Rinderrouladen an Aprikosensauce

Manche Kochrezepte habe ich jahrelang in meiner Sammlung, oft so lange, dass ich gar nicht mehr weiß woher sie stammen, bevor sie zum erstenmal zubereitet werden. Wenn das jeweilige Rezept den harten Geschmackstest in der Familie besteht, dann wird es ein vollwertiges Mitglied im Archiv und darf auf eine Zweitzubereitung hoffen. Dieses Rouladenrezept hat es geschafft. Eine mehrfache Zubereitung liegt hinter ihm, die Gäste waren jeweils voll des Lobes.

Das Rezept stammt vermutlich aus einer sehr alten Ausgabe der Zeitschrift Essen & Trinken. Das besondere daran sind neben den Aprikosenstreifen das dunkle Bier in der Soße. Eine wirklich feine Alternative zur normalen Rinderroulade, die normalerweise landesweit gerne mit Gürkchen und Speck als Füllung daherkommt.

Zutaten für die Füllung der Rinderrouladen:
* 200 g Rinderhack
* 1 Brötchen (vom Vortag)
* 125 ml Milch (warm)
* 1 Ei
* 2 Schalotten
* 1 Knoblauchzehe
* 2 EL Butter
* 1 Msp. Zimt
* Salz
* getrocknete Chilis (aus der Mühle)
* 1 EL Minze

Zutaten für die Rouladen selbst:
* 4 dünne Rouladen (Rinderkeule)
* 5 EL Öl
* Salz
* Pfeffer
* ca. 100 g Staudensellerie
* ca. 100 g Karotten
* ca. 250 g Zwiebeln
* ca. 100 g Lauch
* 1 Knoblauchzehe
* 1 Rosmarin Zweig
* 3 Zweige Thymian
* 150 g getr. Aprikosen
* 250 ml dunkles Bier
* 500 ml Rinderfond
* 1 EL Butterschmalz
* 200 g rote Zwiebeln in Streifen
* 30 g eiskalte Butter

Zubereitung Rinderrouladen an Aprikosensauce

Das Brötchen klein schneiden, die Milch erwärmen, über die Brötchenwürfel geben und abgedeckt etwas ziehen lassen. Schalotten und Knoblauchzehe in 1 EL Butter glasig dünsten. Hackfleisch in einer Schüssel mit dem Ei, dem zerdrückten Brötchen und dem Pfanneninhalt mischen. Die Fleischfarce mit 1 Msp. Zimt und herzhaft mit Salz und Chili würzen. Die Minze hacken und unterheben.

Ein langes Stück Klarsichtfolie mit Öl einpinseln. Die Rouladen dazwischen mit dem Plattiereisen oder dem Boden einer kleinen Pfanne dünn ausklopfen. Das Fleisch salzen, die Hackfleisch-Farce daraufstreichen. Zuerst die Seiten über die Füllung klappen, damit sie nicht herauslaufen kann. Das Fleisch aufrollen und mit Küchengarn zusammenbinden.

Das restliche Öl in einem Bräter erhitzen. Die Rouladen von allen Seiten anbraten, dabei noch einmal salzen und pfeffern. Wenn die Rouladen Farbe angenommen haben, diese herausnehmen. Staudensellerie, Möhren, Zwiebeln und Porree klein würfeln und im Bratfett anrösten. Knoblauch, Rosmarin und Thymian kurz mitrösten. Mit dem dunklen Bier ablöschen und die Brühe zugiessen. Die Rouladen wieder in den Bräter legen. 100 g der Aprikosen zugeben, die restlichen 50 g der Aprikosen in Streifen schneiden aber noch zurückbehalten (kommen erst am Schluss zum Einsatz).

Den Bräter zudecken und im vorgeheizten Backofen auf der zweiten Einschubleiste von unten 1 Stunde bei 200 °C schmoren (Gas 3, Umluft 1 Stunde bei 170 °C ).

Nach der Garzeit die Rouladen aus dem Bräter nehmen. Den Schmorfond durch ein Sieb giessen. Das Röstgemüse dabei mit der Kelle kräftig durchdrücken. Den Fond entfetten und bei starker Hitze um ein Drittel einkochen lassen.

Inzwischen in einer Pfanne das Butterschmalz erhitzen. Die roten Zwiebelstreifen darin kräftig braun braten. Den eingekochten Fond angiessen, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Aprikosenstreifen hineingeben und kurz mit erwärmen. Bei sehr geringer Hitze die kalte Butter in Stückchen zum Binden in die Soße einarbeiten und sofort servieren.

Vor dem Servieren das Küchengarn entfernen, die Rouladen schräg halbieren, etwas Sauce mit der Aprikosen-Zwiebelmischung darüber gießen. Dazu passen Spätzle.

Rinderrouladen an Aprikosensauce
Die Vorbereitung der Rinderrouladen an Aprikosensauce läuft

Rinderrouladen an Aprikosensauce

Rinderrouladen an Aprikosensauce
Fertig sind die Rinderrouladen an Aprikosensauce

2 Antworten : “Rinderrouladen an Aprikosensauce”

  1. Jens sagt:

    Das ist für mich der Inbegriff des Sonntagsessens! Danzu die ganze Familie einladen und eine ordentliche Portion kochen. Echt toll gemacht von Dir!

    Gruß,
    Jens

  2. Wilde Henne sagt:

    Lieber Peter
    Danke für den Link zu diesem Rezept. Das ist eine «Vogel»-Variante, die ich mir auch gut vorstellen kann. Ist vorgemerkt für das nächste Mal – merci.
    Lieben Gruss von der Wilden Henne

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