Nougat-Mousse auf grüner Insel – Irland – EM2012

Nougat-Mousse mit Baileys

Wer schon einmal etwas davon gehört hat, dass es eine Fußballauswahl der Vatikanstadt gibt, darf jetzt schnell die Hand heben und bekommt eine Extra-Portion des heutigen Desserts. Wer auch noch wusste, dass deren Trainer seit 2010 Giovanni Trapattoni heißt, führt hiermit 2:0.

Der sympathische italienische Trainer mit den lustigen Sprüchen verspürt offensichtlich keinerlei Lust darauf, sich im sonnigen Süden aufs Altenteil zurückzuziehen. Denn von 2008 bis 2013 war er (über 70-jährig) in Irland als Trainer der dortigen Nationalmannschaft engagiert. Sein größter Erfolg: die sympathischen Kerle von der Insel haben sich mit ihm für das EM-Turnier 2012 qualifiziert.

Zwar mussten sich die grün-weißen Underdogs bald aus dem Turnier verabschieden müssen, aber wir behalten sie in allerbester Erinnerung. Sowohl die Spieler der irischen Mannschaft, als auch ihre fantastischen Fans, die ganz Europa gezeigt haben wie man mit Niederlagen auch umgehen kann. Wer das Spiel, von dem hier die Rede ist, nicht gesehen hat: es endete mit 4:0 für den amtierenden Weltmeister Spanien.

Die Iren waren im gesamten Spielverlauf chancenlos und nach dem letzten Tor der Spanier stimmten die irischen Fans einen schönen Chor im Stadion an, der sogar den Moderator des Spiels dazu bewog endlich still zu sein.

Wie inzwischen bekannt ist, heisst das Lied „Low lie the fields of Atherny“ und stammt aus den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, von einem Mann namens Pete St. John. Unterschiedliche Bands wie die Kelly Family, die Dubliners und Greatful Dead haben den Song gecovert. Es behandelt eine berührende Geschichte von Verzweiflung, Schuld, Liebe, Heimweh und natürlich den ewigen Freiheitskampf. Im nebenstehenden Video ist der Originalton beim Spiel recht gut zu hören.

In diesem Zusammenhang möchte ich die deutschen Fans darum bitten, sich ein Beispiel daran zu nehmen und diese grauenhaften Rufe: „Sieg!…., Sieg!…., Sieg!….“, bei künftigen Siegen doch zu unterlassen. Das klingt weder nach echter Freude noch ist es in irgend einer Form sympatisch. Eher überheblich, dumm und sehr dumpf.

Wie es um die fußballerischen Qualitäten der Iren steht wissen wir nun. Die kulinarischen Aussichten sollen sich in den letzten Jahren auf der Insel zwar wesentlich verbessert haben, aber ich habe kein klassisches irisches Gericht gefunden, zu dem ich gesagt hätte: „Wow, du kommst in meinen Kochtopf“. Und Eintöpfe, wie das Irish Stew, sind prinzipiell und trotz des schönen Gesangs der Iren nicht mein Fall.

Das Rinderfilet gibt es an anderer Stelle

Natürlich stehen neben vielen Lämmern auch Rinder mit bester Fleischqualität auf den irischen Weiden, aus denen man herrliche Fleischstücke schneiden und zubereiten könnte. Aber mein Ansatz an dieser Stelle ist ja, Ihnen auch eine Mischung aus möglichst vielen verschiedenen Menüteilen vorzuschlagen. Rinderfilet gibt es an anderer Stelle.

Bliebe noch frisch geräucherter, irischer Lachs oder Meeresfrüchte wie Austern und Krabben. Jedoch, Lachs hatten wir kürzlich zu den Blini, den Rest gibt es nicht so ohne weiteres im nahen Supermarkt zu erwerben oder er sprengt ziemlich schnell ganze Familienbudgets.

Eine Erfindung, die seit 1979 zu besonderen Anlässen in deutschen Gläsern schwappt und dem guten alten Eierlikörchen bei uns den hohen Rang streitig gemacht hat, ist der irische „Baileys Original Irish Cream“. Dieser ist mit seinen 17% Alkoholgehalt für mehr als 50 Prozent aller Spirituosenexporte aus Irland verantwortlich und mit einem Marktanteil von etwa 50 Prozent weltweiter Marktführer unter den Cream-Likören. Verkauft wird er in mehr als 180 Ländern.

Ob die Milchmenge reicht, die alle irischen Kühe zusammen geben, um den Sahneanteil dieses Exportschlagers zu decken, ist mir unbekannt. Zum Glück gibt es aber noch andere Kühe, die uns den Rest zum daraus geplanten Dessert liefern werden.

Neben dem Alkohol schmeckt man aus echtem Baileys eine leicht nussige Note heraus, die mich stark an Nuss-Nougat-Creme erinnert. So entstand die Idee ein Nougat-Mousse zu kreieren, das mit Baileys verfeinert wird und mit Erdbeeren (Früchte der Saison) optisch aufgewertet werden kann. Ob Sie sich zuvor ein Irish Stew kochen oder nur ein paar Gläser irisches Guinness trinken, das liegt nun nicht mehr in meiner Verantwortung.

Nougat-Mousse mit Baileys

Nougat-Mousse mit Baileys. Zutaten für 4-6 Personen:

* 200 g Nougat
* 300 ml Schlagsahne
* 2 Eiweiß
* 50 ml Baileys
* Erdbeeren (optional).
Für die grüne Insel:
* gehackte Pistazien
* 1 Bund Zitronenmelisse.

Zubereitung des Nougat-Mousse mit Baileys:

Das Nougat grob hacken, in einer kleinen Metallschüssel in einem Topf mit wenig Wasser bei geringer Temperatur zunächst schmelzen, dann etwas abkühlen lassen.

Sahne und Eiweiß getrennt steif schlagen. In die geschlagene Sahne das geschmolzene Nougat in einem dünnen Strahl einfließen lassen, dabei mit einem Schneebesen weiterschlagen. Danach das steif geschlagene Eiweiß mit einem Kochlöffel (keinesfalls mit dem Rührgerät) unter die Masse der Nougat-Mousse heben.

Was Sie mit dem Baileys machen, hängt natürlich von der Konstellation der Esser ab. Wenn Kinder dabei sind, können sie trotzdem 2-3 Esslöffel des Cremelikörs unter die Moussemasse heben, in Gläser füllen und mindestens 3 Stunden kühl stellen. Wenn von dem Mousse nur Erwachsene etwas abbekommen sollen, füllen Sie die Nougat-Mousse ohne Baileys in kleine Metallringe und geben den Likör erst vor dem Servieren auf die fest gewordene Masse. So hat man bei löffeln immer den leckeren Geschmack des Getränks.

Als dritte Variante bietet sich ein Baileys-Gelee an, das extra gereicht wird. In 20 ml Wasser etwas Gelatine auflösen (Packungsanweisungen) und mit 50 ml Baileys vermischen. Alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech gießen und fest werden lassen. Danach kann das Gelee mit beliebigen Formen ausgestochen werden und auf Tellern angerichtet werden, auf die man zuvor kleine Inseln aus den Blättern der Zitronenmelisse und den gehackten Pistazien drapiert hat.


Neben dem Nougat-Mousse gibt es weitere Rezepte zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in diesem Blog:


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