Weihnachtsmenü oder Würstchen mit Kartoffelsalat?

Weihnachtsmenü oder Würstchen mit Kartoffelsalat?

Die Frage, Weihnachtsmenü oder Würstchen mit Kartoffelsalat, muss erlaubt sein. Wobei sie sich in meiner eigenen Familie nicht stellt. Bei uns gibt es seit gut 25 Jahren eine ganz andere Tradition und die heißt Fondue. Natürlich geht es andernorts ganz anders zu.

Eine Statistik, die ich kürzlich gelesen habe, gab an, dass bei etwa 25 Prozent der Haushalte in Deutschland Würstchen mit Kartoffelsalat auf dem Tisch stehen. Mich hat zu dem Thema allerdings nie jemand befragt.

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Kartoffelsalat ganz ohne Weihnachtsmenü

Meine Forschungen nach dem Grund für die Tradition, am Heiligabend Kartoffelsalat zu essen, waren umfangreich. Fest steht, dass die Würstchen keine Rolle spielen. Wichtig ist nur der Kartoffelsalat. Und die Tatsache, dass das Weihnachtsfest auch in Deutschland früher erst am 25. Dezember groß gefeiert wurde.

Eine der Theorien, warum wir den Heiligen Abend bereits am 24. Dezember feiern, besagt übrigens, dass in Weltreligionen wie dem Christentum aber auch im Islam und im Judentum, zahlreiche Festtage bereits mit dem Vorabend beginnen. Warum das ausgerechnet in Deutschland gelten soll, erschließt sich mir jedenfalls nicht.

Fastenzeit mit jeder Menge Plätzchen?

Zwar bereiten sich Christen in der Fastenzeit auf Ostern vor. Was aber heute kaum noch jemand so richtig auf dem Schirm hat, ist die zweite Fastenzeit im Jahr, die sogenannte Philippus-Fastenzeit. Sie wird auch Weihnachtsfastenzeit genannt und dauert 40 Tage, was rund sechs Wochen entspricht. Berechnungen der Zeit nach Gregorianischem und Julianischem Kalender spielen auch eine Rolle, sie sollen an dieser Stelle aber bewusst vernachlässigt werden.

Wie sich die Fastenzeit, mit all den Plätzchen, Lebkuchen und anderen Leckereien auf Firmenweihnachtsfeiern im Advent verträgt, lassen wir mal dahingestellt. Schließlich ist Weihnachten heute einfach ein buntes Gemisch von vielen Bräuchen, die man nach und nach addiert hat. Sei es das Christkind, das die Gaben bringt (Eingeführt von Martin Luther), der Coca-Cola-Weihnachtsmann oder gar der Christbaum selbst.

Das Adventsfasten startet am 14. November (Philippus-Gedenktag) und endet erst am ersten Weihnachtsfeiertag. Die sättigende Kartoffel war in dieser Fastenzeit einst ein ideales Nahrungsmittel. Geld wurde in vielen Familien früher für den Festschmaus am ersten Weihnachtstag aufgespart.

Ein preiswertes Kartoffelgericht eignete sich deshalb sehr gut für den Weihnachtsvorabend und am 24. Dezember blieb genügend Zeit für die Arbeit oder letzte Einkäufe. Vor oder nach dem Beuch der Christmette musste also nicht mehr groß gekocht werden. Was früher einfach nur zweckmäßig war, wurde bald zur Tradition.

Fondue oder Kartoffelsalat

Auch wenn man die Wertigkeit eines Fondues nicht mit dem Kartoffelsalat vergleichen kann, gibt es doch eine Gemeinsamkeit: beides lässt sich gut vorbereiten. Selbst wenn man 10 verschiedene Soßen zum Fondue reichen möchte, lassen die sich weit vor der schönen Fonduerunde zubereiten und können sofort nach der Bescherung auf den Tisch gebracht werden, das Fett oder Öl ist schnell erhitzt und schon kann es losgehen.

Festtafel Festlich Weihnachten

Planen Sie ein Weihnachtsmenü?

Gute Freunde von uns zelebrieren am heiligen Abend weder ein Fondue, noch kommt Kartoffelsalat mit Würstchen auf den Tisch. Dafür gibt es alljährlich ein aufwändiges Weihnachtsmenü. Das ist eine besonders spannende Angelegenheit, bedarf aber gewisser Voraussetzungen. So interessieren sich in der Familie praktisch alle, auch die drei erwachsenen Söhne, fürs Kochen und vernünftige Ernährung.

Das heißt, es kann alljährlich mindestens ein 5-Gang-Menü auf den Tisch gebracht werden, wenn jeder nur einen einzigen Gang übernimmt. Querverbindungen bei der gegenseitigen Hilfe sind selbstverständlich oder sogar nötig. Die Anzahl der Menschen, die mit am Tisch sitzen dürfen, ergibt sich automatisch aus den zugehörigen EhepartnerInnen, Enkelkindern, Omas und Opas – und – der Anzahl der vorhandenen Sitzplätze! Wichtig auf einer Weihnachts-Tafel sind selbstverständlich schöne Servietten und festliche Menükarten, was auch der Dokumentation dient.

Denn ein erstaunliches Phänomen ist die Vergesslichkeit der Menschen. Wenn es darum geht, sich zu erinnern, was denn die Bestandteile der Menüs in vergangenen Jahren waren, tun sich ziemlisch schnell große Lücken auf. Und das obwohl sehr viel Aufwand dafür betrieben wird, die Speisenfolge sorgfältig zusammenzustellen und zu kochen.

Servietten für das Weihnachtsmenü

Nachdem das komplette Weihnachtsmenü im elterlichen Eigenheim gekocht wird, fällt dem Zweitgeborenen, Philipp, die komplette Menüplanung zu. Eine hochinteressante Aufgabe! Dank Vorkenntnissen, die Philipp während seiner Studentenzeit in der Gastronomie erworben hat, klappt das alljährlich sehr gut.

Schließlich muss man nicht nur einen funktionierenden Zeitplan aufstellen. Es geht auch um die Koordinierung der Einkäufe, den Platz im Gefrier- und Kühlschrank, auf Arbeitsflächen und erst recht im oder auf dem Herd. Der Vorteil daran: es muss nicht eine Person in der Küche stehen. Ein unterhaltsames Miteinander in der Küche bringt Spaß und das Wir-Gefühl in der Familie wird gestärkt.

Servietten Falten
Mehrere Varianten zur Faltung Ihrer Servietten finden Sie hier: Servietten falten: Vierfacher Tafelspitz

Ein interessanter Artikel zum Thema Weihnachten historisch: Wie das Fest zu dem wurde, was es heute ist.

Das Geflügel-Weihnachtsmenü:

Vielleicht haben Sie inzwischen Lust darauf bekommen, das Modell des gemeinsam gekochten Weihnachtsmenüs zu übernehmen und überlegen sich schon eine Menüzusammenstellung. Nachfolgend finden Sie einige Rezepte, die sich hervorragend dafür eignen.

Thunfisch GebeiztEmpfiehlt sich als kleines Horsd’œuvre:
Gebeizte Thunfisch-Pralinen mit Ananas-Relish
Sie kommt mit einem asiatischen Touch auf den Tisch und kann bzw. sollte sogar schon am Vortag in die Beize gelegt werden.
Die Ananas-Relish bitte mit frischer und reifer Ananas zubereiten!

Entenleberparfait mit Thymian-Apfel-GeleeAls erster Gang bietet sich dieses
Entenleberparfait mit Thymian-Apfel-Gelee an.
Kann sehr gut vorbereitet und im Kühlschrank aufbewahrt werden

Zweiter Gang, etwas üppiger:
Confierte Gänsekeule mit Wintersalaten und Gorgonzola-Dressing
Die Menge an confiertem Gänsefleisch sollte natürlich bei einem Zwischegang nicht so üppig ausfallen wie auf den Fotos zu sehen.
Vorteil: confieren kann man schon Tage vorher!

Entenbrust auf Orange und ApfelAls Hauptgang servieren wir
Entenbrust auf einem Bett aus Apfel und Orangen
dazu eine Soße mit Calvados und kleine Kartoffelklöße.
Die Entenbrüste werden angebraten und später im Ofen fertig gegart.

Spekulatius TiramisuUnd das Dessert ist ein
Spekulatius-Tiramisu mit würzigem Kirschkompott
Die Kirschen werden in Portwein und Sekt mit verschiedenen Gewürzen gekocht und zu einem Kompott verarbeitet. Ob sie das Kirschkompott mit in das Tiramisu einarbeiten oder dazu servieren ist Ihre Angelegenheit.

Mehr interessante Rezepte

Für ein vegetarisches Weihnachtsmenü:
Ziegenkäsekugeln mit Birnengelee – Fingerfood
Französische Zwiebelsuppe überbacken
Rote Bete-Ravioli mit Meerrettichschaum
Kürbis-Risotto, Aceto Balsamico, Gorgonzola-Sauce und Amaretti
Lebkuchensoufflé auf Schokoladensauce

Auch beliebt:
Raclette – Tipps zu Käse und Gerät

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Kartoffelsalat mit Pistazienpesto wie er im Kochbuch steht. Nämlich in der dicken Weber-Grillbibel. Von mir wurde er hier nur deshalb erfasst, damit ich ihn auch zubereiten kann, wenn ich das Buch selbst gar nicht dabei habe. Also zum Beispiel im Urlaub oder sonstwo. Das Zeug ist nämlich schlicht unheimlich gut.

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Eine Niedrigtemperatur-Gans zu Weihnachten hatten wir bisher noch nie zum Weihnachtsmenü. Auf die Idee hat mich der neue Weihnachtskatalog von Karstadt Lebensmittel gebracht, der mich zuerst beinahe alle Traditionen auf den Kopf stellen ließ. An Weihnachten wird es auf jeden Fall spannend.



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