Bergwerksweihnacht Auerbach i.d. Oberpfalz

Bergwerksweihnacht Auerbach

Häufig ist das wichtigste am Besuch eines Weihnachtsmarktes einfach der richtige Zeitpunkt. Meinen fränkischen Mitbürgern würde ich zum Beispiel immer raten, den berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt keinesfalls vor 18:30 Uhr zu besuchen – und dann nur unter der Woche, keinesfalls aber von Freitag bis Sonntag. In der restlichen Zeit gehört der Markt den Touristen und es ist einfach zu voll.

Ab circa 18:30 Uhr sind die letzten Tagesbesucher, bei denen wir Nürnberger uns recht herzlich für ihren Besuch bedanken, in bereitstehende Busse und Züge geklettert, und befinden sich auf der Heimreise.

Eine Ausnahme von meiner Empfehlung bilden noch die Stunden ab 10 Uhr vormittags, wenn die Buden gerade öffnen. Aber man muss schon hartgesotten sein um im hellen Tageslicht in weihnachtliche Stimmung zu geraten. Mir tun die getriebenen Touristen aus Übersee jedenfalls leid, die vormittags durch Rothenburg eilen, am Mittag Bratwürste in Nürnberg mampfen und am Abend am Dresdner Striezelmarkt gesichtet werden.

Bergwerksweihnacht Auerbach

Wir selbst erkunden alljährlich mehrere Weihnachtsmärkte in einem Umkreis von etwa 100 Kilometern, wobei wir schon nette Entdeckungen gemacht haben. Sei es der wunderschöne Adventsmarkt in Sommerhausen am Main, der an den vier Adventswochenenden stattfindet. Dort gibt es vorwiegend Kunsthandwerk und künstlerische Arbeiten, die über den ganzen Ort verteilt in Höfen, Scheunen, Galerien und Ateliers angeboten werden.

Oder die schöne Burgweihnacht in Pappenheim, die allerdings nur am 1. und 2. Adventswochenende stattfindet. Früher fuhren wir gerne zum Schloss Hexenagger, dessen Weihnachtsmarkt inzwischen auf den nahen Wolfgangshof in Anwanden umgezogen ist.

Wir waren schon in Seßlach, Coburg, Fürth, Forchheim, Regensburg, Bamberg und so weiter, und so weiter. In diesem Jahr waren wir sogar auf dem Weihnachsmarkt in Rothenburg o.d.T., aber nur weil wir Besuch aus den Vereinigten Staaten hatten.

Ein weiterer Markt, der schon lange auf unserer Liste stand, ist die Bergwerksweihnacht Auerbach. Ziemlich unverwechselbar alleine schon wegen dem Gelände auf dem der Markt stattfindet: einem ehemaligen Bergwerk aus dem bis 1987 hochwertiges Eisenerz gefördert wurde.

Parkplatz. Warten auf den nächsten Bus zu Bergwerksweihnacht Auerbach
Am Parkplatz. Warten auf den nächsten Bus zu Bergwerksweihnacht Auerbach

Bildergalerie Bergwerksweihnacht Auerbach

Die Bergwerksweihnacht findet nur am zweiten Adventswochenende statt, womit ich bei der bereits eingangs erwähnten Sache mit dem richtigen Zeitpunkt angelangt bin. Die Auerbacher Organisatoren mögen die Beschreibung unseres Besuches nicht als harsche Kritik verstehen, sonder vielleicht als Anstoß ein paar Änderungen vorzunehmen.

Denn den ersten Schock erlitten wir auf dem Großparkplatz, von dem Shuttlebusse zur ehemaligen Zeche fahren. Wir trafen dort am Sonntag etwa um etwa 15:45 Uhr ein. Gerade rechtzeitig um die beginnende Dämmerung auf dem Markt zu erleben.

Wie auf den Bildern unten zu sehen ist, war die Schlange der Menschen, die auf Shuttlebusse warteten, ziemlich lang. Es trafen zwar Busse im Abstand von etwa 3-4 Minuten ein, wir bekamen aber erst (Steh-)Platz im sechsten Bus.

Am Markteingang angekommen (Eintritt inkl. Busverbindung 2 Euro p.P.), schoben und drängten die Menschen aus den Bussen mehr oder weniger gleichzeitig in den Eingangs-Stollen. Die Betreiber des ersten Standes dort taten mir leid, denn niemand konnte ihre Auslagen in Ruhe betrachten.

Das Gedränge zog sich allerdings auf dem gesamten Gelände durch, denn alle Buspassagiere zusammen bildeten ja einen Pulk von mehreren hundert Menschen, die alle etwa zum gleichen Zeitpunkt dort angekommen waren, Freunde trafen, oder auf solche warteten, die erst mit dem nächsten Bus ankamen usw.

Das ganze war so entnervend, dass wir kaum irgendwo stehen blieben. Nervig war auch die ständigen Musikberieselung von einer kleinen Bühne, die auf dem ganzen Gelände zu hören war. Bereits nach einer guten Stunde verließen wir das Gelände wieder um auf die Busse zu warten, die uns zu unserem Auto zurück brachten. Diesmal hatten wir mehr Glück und trafen mit dem vierten Bus wieder am Parkplatz ein.

Es gab dort übrigens keine Menschenschlange mehr, die auf den nächsten Bus gewartet hätte. Womit bewiesen ist, wie wichtig der richtige Zeitpunkt beim Besuch eines Weihnachstmarktes sein kann: wären wir eine Stunde später gekommen, wäre alles viel entspannter abgelaufen!

Trotzdem stellt sich für mich als Außenstehender die Frage, ob es nicht doch vielleicht Parkplätze an dem Bergwerk gibt, die jedem mit dem Auto eintreffenden Besucher die Möglichkeit eröffnen würden, den Markt zu betreten wann er/sie möchte. Und nicht wenn der Bus kommt.

Was ich auch vermisst habe: ein gut ausgeschildeter Fußweg, mit klaren Angaben über die Länge der Strecke zur Bergwerksweihnacht Auerbach!

Außerdem stellt sich die Frage: wenn die Bergwerksweihnacht Auerbach schon so ein Besuchermagnet ist, warum findet sie dann nur an einem einzigen Wochenende statt? Verteilt auf mehrere Wochenenden hätten sicher sowohl die Aussteller als auch die Besucher mehr davon.


Ein paar Fotos von der Bergwerksweihnacht Auerbach

4 Antworten : “Bergwerksweihnacht Auerbach i.d. Oberpfalz”

  1. Angelika Gradl sagt:

    Lieber Herr Spandl,

    als „Betroffener“ habe ich mit Interesse Ihre Bewertung zu unserer Auerbacher Bergwerksweihnacht gelesen. Zusammen mit meiner Familie bin ich Mitglied des Fördervereins Maffeispiele e.V., dem Ausrichter dieser Bergwerksweihnacht.
    Sie haben recht, es kommt immer drauf an, zu welcher Zeit man einen Weihnachtsmarkt „genießt“ und es ehrt uns, wenn sie uns mit dem Nürnberger Christkindlesmarkt vergleichen.
    Es tut mir leid, wenn dieser Zeitpunkt für Sie am letzten Wochenende nicht der richtige war, um das Besondere unserer Bergwerksweihnacht fühlen und auch spüren zu können.
    Uns, das ist ein ausschließlich ehrenamtliches Team, das diese komplette Weihnacht auf die Füße stellt und zum Laufen bringt. Auf dem ganzen Gelände befinden sich neben den kunsthandwerklichen Ständen, die gemeinsam von uns ausgesucht werden und bei denen es bereits heute eine Bewerbungsliste für 2015 gibt, lediglich 2 Essensstaende, die nicht von uns betreut werden. Alle anderen Stände werden von unserem Team betrieben.
    Warum das Ganze? Wir sind alle mit viel Herzblut dabei, „unsere“ Bergwerksweihnacht so zu machen, wie wir uns ganz persönlich einen Weihnachtsmarkt vorstellen, der Erlös fließt dabei ausschließlich in die Erhaltung des Bergwerksmuseums ein.
    Deshalb verstehen Sie bitte, wenn wir dieses „Event“ nicht über mehr als 2 Tage gestalten können. Bereits für diese 2 Tage ist eine Flut von Helfern an den Ständen sowie im Hintergrund notwendig, die ihre gesamte Freizeit und auch Urlaub vor, über und nach diesem Wochenende dafür verwenden.

    Parkplatzsituation bzw. Bustransfer: das Bergwerksmuseum liegt inmitten ländlicher Infrastruktur, d.h. Wiesen und Äcker. Deshalb ist hier leider eine unmittelbare Parkflächenausweisung nicht möglich, auch angesichts möglicher schlechter Wetterverhältnisse. Auch deshalb wurde der Bustransfer eingerichtet, auch wenn dies die Flexibilität der Besucher etwas einschränkt. Die Vielzahl der eingesetzten Busse erlaubt dabei akzeptable Wartezeiten.

    Ich würde mich freuen, Sie „trotzdem“ auch 2015 auf unserer Bergwerksweihnacht wieder begrüßen zu können, gerne aber auch im Sommer bei unserem Kulturprogramm, den Maffeispielen. Oder aber auch bei einem Museumsbesuch auf „Maffei“ab Mai 2015.

    Wir nehmen Tipps und Kritik ernst und sind bestrebt, Verbesserungen permanent auch in unserer Bergwerksweihnacht einzubringen und umzusetzen. Leider ist nicht immer alles machbar oder in realistischem Rahmen umzusetzen.
    Aber: nach der Bergwerksweihnacht ist vor der Bergwerksweihnacht ….
    Jetzt beginnen bereits die Planungen für Dezember 2015, natürlich unter Berücksichtigung des Feedbacks.

    Deshalb nochmals Danke für ihre Tipps bzw. Kritik.

    Glückauf aus Auerbach und noch eine schöne Adventszeit
    Angelika Gradl

    • Liebe Frau Gradl,
      vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar und die Darlegung von Sachverhalten.
      Ihre Probleme sind mir durchaus bewusst.
      Wahrscheinlich liegt das Hauptproblem aber gar nicht bei Ihnen, sondern bei Weihnachtsmarkt-Touristen wie uns, die heutzutage kleine Märkte überschwemmen, einfach weil die Mobilität des modernen Menschen es ermöglicht.
      Wir werden sicher noch einen Versuch starten um uns mit Auerbach zu versöhnen.
      Schwierig ist es halt auch immer, genau dieses eine Wochenende zu „treffen“.
      Mit freundlichem Gruß
      Peter G. Spandl

  2. WildeHenne sagt:

    Den Nürnberger Christkindlesmarkt musste ich immer zur Eröffnung besuchen, weil der damals noch sehr kleine Junghahn das Christkind sehen wollte. Für mich jeweils eine Qual. Irgendwann habe ich mich geweigert und diese verantwortungsvolle Aufgabe dem Kindsvater übertragen 😉
    Ich bin nicht so der Weihnachtsmarkt-Typ. Weiss auch nicht, irgendwie sagt mir auch das Angebot nie so richtig zu.

    • Liebe Wilde Henne,
      bei mir ist es umgekehrt. Ich habe etwa mit 40 zum ersten mal die Eröffnung gesehen und bin seitdem immer wieder sehr beeindruckt. Allerdings habe ich auch einen Logenplatz genau auf der Höhe des Christkinds auf der anderen Seite des Marktes. – Was das Angebot der Märkte angeht, so gebe ich Dir recht. Es ist aber höchst unterschiedlich. Und es gibt tolle Veranstaltungen und auch ziemlich doofe!

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