Schokoladen-Knusperschnitten mit Schokomousse

Schokoladen-Knusperschnitten

Manchmal wundere ich mich ein bisschen darüber, was die Leute alles zusammenpanschen um eine einfache Schokomousse herzustellen. Es gibt 1000 Rezepte und Varianten, die aber unter dem Strich den jeweiligen Aufwand gar nicht wert sind. In meinen Augen sehr arme Tröpfe sind in diesem Zusammenhang die Veganer. Kürzlich habe ich ein veganes Rezept gelesen, in dem eine Banane als Grundlage für eine vegane Schokomousse herhalten musste. Das arme krumme Ding!

Dann gibt es Leute, die unbedingt Eigelb in ihre Mousse einarbeiten müssen oder vielleicht sogar Gelatine – oder was weiß ich noch alles.

Ein für mich absolut unsägliches Produkt ist bekanntlich „weiße“ Schokolade. Was doch schon vom Namen her ein Widerspruch in sich ist. Der Kakaomasse wird das Kakaopulver entzogen und nur die daraus entstandene Kakaobutter wird zusammen mit Milchbestandteilen und Zucker verwendet. Dazu wird Trockenmilch gemischt und verschiedene andere Zusätze. Laut EU-Richtlinie muss die weiße Schokolade aus mindestens 20 % Kakaobutter und 14 % Trockenmilchanteil bestehen. Und der Rest? – Ach, ich will das gar nicht so genau wissen.

Mein Geschmacksnerven melden mir bei jedem (seltenen) Verzehr nur die Trockenmilch und sie sagen mir auch: „mit Schokolade hat das definitiv nichts zu tun“! Recht haben sie! Wenn daraus jetzt noch jemand eine Mousse macht und behauptet, das wäre fantastisch und total lecker, dann lache ich sie gerne aus. Denn weiße Schokolade ist eindeutig ein Mädchenprodukt!

Schokoladenmousse
Die Zubereitung von Schokoladenmousse ist denkbar einfach.

Wer auf die dunkle Seite der Schokoladenmacht kommen möchte, kann sich jetzt sofort meiner Ab-70%-Fraktion anschließen und bekommt als Geschenk mein eigenes Schokomousse-Rezept. Obwohl man mit Essen nicht spielt, kann man bei der Zugabe von geschlagenem Eiweiß ein bisschen spielen. Oder auch bei der Verwendung von Orangenabrieb. Oder auch nicht.

Mein einfachstes Rezept für eine delikate Schokoladenmousse enthält nur 200 Gramm Kuvertüre (70% Schokolade), 400 ml Schlagsahne und ein großes Eiweiß. Dazu noch ein kleines bisschen Orangenabrieb und Schluss. Damit macht man sich Freunde auf der Welt. Das ergibt eine (fast) stichfeste, lockere Mousse, die man durch die Zugabe von etwas mehr als nur einem Eiweiß noch ein bisschen heller und lockerer machen kann. Aber wer will das schon?

Die Zubereitung der Schokomousse

ist genauso einfach wie die Zutaten:
* 200 Gramm Kuvertüre, zartbitter (oder 70% Schokolade),
* 400 ml Schlagsahne
* ein großes Eiweiß
* etwas Abrieb einer Orangenschale (Bio)

Die Kuvertüre in einem Wasserbad bei niedriger Temperatur (max 35 Grad) schmelzen lassen. Die Schokolade in eine größere, kühle Schüssel geben. Mit einer sehr feinen Reibe etwas Abrieb einer Orange herstellen und in die Schokolade arbeiten (Menge nach Geschmack. – Schmeckt aber auch ohne).

Die Sahne steif schlagen, anschließend unter die Schokomasse heben. Das Ei trennen, das Eiweiß steif schlagen und locker unter die Schokoladenmousse heben. Keinesfalls mit dem Rühgerät! Für 3-4 Stunden kühl stellen. Je nachdem was man damit vorhat, kann man die Masse auch gleich in Spritztüten mit einer Sterntülle füllen und kalt stellen.

Schokoladen-Knusperschnitten
Zur Mousse machen wir uns jetzt noch ein paar Schokoladen-Knusperschnitten

Für die Schokoladen-Knusperschnitten

* 6 Blätter Filoteig
* 50 g Butter
* 30 g Kakaobohnenbruch
* 50 g Cashewnüsse, geröstet
* 100 g Puderzucker

Die Butter zerlassen, die Cashewnüsse hacken. Den Backofen (Ober- und Unterhitze) auf 200 Grad vorheizen.
Ein Blatt Filoteig mit etwas Butter bestreichen, mit Puderzucker bestreuen und mit Cashewnüssen und Kakaobohnenbruch bestreuen. Ein weiteres Blatt darauf legen. Nochmals Butter, Puderzucker, Cashewnüsse und Kakaobohnenbruch darauf geben und wieder ein Blatt oben auflegen.
Ein weiteres mal die vier Zutaten darauf geben und das gleiche mit den drei anderen Blättern wiederholen. Die beiden Blätterstapel zwischen zwei Silikon-Matten im Ofen goldbraun backen und noch während sie heiß sind in gleiche Stücke schneiden.

Schokoladen-Knusperschnitten
Die Herstellung der Schokoladen-Knusperschnitten ist kein Problem

Schokoladen-Knusperschnitten
Backen sollte man die Schokoladen-Knusperschnitten am besten zwischen zwei Silikon-Matten

Schokoladen-Knusperschnitten

Zum Anrichten das Schokoladenmousse auf die Knusperblätter geben und je ein weiteres Knusperblatt darauf legen. Auf den Fotos sind verschiedene Varianten zu sehen, die man dazu servieren kann. Zum Beispiel (ganz oben) marinierte Ananaswürfeln, Orangengelee und/oder getrocknete Ananas, die aussehen wie Blütenblätter. Wir nennen die getrockneten Ananasscheiben deshalb Ananasblüten. Aber auch ein einfaches Ragout aus marinierten Orangenfilets ist dazu ein Hit.

6 Antworten : “Schokoladen-Knusperschnitten mit Schokomousse”

  1. Toettchen sagt:

    Ich esse nicht gerne Schokolade, aber diese Knusperschnitten, die reizen mich schon.
    Grüsse vom Bodensee
    Toettchen

  2. Marianne sagt:

    Oh, ja, es geht nix über wirklich Schokolade. Obwohl es auch Varianten veganer Art gibt, die wie ich meine, den Schokogeschmack durchaus hervorheben. Denn: Ist ja auch Kakao enthalten, der ursprünglich zur Herstellung verwendet wird.
    Ein Experiment meinerseits mit Avocado gemischt, schmeckt wirklich gut. Hier habe ich zwar etwas außergewöhnlich Zitronenmousse dazu genommen, trotzdem auch solo toll.
    http://www.foodboard.de/rezept/zitronenmousse-oben-avocadocream-32910.html
    noch ein Experiment aufm Blog http://koch-back-leidenschaftkreativ.blogspot.com/2013/05/schokoladencreme-ohne-schokolade.html
    Trotzdem geht natürlich nichts über „echte Schoki“.;)
    Experimentierfreudigen Gruß
    Marianne

  3. Paul Riesig sagt:

    ….oder einfach Pur aus der Schüssel essen ;-)…getreu nach dem Motto: Hauptsachelecker !

  4. ninive sagt:

    Und das wo ich hier im Dienst sitze… mit nix mehr als Knäckebrot und etwas Obst… sehr schön und einfach, deine Mousse. Was die Schokolade angeht- werd ich beim Chocolatier mal nachfragen nach der weißen Couvertüre. Für mich ist Vollmilch das no-go.

    • Nein, nein. Das kannst Du Dir echt sparen.
      Wenn Vollmilch schon ein no-go ist, dann ist weiße Schokolade ein doppeltes nono-gogo

      • ninive sagt:

        Als Mousse tatsächlich nicht, aber so eine fein schmelzende Praline, mit wohldosiertem Zuckergehalt, die kann ich mir in weiß durchaus vorstellen. Vielleicht zeige ich bald mal welche, oder irgendwann….

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