die Spaghetti nach Packungsanweisung kochen. Knoblauch und Pepperoni in dünne Scheiben schneiden. Etwas Schale von der Biozitrone abreiben.

Das Olivenöl erhitzen, Scheiben von der Knoblauchzehe darin kurz goldbraun anbraten, Queller, Zitronenabrieb und Pepperoni zugeben, mit reichlich Pfeffer würzen – vor dem Einsatz von Salz unbedingt probieren, ob der Meeresspargel nicht schon salzig genug ist.

Alles nur sehr kurz durch das Öl schwenken und schnell mit den fertigen Spaghetti vermischen.

2 Antworten : “Spaghetti mit Queller (Meeresspargel)”

  1. Ich habe Queller seit 2 Jahren als Topfpflanze auf dem Balkon und knabbere gern die Spitzen roh. Ansonsten wusste ich nicht so recht, etwas mit dem Wildgemüse anzufangen. Danke für das Hintergrundwissen und die Spaghetti-Idee. Falls die Pflanze im neuen Jahr nochmal treibt, muss ich auch mal die eine oder andere gekochte bzw. in der Pfanne geschwenkte Variante ausprobieren.

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