Schinken im Bierteig auf süß-saurem Spitzkohlgemüse

Schinken im Bierteig

Wenn man Ende März in die Metzgerei geht um dort dicke Scheiben Schinken zu kaufen, wird hinter der Theke unweigerlich die Frage aufgeworfen: „gibt es wohl schon den ersten Spargel?“. Dabei kommt der erste Spargel in unseren Breitengraden meist aus Schrobenhausen, was von meinem Wohnort rund 115 Kilometer weiter im Süden liegt und für mich somit nicht mehr einem regionalen Produkt entspricht.

Davon abgesehen kostet das Kilo des feinen Gemüses noch beachtliche Beträge, im letzten Jahr wurde das Kilo auf dem Viktualienmarkt (allerdings Anfang März) in München zu 38,90 verkauft. Euro, wohlgemerkt.

Um zu diesem Zeitpunkt eine Ernte einfahren zu können, muss das Feld natürlich auch im Süden der Republik beheizt werden. Als Heizmaterial wird in den Feldern, die in Schrobenhausen wirklich erwärmt werden, Hackschnitzel/Pellets verwendet, die aber auch in jedem Jahr teurer werden.

Mein Ansinnen in der Metzgerei war allerdings ein ganz anderes. Wie die Überschrift schon verrät geht es um Schinken im Bierteig, in meinem Fall sogar um Bockbierteig. Schließlich ist jetzt noch nicht Spargel-, dafür aber Starkbierzeit. Dass es sich bei Bockbier (ca. 6,9 %) um eine Ur-bayerische Erfindung handelt, habe ich übrigens bis vor wenigen Minuten selbst noch geglaubt!

Schinken im Bierteig
Weit über 300 Brauerein gibt es heute noch in Franken und der Oberpfalz.
Hier geht es zum Streifzug durch das Land,
“wo Gerste und Hopfen blühen”.

Dabei liegt der Ursprung des Bockbiers in der ehemaligen Hansestadt Einbeck in Niedersachsen.

Der Eintrag bei Wikipedia zum Bockbier schließt so manche Bildungslücke, weshalb ich ihn dringend zur Lektüre empfehle, auch um das Thema hier abschließen zu können.

Schinken im Bierteig – Genug für vier Personen

Für Schinken und Bockbier-Teig:
* 100g Mehl
* 125 ml Bockbier
* 1 Eigelb
* 2 EL Öl
* Salz
* 1 Eiweiß
* 2 EL Butterschmalz zum Ausbacken

* 2 Scheiben gekochten Schinken (ca. 6-8 mm dick)
* 2 EL Dijonsenf
* 3 Zweige Thymian
* Semmelbrösel

Für das Gemüse:
* 1 kleinen Spitzkohl
* 4 Karotten
* 30 ml Sonnenblumenöl
* 30 g getrocknete Cranberries
* 3 EL Weißweinessig
* 50 ml Gemüsebrühe
* 2 EL flüssigen Honig
* 1 Zitrone
* Salz + Pfeffer.

Schinken im Bierteig
Ein paar der Biersorten, die heute noch in Franken gebraut werden. Weit über 300 Brauerein gibt es in Franken und der benachbarten Oberpfalz.

Zubereitung Schinken im Bierteig:

Aus Mehl, Öl, Eigelb und dem Bockbier einen geschmeidigen Teig rühren, kräftig mit Salz würzen und ca. 30 Minuten ruhen lassen. Dann das Eiweiß steif schlagen und vorsichtig unterheben.

Die Schinkenscheiben halbieren. Mit Salz und Pfeffer würzen, anschließend mit Senf bestreichen. Die Thymianblättchen von den Zweigen zupfen und darüber streuen. Nun die Scheiben in den Semmelbröseln wenden. Anschließend durch den vorbereiteten Bierteig ziehen und im Butterschmalz portionsweise goldbraun ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Den Spitzkohl der Länge nach halbieren, die äußeren Blätter und den Strunk entfernen. Die Karotten waschen und schälen. Alles in mundgerechte Stücke schneiden.

Das Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen und das Gemüse darin andünsten. Die Cranberries zufügen. Das Ganze mit Weißweinessig ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen, die Gemüsebrühe angießen, etwas einköcheln, dann den Honig dazugeben. Alles gut durchschwenken.

Zitronenscheiben schneiden, das Gemüse auf Tellern verteilen, die ausgebackenen Schinken- mit den Zitronenscheiben darauf anrichten.

Schinken im Bierteig

Schinken im Bierteig

Schinken im Bierteig

Neben diesem Schinken im Bierteig gibt es weitere Rezepte mit Bier in diesem Blog:

 

4 Antworten : “Schinken im Bierteig auf süß-saurem Spitzkohlgemüse”

  1. Irma Morgenroth sagt:

    Was ist ein Spitzkohl, ich wohne in Kanada, und ich habe keine Ahnung ob ich welchen hier bekommen kann.

  2. Turtle sagt:

    Klingt super, aber wo bekommt man um die Jahreszeit Spitzkohl her? Unser Gemuesedealer hat schon lange keinen mehr, da Zeug haelt ja nicht gut.

    • Also mein Gemüsehändler hat mir letzte Wochen diesen Spitzkohl angeboten, der dann auch in meinem Kochtopf gelandet ist. Das war schon neue Ernte. Als Alternative kann man ja auch das recht zarte Wickelkraut verwenden.

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.