Vanilleäpfel mit luftiger Quarkcreme und Rumrosinen

Vanilleäpfel mit Quarkcreme

Diese ewige Fotografiererei des eigenen Essens macht einen engagierten Foodblogger wie mich manchmal ganz wuschig. Auf all meinen Speicherkarten sind Bilder von genossenen Gerichten und Lebensmitteln. Auf dem Smartphone sowieso. Und die Festplatten im Computer beherbergen erst recht die ganz große Sammlung an abgeschossenem Essbarem. Dort liegen die bereits verarbeiteten neben den noch unbearbeiteten Bildern in emotionsloser Eintracht nebeneinander.

Die einen sind schon veröffentlicht, die anderen warten noch darauf. Neben diesem ganzen Wust muss man auch noch zusätzliche Sicherungen davon haben, also extrene Festplatten, damit der ganze Datensalat nicht eines Tages ins Nirvana eingeht.

Der Foodblogger hat es auch nicht immer leicht

Das Gefühl, dass die noch nicht veröffentlichten Gerichte auf allen Speichermedien mit den zugehörigen Bildern zu immer größeren Haufen anwachsen, werde ich in letzter Zeit nicht mehr los. Ich bin beim Bloggen nämlich wie beim Essen. Es muss immer irgendwie passen.

Bei Temperaturen über 20 Grad vergeht mir zum Beispiel generell die ansonsten große Lust auf Schweinebraten. Oder auf Sauerkraut. Umgekehrt passt mir ein kaltes Melonensüppchen nicht zu kühlen Tagen. Selbst wenn Melonen-Saison wäre.

So gibt es zahlreiche Gerichte, die eigentlich schon ewig publiziert werden könnten und zu denen es schöne Bilder gibt – aber sie passen einfach nicht zu dem wonach mir gerade ist, und schon gar nicht zum herrschenden Wetter. Deshalb werden sie nicht veröffentlicht. Punkt.

Wegen misslungener Fotos dieses Dessert zurückhalten?

Für mich als Foodblogger ganz schlimm, sind fertige Gerichte, zu denen man sich bereits Stichpunkte aufgeschrieben oder womöglich schon eine kleine Geschichte ausgedacht hat. Aber dann misslingen aus unterschiedlichen Gründen die Bilder. Oder Komponenten des Gerichts sehen nicht so aus, wie man es sich vorgestellt hat. Oder beides. Also Bilder und Teile des Gerichts überzeugen nicht.

Wie schon an mehreren Stellen in diesem Blog dargelegt, strebe ich in der Küche stets nach neuen Ufern. Gäste bekommen bei uns fast ausschließlich neue Gerichte serviert, Wiederholungen sind verpönt. Ein optisch etwas misslungenes Gericht hat deshalb kaum eine Chance, jemals in diesen Blog zu kommen. Aber ist das gerecht? Darf ein gutes Dessert einem Foodblogger zum Opfer fallen? Ich meine: Nein!

Ein Dessert, auf das die beiden oben genannten Kategorien zutreffen, möchte ich hier und jetzt vorstellen. Ein bisschen auch gerade deshalb, weil es endlich Frühling ist und dies eine gute Gelegenheit bietet, über den eigenen Schatten zu springen. Denn das Dessert ist wirklich sehr köstlich. Auch wenn es auf dem einzigen Foto nicht so aussieht.

Vanilleäpfel mit Quarkcreme

Das Rezept: Vanilleäpfel mit luftiger Quarkcreme, Rumrosinen und Strudelblättern

Zutaten (6 Personen):
* 80 g Rosinen
* ca. 4 EL Rum
* 400 g Quark (20%)
* 3 EL Joghurt
* 100 ml Schlagsahne
* 2 Eiweiß
* 50 g Zucker
* 1 Vanilleschote
* 1 EL Amaretto

Zubereitung: Ein Sieb mit einem frischen Mulltuch/Küchentuch auslegen. Den Quark darin mehrere Stunden abtropfen lassen. Die Rosinen waschen, in einer kleinen Schüssel mit dem Rum vermischen. Anschließend ebenfalls einige Stunden ziehen lassen.
Die Eier trennen und das Eiweiß steif schlagen. Dabei langsam den Zucker einrieseln lassen. So lange schlagen, bis der Eischnee eine sehr cremige Konsistenz und der Zucker sich aufgelöst hat. In einem zweiten Becher die Sahne ebenfalls steif schlagen.

Die Vanilleschote auskratzen und das Mark mit dem Quark und dem Joghurt vermischen. Damit sich die recht trockene Quarkmasse besser vermischen lässt, eventuell zuerst nur einen kleinen Teil des steif geschlagenen Eiweiß dazu geben. Dann den Rest des Eiweiß und die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Dabei nicht das Rührgerät, sondern nur einen Schneebesen oder einen Löffel verwenden.

Vor dem Servieren die Rumrosinen ausdrücken und unter die luftiger Quarkcreme geben.

TIPP frisches Küchentuch: In vielen Familien kommen Weichspüler und stark parfümierte Waschmittel zum Einsatz. Man muss unbedingt daran denken, dass diese Düfte auch Spuren in Lebensmitteln hinterlassen. Ein „frisches“ Mulltuch sollte also ein Tuch sein, das nicht nach Waschmittel-Zusätzen duftet.

Zutaten für die Vanilleäpfel:
* 2 Äpfel
* 1 EL Puderzucker
* 0,5 Schote Vanille
* 1 Stück Zimtrinde
* ½ Zitrone, unbehandelt
* ½ Orange, unbehandelt
* 5 EL Apfelsaft
* 1 EL Calvados
* 1 EL Butter
* Zucker nach Geschmack

Zubereitung der Vanilleäpfel: Zitronen und Orangenschale mit einer feinen Reibe abreiben. Die Äpfel schälen, Kernhaus ausstechen, vierteln, und in kleine Würfel schneiden. Puderzucker in einer Pfanne bei mittler Hitze goldbraun karamellisieren, Apfelwürfel darin mit Zitronen- und Orangenschale anschwitzen.

Mit Zimt und Vanille würzen, mit Apfelsaft ablöschen und ein bisschen einköcheln lassen bis die Äpel die gewünschte Konsistenz haben. Das liegt an der verwendeten Apfel-Sorte. Calvados und Butter dazugeben und gegebenenfalls etwas nachzuckern. Abkühlen lassen.

Für die Strudelteigblätter:
* 1 Blatt Strudelteig
* 1 Bogen Backpapier
* flüssige Butter
* Puderzucker

Den Backofen auf 170 Grad vorheizen.
Aus dem Teig runde Blätter ausstechen und auf Backpapier legen. Mit der flüssigen Butter bestreichen und dünn mit Puderzucker bestreuen. In etwa acht bis zehn Minuten auf der mittleren Einschubleiste goldbraun backen und abkühlen lassen.

Alles zusammen anrichten. Am besten kleine Türmchen mit wechselnden Schichten daraus machen.

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