Das sinnliche Menü für zwei

Obgleich es sowohl politisch als auch lebensmitteltechnisch wirklich inkorrekt ist, wage ich es manchmal doch, diese frisch gerupfte, ganze Ente bei der Marktfrau meines Vertrauens liegen zu lassen. Dann nämlich, wenn ich einfach nur Lust auf ein Stück Entenbrust und keinerlei Verwendung für den Rest des Flattermanns habe. Oder vielleicht einfach deshalb, weil die Kühltruhe bereits zu voll ist um den Rest aufzunehmen.

Dann schleiche ich mich heimlich in einen nahen Großmarkt, schnappe mir zwei kleine Barberie-Entenbrüste aus der Fleischtheke und verschwinde so schnell wie möglich mit meiner Beute (natürlich bezahle ich sie vorher), ehe mich jemand dabei erwischt. Und wenn diese üble Tat vollbracht ist, dann verwöhne ich meine einzige Lieblingsfrau mit einer total leckeren Entenbrust in Calvados.

Vorher gibt es einen feinen Feldsalat mit möglichst frisch geräucherter Forelle. Das ganze nennt sich dann „das sinnliche Menü“. KollegInnen werden sich vielleicht daran erinnern, es hat Ihnen am  18.12.2008 beim “Wichteln” recht gut geschmeckt. Obwohl wir damals den Begriff der Sinnlichkeit und auch den Salat lieber weggelassen haben.

Feldsalat mit geräucherter Forelle

Die Zutaten:
* 100g Feldsalat
* 1 geräucherter Forelle
* 4 EL Crème fraîche
* 2 Zweige Dill
* ½ unbehandelte Zitrone
* 1 TL Balsamico-Essig
* 1 EL Olivenöl
* Salz +  Pfeffer

Zubereitung: Den Feldsalat putzen, waschen, möglichst trocken schleudern. Die Crème fraîche mit etwas Abrieb der Schale und Zitronensaft glatt rühren. Die Forelle filetieren und in kleine Stücke zerteilen. Den Salat kurz vor dem Anrichten im Dressing aus Essig und Öl marinieren.
Salat auf Teller verteilen, Forellenstücke darauf anrichten und mit der Zitronen-Créme-fraîche beträufeln. Mit Pfeffer würzen und mit etwas Dill garnieren.

Entenbrust in Calvados

Die Zutaten:
* 2 Entenbrust-Filets à ca. 200g
* 2 kleine säuerliche Äpfel
* 1 große Orange
* 2 TL Orangenmarmelade
* einige Zweige frischen Thymian
* 1/8 l Apfelschnaps (Calvados)
* 1/8 l Hühnerfond
* 1 EL Sahne
* Salz + Pfeffer

Äpfel und Orangen schälen, in Scheiben schneiden, bzw. filetieren. Obst fächerförmig auf ein gefettetes Backblech schichten, pfeffern und mit Thymianblättchen und Butterflöckchen bestreuen.
Die Entenbrustfilets abspülen, trocken tupfen und die Haut ein paar Mal mit einem spitzen Messer quer einschneiden. Die Filets mit Salz und Pfeffer würzen, in ganz wenig heißem Butterschmalz zunächst auf der Hautseite kräftig braun anbraten, dann wenden. Die obere Seite mit je 1 TL Orangenmarmelade bestreichen.

Die Entenbrüste nun auf das Obst legen, das Blech in den vorgeheizten Backofen (Ober- und Unterhitze bei 200 Grad) schieben. Nach ca. 10 Minuten das Bratgut mit Apfelschnaps begießen und weitere 10 Minuten braten. Die Entenbrüste aus dem Ofen nehmen, in Alufolie wickeln und für etwa 10 Minuten entspannen lassen. Das Blech mit dem Obst gegebenenfalls aus dem Ofen nehmen (die Früchte sollten zwar weich aber nicht matschig sein).

Unterdessen für die Sauce den Hühnerfond zum Bratensatz in der Pfanne gießen, in der die Entenbrüste angebraten wurden und aufkochen. Sahne und etwas Bratensaft vom Blech vorsichtig dazugeben, würzen und evtl. mit Orangenmarmelade abschmecken. Eiskalte Butterflöckchen einmontieren.

Das Blech mit den Apfel und Orangenstückchen kurz vor dem servieren nochmals zum erwärmen in den Ofen geben. Das Fleisch aufschneiden, dann alles zusammen auf angewärmten Tellern servieren. Dazu passen kleine Kartoffelklöße, aber auch Baguette.


Mehr zum Thema Geflügel in diesem Blog:


 

5 Antworten : “Das sinnliche Menü für zwei”

  1. Malte sagt:

    Lecker, ich liebe Entenbrust mit krosser Haut! und so verwerflich finde ich es auch nicht, mal ab und zu eine Entenbrust und nicht den kompletten Flattermann zu kaufen. Das passt schon.

  2. Zwei Entenbrüste für ein Tête-à-tête mit der Lieblingsfrau. Hmmm, ich sehe aber vier Ententeilchen. Sag bloss, ihr habt das alles zu zweit weggeputzt?!

  3. Das ist jetzt insofern gemein, als ich doch am vergangenen Samstag verzweifelt Entenkeulen gesucht habe und nur die Brüste fand. Wir hätten uns den ganzen Vogel also schick teilen können. Sag halt mal früher Bescheid! :)))

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.