Obwohl Pastagerichte häufig sehr einfach herzustellen sind, wird es bei dieser Pasta mit Sardinen ein bisschen komplizierter. Die bekanntesten Nudelherichte enthalten meist keine Zutaten, die man in unserer Gegend nicht im Supermarkt um die Ecke bekommt, respektive die italienische Hausfrau im Garten hat oder auf dem nahen Markt einkaufen könnte. – Natürlich bestätigen Ausnahmen auch diese Regel.
Frische Sardinen gehören zu dieser Ausnahme. Was aber, genau betrachtet, nur an unserem Wohnort liegt. Verlegt man diesen an das richtige Meer, so ist auch das kein Problem mehr – was wir von diversen Urlaubsreisen ganz sicher wissen!
Korinthen liegen im Supermarkt gleich neben den Rosinen und Marsalawein (aus Sizilien) ist zwar sündhaft teuer, bringt aber locker 15 % bis 20 % Alkohol in der Flasche mit und zeichnet sich durch eigenwilligen, feinen Geschmack aus.
Die Korinthe ist eine schwarzbraune bis schwarzblaue, kernlose, getrocknete, sehr kleine Weintraube, hat aber einen kräftigeren Geschmack als die Rosine. Sie hat ihren Namen von der griechischen Stadt Korinth übernommen. Was aber nicht heißt, dass aus Korinth die Korinthenkacker kommen. Der umgangssprachliche Korinthenkacker ist meist ein besonders pedantischer, kleinlicher Mensch, der früher gerne in Amtstuben saß und dort auch mal den Amtsschimmel wiehern ließ.
Die bisher genannten Zutaten aus dem folgenden Rezept zu verbannen, wäre sicher eine Option. Aber dann hätten wir ein ganz anderes Gericht. Wenn Sie aber bei Rezepten zu den sogenannten „Weglassern“ gehören, dann lehne ich jede weitere Verantwortung für ihre Mahlzeit ab.
„Weglasser“ nenne ich übrigens jene Menschen, die ein Rezept aus der Schublade ziehen und alles weglassen, was sie nicht im Haus haben oder auch nicht besorgen wollen und nach dem Verspeisen ihrer fabrizierten Mahlzeit das Rezept wegwerfen, weil es „irgendwie nicht geschmeckt hat“.
Die unten aufgeführten Zutaten zusammen, bringen uns jedenfalls ein wunderbares Gericht auf den Teller, das uns auch gleich Urlaubsgefühle vermittelt, vielleicht Erinnerungen an den Süden Italiens, noch besser Siziliens.
Spaghetti mit Sardinen – Pasta mit Sardinen
Was die Nudeln angeht, die man für dieses Gericht verwendet, so sind Spaghetti wieder einmal meine erste Wahl, aber nicht zwingend notwendig. Man kann auch dünne Bandnudeln verwenden. Breite Tagliatelle oder kurze Pasta ist weniger gut geeignet, denn es gibt keine große Soßenmenge aufzusaugen.
Zutaten für 4 Personen:
* 400-500 g Spaghetti
* 400 g frische Sardinien(-Filets)
* 1 Fenchelknolle
* ½ TL Fenchelsamen
* 4 Sardellen
* Salz
* 1 Zwiebel
* 3 Knoblauchzehen
* 6 EL Olivenöl
* 50 g Pinienkerne
* 50 g Korinthen
* 4 EL Marsala
* 50 g Semmelbrösel
* ½ Bund Petersilie.
Die eingelegten Korinthen runden unser Rezept der Pasta mit Sardinen köstlich ab
Zubereitung der Pasta mit Sardinen:
Die Korinthen waschen, trockentupfen und in einem kleinen Gefäß in dem Marsala marinieren. Den Fenchel putzen, in grobe Schnitze schneiden, gleich in einem großen Topf mit Salzwasser und Fenchelsamen circa 20 Minuten lang köcheln.
Die zwei Knoblauchzehen und die Zwiebel fein hacken. Beides in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze in Olivenöl andünsten. Die Sardellen abspülen, trockentupfen und hinterher werfen.
Unterdessen die Sardinen gründlich schuppen, waschen, Kopf und Heckflosse mit der Mittelgräte entfernen. Die Filets ebenfalls in die Pfanne geben und sehr behutsam durchschwenken. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die in Marsala eingeweichten Korinthen mitsamt dem Wein angießen.
Mit einer feinen Schaumkelle den gekochten Fenchel und die Samen aus dem nun aromtisierten Salzwasser fischen, aufkochen lassen und die Pasta darin bissfest garen.
In einer weiteren kleinen Pfanne zuerst die Pinienkerne trocken anrösten. Im restlichen Olivenöl eine letzte Knoblauchzehe anbraten und zusammen mit den Semmelbrösel darin goldbraun anrösten. Die fein gehackte Petersilie untermischen.
Die Pasta abgießen, sofort mit in die Sardinenpfanne schütten. Dort vorsichtig vermischen, die Pinienkerne zugeben.
Die goldbraunen Brösel an Stelle von Käse über die Pasta streuen. Fertig ist unsere Pasta mit Sardinen.
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Pasta mit Sardinen – Spaghetti mit Sardinen
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Was passiert denn mit dem Fenchel? Ist der nur zum Aromatisieren des Quellwassers?
Hallo Herr Bauer,
im Prinzip ist der Fenchel nur zum Aromatisieren des Kochwassers da. Ja.
Er ist nach dem Kochen sehr, sehr weich und wer will, kann ihn natürlich nochmal kurz in ewtas Olivenöl anbraten und dazu servieren.
Lecker klingt es allemal, nur leider müsste ich dann alleine essen. Das ist bei uns leider nicht mehrheitsfähig.
Aber danke für die schönen Anregungen, einiges kann ich sicherlich abgewandelt mal bei uns einfliessen lassen.
Gruss,
Jens
Mit dem Fenchel wäre dieses Gericht ein Wagnis für mich, alles andere findet meine völligen Zustimmung. Und eine gute Quelle für Sardinen hab ich sogar auch…. es lacht mich richtig an, dein Essen.
Tja, liebe Ninive,
manchmal im Leben sollte man ein Wagnis eingehen ;-)
Klingt sehr ausgefallen. Korinthen und Fenchel zusammen mit den Fischis und „Langen-Faden-Nudeln „. Notiere ich mir für meinen nächsten Spaghetti-Anfall.
Dachte übrigens, dass Korinthen die blauen Weintrauben seien. War wohl nicht so.
Kochbegeisterte Grüße Marianne
Hallo Marianne,
das stimmt schon. Korinthen sind auch ursprünglich schwarzbraun bis schwarzblau.
Ich habe es im Text nachgebessert. Danke für den Hinweis.
Mit leckerem Gruß, Peter