Mousse von der schwarzen Johannisbeere – Cassismousse

Johannisbeeren-Mousse, Schwarze Johannisbeere Mousse, Mousse Cassis

Die allerbeste Voraussetzung für eine Mousse von der schwarzen Johannisbeere sind natürlich Sträucher im Garten, an denen schwarze Johannisbeeren wachsen. Johannisbeeren gibt es annähernd 50 Sorten. Die meisten sind vorwiegend rot, gelb oder sogar weiß und haben einen recht säuerlichem Geschmack.

Schwarze Johannisbeeren dagegen verfügen über eine säuerliche Kombination von fruchtigen, moschusartigen und kräute­rigen Noten. Im Verhältnis zu den helleren Sorten sind sie relativ selten. Sie besit­zen das, was ich gerne als Hecken­aroma bezeichnen würde.

Kinder, die schwarze Johannisbeeren direkt vom Strauch pflücken, um sie sich flugs in den Schnabel stecken, werden nicht unbedingt besonders begeistert von dem Geschmackserlebnis erzählen.

Freundschaft schließen Kinder dagegen schnell mit schwarzem Johannisbeersaft, während Erwachsene dem klassischen Cassis sehr aufgeschlossen gegenüberstehen.

Damit es nicht zu Verwechslungen kommt, zuerst noch ein bisschen Klugscheißerei: Cassis ist sowohl eine kleine Gemeinde im Süden Frankreichs, als auch die französische Bezeichnung der Schwarzen Johannisbeeren (Ribes nigrum).

Erst jetzt sind wir beim Crème de Cassis*) angelangt, dem Likör aus schwarzen Johannisbeeren, der be­trächt­lichen Anteil am Erfolg des Cocktails Kir Royal hat.

Schwarze Johannisbeeren - Foto: Pezibear auf Pixabay
Schwarze Johannisbeeren – © Foto: Pezibear auf Pixabay

Warum kennen oder mögen Amerikaner schwarze Johannisbeeren nicht?

Besonders beliebt in unserem eigenen Haushalt sind neben der Mousse von der schwarzen Johannisbeere, die kleinen Früchtchen als Gelee auf dem Frühstückstisch. Sehr gelungen finde ich in diesem Zusammenhang schon immer die Kombination des dunklen Gelees auf einer schönen Schicht Erdnussbutter.

Wegen meines Desserts, dem Mousse von der schwarzen Johannisbeere (dessen Rezept nun wirklich gleich kommt), habe ich wieder einmal bei Niki Segnit nachgeschlagen. Nur um zu sehen, welche Kombinationen sie mit der schwarzen Johannisbeere auf den Tisch bringen würde.

Und tatsächlich gibt es in ihrem Buch eine interessante Geschichte, die die Frage beantwortet: warum kennen oder mögen Amerikaner keine schwarzen Johannisbeeren?

… Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entdeckte man nämlich, dass der Schwarze Johannisbeer­strauch, Ribes nigrum, Überträger einer Krankheit war, welcher die – für die boomende Bauindustrie lebenswichtige – Weymouth-Kiefer befiel.

Schwarze Johannisbeeren zu kultivieren wurde nun durch ein Bundesgesetz zum Verbrechen, und obwohl die Durchsetzung des Verbots heute der Ge­richtsbarkeit der jeweiligen Bundesstaaten unterliegt, haben es nur wenige dieser Staaten aufgehoben. Folglich ist der Geschmack dem amerikanischen Gaumen weit weniger vertraut als dem europäischen.

Wer Niki Segnit nicht kennt: sie schreibt eine Kolumne für die “Times” und hat unter anderem den von mir sehr geschätzten “Geschmacksthesaurus” (Rezension dazu) veröffentlicht. Das Buch kann man als eine Art Aroma-Handbuch bezeichnen.

Mousse von der schwarzen Johannisbeere – Mousse Cassis

Püree-Cassis, 12% Zucker, 1 kgWie schon festgestellt: die schwarze Johannisbeere ist ein eigenwilliges Früchtchen. Es will gut überlegt sein, womit man sie kombinieren will. Mir selbst sind schon zwei Kombinations-Versuche schief gegangen. Die oben genannte Autorin empfiehlt neben Erdnuss(butter) übrigens, Kaffee, Mandeln, Minze, Schokolade, Weichkäse und Wacholder!

In Ermangelung eigener Johannisbeersträucher, empfehle ich für das Dessert ein Fruchtpüree aus Frankreich, das stets in hoher Qualität daherkommt: Püree-Cassis, 12% Zucker, 1 kg *)

Cassis-Mousse im Schokotropfen

ausreichend für 6 Personen
* 150 ml Cassis Fruchtpüree
* 2 Eidotter
* 65 g Zucker
* 2 Eiweiß
* 3 Blatt weiße Gelatine
* 150 ml Schlagsahne

Mousse von der Schwarzen Johannisbeere

Die Zubereitung des Cassis-Mousse / Mousse von der schwarzen Johannisbeere:
Zuerst die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen. Das Fruchtpüree in einem kleinen Topf erwärmen und durch ein Sieb streichen, um später eine möglichst glatte Mousse zu bekommen. Das Cassispüree zurück in den Topf geben, erneut erwärmen und die eingeweichte Gelatine darin komplett auflösen. Die Fruchtmasse für etwa eine Stunde kühl stellen.

Unterdessen die Eidotter und den Zucker in einer Schüssel cremig aufschlagen.

Das inzwischen abgekühlte Cassis-Püree langsam in die cremige Masse einlaufen lassen, dabei immer weiter schlagen bis alles eine schöne Verbindung eingegangen ist. Für etwa eine weitere Stunde kühl stellen, bis die Gelatine beginnt die Masse schon ein bisschen zu verfestigen.

Die Sahne steif schlagen und mit dem Schneebesen (nicht mit dem Rührgerät) unter die anziehende Creme heben.

Nun die beiden Eiweiß ebenfalls steif schlagen, am besten Löffelweise unter die Gesamtmasse heben. Diese fertige Masse sollte jetzt schön dick, aber locker sein und sich noch gießen lassen. Gegebenenfalls muss man der Gelatine weitere Zeit geben ihre Aufgabe zu erledigen.

Alles in dafür vorbereitete Behälter (Schokotropfen) verteilen und bis zum Servieren kühl stellen.

Wie man die Schokotropfen auf den Abbildungen herstellt, wird zum Beispiel in meinem Rezept für ein Kaffee- und Orangengraniata, oder auch im Rezept für Passionsfrucht-Mousse im Schokotropfen gezeigt.


Schwarzes Johannisbeeren-Mousse am Erdbeerspiegel. Das passte nun wirklich nicht besonders gut zusammen. Da Kinder mit am Tisch waren, empfahl sich eine Variante mit Crème de Cassis allerdings auch nicht unbedingt.

Rezepte mit Johannisbeeren und mit Crème de Cassis

Feine Buttercreme auf dem Johannisbeerkuchen
Portweinfeigen mit Grenadine-Mousse

Crème de Cassis

Crème de Cassis *) ist ein Likör von schwarzen Johannisbeeren. Er wird hauptsächlich zur Zubereitung von Cocktails verwendet, wie etwa Kir oder Kir Royal.

A N Z E I G E
A N Z E I G E

Praktische, kleine Menge:

-carb Xanthan200 g

Letzte Aktualisierung am 13.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


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