Allerlei von der Karotte

Allerlei von der Karotte

Mir tut es in der Seele weh, wenn ich Frauen an rohen Karotten herum knabbern sehe. Sowohl die betreffende Dame, als auch die Möhre selber tut mir leid. Wie wir schon seit dem Jahr 2002 wissen, sollte man zur Aufspaltung der Nährstoffe in Karotten auf jeden Fall ein bisschen Öl verwenden. So zumindest das Untersuchungsergebnis schwedischer Wissenschaftler, die das damals akribisch prüften.

Sie fanden heraus, dass der menschliche Körper aus der rohen, nackigen Karotte das wichtige Betacarotin nur zu drei Prozent extrahieren kann. Durch vorheriges Kochen der Karotten ließe sich die Menge auf sechs Prozent steigern, durch die Zugabe von Öl auf immerhin acht Prozent.

Den Rohverzehr der kleinen Rüben kann man sich also fast komplett sparen, voarusgesetzt, man will mehr damit erreichen als das eigene Kauwerkzeug in Bewegung zu halten oder Langeweile zu töten.

Frische Möhren. Gewaschen und vorbereitet

Lange Zeit war ich auch persönlich nicht besonders gut auf die gemeine Karotte zu sprechen. Meine Kindheit in den frühen 1960er Jahren wurde nämlich entscheidend geprägt von einem fürchterlichen Gemisch aus der (damals sehr modernen) Dose, das ich bis heute nicht leiden kann: Erbsen und Karotten!

Ganz furchtbare Erlebnisse hatte ich auch schon in zahlreichen Gaststätten, in denen sauer eingelegte, geriffelte Karottenscheiben so manchen Salatteller ver(hunzen)vollständigen.

Dabei gäbe es doch eine ganze Reihe von Möglichkeiten, Möhren wirklich zu genießen. Auch wenn es die Rübchen ganzjährig zu kaufen gibt, haben sie doch ihre beste Zeit im Sommer, frisch aus der Erde. Den Rest des Jahres kann man ihnen aber auf die Sprünge helfen und sie toll kombinieren.

Begonnen bei bestimmten Kräutern, wie zum Beispiel dem Kerbel, aber auch in enger Freundschaft mit Gewürzen wie Zimt oder Koriander lassen sich allerlei Neuentdeckungen kulinarischer Art erleben.

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Ein Allerlei von der Karotte gibt es heute

Kombinieren Sie aber auch:
Karotten mit Orangen,
– Karotte und Apfel,
Karotten mit Kräutern,
Karotte und Kokos,
Karotte und Ingwer
Schweinebauch auf köstlicher Karottenbutter – Karottensoße
– oder auch Karotte und Walnuss. – Die Aufzählung ließe sich noch ein Weilchen fortsetzen.

Allerlei von der Karotte
Auch wenn sich Perl- und Silberzwiebeln sehr ähnlich sehen, so gehören sie doch zu zwei unterschiedlichen botanischen Arten. Die Perlzwiebel ist eine kultivierte Sortengruppe der Lauchgewächse und wächst auf dem Feld. – Die Silberzwiebel ist ein besonders empfindliches Ding, weshalb es sie fast ausnahmslos eingelegt in Gläsern zu kaufen gibt.

Ein Dauerbrenner: Möhren und Zwiebeln

Echte Dauerbrenner sind Karotten und Zwiebeln, deren beider Süße echten Genuss auf den Teller bringt und den ersten Teil des nun folgenden, vegetarischen Gerichts bildet. Dazu gibt es noch eine zweite Komponente, die beliebte Kombination Karotte mit Orange, die man in ganz verschiedenen Varianten Servieren kann.

Die Zutaten für unser Allerlei von der Karotte:
* 2 Bund Karotten
* 350 g Perlzwiebeln
* 500 ml Gemüsebrühe
* 300 ml Sahne
* ca. 50 g Butter
* Salz
* Pfeffer
* etwas Zucker

Zubereitung Teil 1: Karotten & Zwiebeln
Einen Teil der jungen Bundmöhren waschen, eventuell schälen und der Länge nach in etwa gleich große Teile schneiden. Die Stifte in etwas Gemüsebrühe (so dass die Möhren gerade bedeckt sind) und einem großen Stück Butter bei mittlerer Hitze in einem kleinen Topf dünsten, bis fast die ganze Flüssigkeit nur noch ein dickflüssiger Sirup ist.

In einem zweiten Topf mit den gehäuteten Zwiebeln ebenso verfahren. Beide Gemüsesorten zusammenführen, mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken,

Zubereitung Teil 2: Möhren & Orangen
Die Karotten säubern, ebenfalls in Stifte schneiden und in etwas gewürzter Gemüsebrühe bissfest garen. Die Sahne cremig einkochen. Unterdessen die Bio-Orange heiß abwaschen, trocken reiben und die Schale mit einer sehr feinen Reibe abraspeln. Den Schalenabrieb zur Sahne geben, mit Salz und Pfeffer würzen.

Vor dem Servieren die Orangen-Sahne aufschäumen und die gegarten Karotten damit nappieren.

Beide Teile des Gerichts auf großen Tellern anrichten. Dazu passt kräftiges fränkisches Schwarzbrot.

Wer unbedingt meint, den eingeschlagenen vegetarischen Pfad dieses Gerichts verlassen zu müssen, sollte nur ein ein kleines, dunkles Stück Fleisch verwenden. Am besten ein kurz gebratenes Stück Rind oder Ente.

Entenbrust zum Allerlei von der Möhre
Entenbrust passt recht gut zum Allerlei von der Karotte

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3 Kommentare zu “Allerlei von der Karotte”

  • Karotten, oder Möhren wie wir dazu sagen, zählen zu meinen Lieblingsgemüsesorten :-) Ich mag sie als Salat oder als gedünstetes Gemüse mit Zucchini und Paprika oder mit Nudeln und Sahnesoße. Ich esse vorwiegend vegetarisch, deshalb sind sie für mich nicht nur lecker, sondern wichtig.

  • Vermutlich durch meine türkisch beeinflusste Mutter gab es bei uns schon immer feine Karottensalate, mit Apfel und Haselnuss… deine zwiebelige Kombi gefällt mir auch sehr gut.

  • Guten Abend Peter,
    diese sauer eingelegten Karottenstifte, die jeden Salat verhunzen, begeistern mich vor allem im Sommer, wenn es frische Karotten in Hülle und Fülle gibt. Die damals moderne Dosenmischung blieb mir dank des großen Gartens meiner Großmutter weitgehend erspart. Karotten – auch roh – gehören zu meinem Lieblingsgemüse. Außer Koriander oder Zimt, verwende ich noch gern Piment, Bengalpfeffer, Szechuanpfeffer oder Zimtblüte als Gewürz, Orangensalz und Rosmarin, Zitronenverbene oder Minze als Kraut zu Karotten. Deine Vorschläge, besonders der Karottenschaum mit Orangen, gefallen mir sehr gut.
    Gruß und ein nahrhaftes Wochenende
    Margit

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