Sardinen-Terrine mit Ziegenkäse-Cappucino

Sardinen-Terrine

Ein Kriterium, an dem man in meinem Bücherschrank erkennt, ob ein Kochbuch tauglich ist oder nicht, ist die Anzahl der kleinen quietschbunten Marker, die in den Seiten kleben. Ein Rezept mit farbigem Marker hat eine reelle Chance in meinem Kochtopf zu landen. Je mehr Marker sich oben aus dem Buch recken, um so wertvoller ist das Buch demnach für mich.

Einen Aufschrei der Entrüstung habe ich von einigen befreundeten Kochbloggerinnen vor nicht allzu langer Zeit für das Geständnis geerntet, ich würde Kochbücher ebenso zereißen wie ich es mit Zeitschriften mache.

Selbst in Magazinen die sich ausschließlich mit Essen und Kochen befassen, sind oft nicht mehr als zwei Rezepte zu finden, die für mich irgendwie von Interesse sein könnten. Also raus damit. – Der Rest fliegt in die Papiertonne.

Leider ist es mit zahlreichen Kochbüchern ebenso. Und warum bitte, sollte ich diesen Schrott durch mein Leben schleppen? Eine alte Fengshui-Regel besagt in etwa: von allem, das Du seit zwei Jahren nicht mehr benutzt hast, kannst Du Dich trennen!

Das ist zwar eine harte Regel für Eichhörnchen und Bücherwürmer wie ich selber eines/r bin. Aber irgendwo muss man ja anfangen. Warum also nicht bei schlechten Kochbüchern? Wovon es auf den Wühltischen dieser Welt wirklich unzählige gibt!

Allerdings kann es auch problematisch werden, wenn man sich zu schnell von scheinbar untauglichen Kochbüchern trennt. Denn mein eigener Geschmack beim Essen und Trinken unterliegt einer Entwicklung. – Vielleicht entwickelt er sich ja genau in die Richtung, die in diesem bescheuerten Kochbuch hier propagiert wird? Und ich habe es an die blaue Papiertonne vor meiner Haustür verschenkt?

Ich denke, selbst damit kann ich unter dem Strich leben. Ein neuer „Zauberberg“ oder ein „Faust“ wird nicht alle Tage geschrieben. Aber neue Kochbücher ununterbrochen. Und das sogar in einer Zeit, in der in den Privathaushalten immer weniger gekocht wird.

Und obwohl in diesem „Oui, Chef!“ von Michaela Peters wirklich nur zwei Rezepte ein Eselsohr haben (ja, ich gestehe schon wieder, solche hinterlasse ich auch manchmal (wenn auch nur ganz kleine)), lasse ich es noch ein bisschen am Leben.

Das erste Rezept daraus, das mir gefallen hat, habe ich bereits ausprobiert.
Es ist die folgende . . .

Sardinen-Terrine mit Ziegenkäse-Cappucino

Sardinen-Terrine

Achtung – ZEITFAKTOR: Das Rezept ist nicht schwierig, aber die Sardinen werden mariniert, was den Garprozess ersetzt. Allerdings sollte man dafür 24 Stunden veranschlagen!
Und danach benötigt man weitere Zeit, um das Gelee aus dem Fischfond fest werden zu lassen!

Die Zutaten für die Sardinen-Terrine. Zunächst die Sardinen-Marinade:
* 1 Bund Dill
* 200 ml Olivenöl
* 200 ml Zitronensaft (wichtig!)
* 1 EL weiße Pfefferkörner
* 1 Lorbeerblatt
* 1 TL Korianderkörner.
Außerdem:
* ca. frische 20-24 Sardinenfilets
* 2 EL grobes Meersalz
* 2 gehäutete Paprikaschoten
* 2 Bund Basilikum
* 15 Blatt Gelatine,
* 500 ml Fischfond
* Salz
* schwarzer Pfeffer.

Zubereitung der Sardinen-Terrine

Den Dill putzen, waschen, trocken schütteln und mit den restlichen Marinaden-Zutaten aufmixen. Die Sardinenfilets waschen, trocken tupfen und rundum mit der Marinade bestreichen. Die Filets in ein geeignetes Gefäß legen, die Marinade angießen und mit grobem Meersalz bestreuen.

Die Fischlein sollten alle mit der Marinade bedeckt sein, denn die Marinade, vor allem die im Zitronensaft vorhandene Säure führt zu einer Denaturierung des Fisch-Eiweißes, und somit zu einem Garungsprozess, ähnlich dem Kochvorgang. Alles mit Frischhaltefolie bedeckt 24 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Paprikaschoten häuten (wie man das macht kann man hier nachlesen) und in Streifen schneiden. Basilikum waschen, trocken tupfen, die Blätter abzupfen.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Den Fischfond aufkochen, die Gelatine ausdrücken und im heißen, nicht mehr kochenden Fischfond auflösen. Salzen, pfeffern, auskühlen lassen.

Noch bevor die Gelatine beginnt fest zu werden, eine Terinenformen überlappend mit Frischhaltefolie auslegen. Die Marinade von den Sardinen abstreifen, dann abtupfen. Den Fischfond circa 1 cm hoch in die Form gießen. Den Boden mit Sardinien (Hautseite nach unten) auslegen. Nun je eine Schicht Basilikum, Paprikastreifen, Basilikum, Sardinen und so weiter. Auf die einzelnen Schichten etwas Fischfond gießen. Jede Schicht gut andrücken. Mit Frischhaltefolie verschließen.

Am besten legt man ein geeignetes Gewicht auf die verschlossenen Schichten, damit keine Luftlöcher und ungleichmäßige Schichten entstehen. Dann weitere 4-12 Stunden lang kühl stellen, bis die ganze Sardinen-Terrine richtig schnittfest geworden ist.

Für die Honigvinaigrette:
* 1 EL Honig
* 1 TL Senf
* 50 g Sahne
* 1 EL Creme fraîche
* 150 g gemischte Blattsalate.

Für den Ziegenkäse Cappuccino:
* 100 ml Milch
* 100 g Sahne
* 50 g junger Ziegenkäse
* Salz
* schwarzer Pfeffer.

Alle Zutaten für die Honigvinaigrette verrühren, Salat waschen, trocken schleudern und mit der Honigvinaigrette nappieren.

Alle Zutaten für den Ziegenkäse-Cappuccino kurz vor dem Servieren mit einem Mixer aufschäumen.

Die Sardinen-Terrine mit der Folie vorsichtig aus der Form ziehen, in Scheiben schneiden und mit dem Salat auf Tellern anrichten. Den Ziegenkäse Cappuccino aufmixen und dazu servieren.

Sardinen-Terrine
Hier werden Gemüse, Basilikum und Fischfilets für die Sardinen-Terrine geschichtet

Sardinen Terrine
Für unsere Sardinen-Terrine benötigen wir frische Sardinenfilets.

1 Antwort : “Sardinen-Terrine mit Ziegenkäse-Cappucino”

  1. Das sieht sehr ansprechend aus. Die Sardinenterrine kommt auf die Nachkochliste. Die Sardinensaison beginnt gerade…

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