Spaghetti mit überbackenen Schweinelendchen

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Das hier ist wirklich das allerletzte. Allerdings muss erst die Frage der Betrachtungsweise geklärt werden. Denn nur wenn ich an meiner langen Reihe von Lieblingsgerichten entlang in die Vergangenheit blicke, ist dieses Gericht das, was ich ganz hinten sehe. Genau genommen ist es also mein erstes Lieblingsgericht. Ich habe es schon als Kind serviert bekommen und mag es immer noch. Selber zubereitet habe ich es noch keine drei Mal. Die Frauen in meiner Familie können das irgendwie besser. Zuerst meine Mutter, nun schon seit Jahrzehnten die beste Ehefrau von allen.

Blog-Event XC - Outtakes (Einsendeschluss 15. August 2013)

Und jetzt werde ich es melden. Zu Melanies Blogevent von Pimpimella, der bei Zorra ausgerichtet wird. Aber das interessiert nur die BloggerInnen.

Mit der Rezeptgeschichte hat das nur dahingehend etwas zu tun, dass in dem genannten Blogevent Dinge gesucht werden, die uns Foodbloggern ein bisschen peinlich sind. Also Küchen-Geständnisse. Ich musste ziemlich lange in meinem Gedächtnis kramen, aber außer dem kürzlich hier veröffentlichten Beitrag über Tims Croque und Dr. Huckstables Hoagies ist mir kaum etwas eingefallen. Schließlich will ich eine möglichst weiße Weste behalten!

Jetzt aber das! Diese Peinlichkeit! Das geht schon damit los, wie man das Zeug überhaupt essen könnte? Man braucht allen ernstes ein Messer (für die Lendchen), eine Gabel und einen Löffel. Okay, in Italien würde man den Löffel nicht brauchen, dort gäbe es aber das ganze Gericht nicht.

Denn Spaghetti mit Schweinelendchen! Das ist so typisch deutsches Wohlstandsbürgertum. Dazu noch richtig fetten Speck oben drauf. Und auch noch überbacken mit Emmentalerkäse(!). Dabei ist die Soße der Gipfel der Peinlichkeit. Zu einem Drittel aus Ketchup und zu zwei Dritteln aus preiswertem Rotwein mit ein bisschen Majoran und Oregano.

Spaghetti mit überbackenen Schweinelendchen

noch viel mehr Spaghetti GerichteDas ist die ganze Kochkunst! Salz und Pfeffer an der richtigen Stelle einsetzen! Lendchen auf beiden Seiten anbraten, in eine Auflaufform setzen, in der sich bereits die „Soße“ befindet. Speck und Käse darauf geben, alles für etwa 15 Minuten bei 200 Grad überbacken und dann mit den in der Zwischenzeit al dente gekochten Spaghetti servieren.

Und wissen Sie was? Das ist so lecker, dass ich dieses Unwort „lecker“ gleich noch ein paarmal zum Einsatz bringe. Lecker, lecker, lecker. Und es ist mir auch noch sowas von egal, was Sie darüber denken könnten!

Vielleicht sind es aber auch nur die Erinnerungen, die dieses Gericht so extrem gut für mich machen. Kindheitsfreuden. Wir hatten damals ja nichts. Zumindest keinen Parmesan. Deshalb der Emmentaler. Mir wirds warm ums Herz und ich fühle mich während des essens pudelwohl. Probieren Sie es einfach aus. Nur: ziehen sie keine weiße Weste dazu an.

*

Nachtrag als Hinweis in eigener Sache: Wie in diesem Blog schon mehrfach erwähnt, essen wir seit weit über sechsunddreißig Jahren (fast) jeden Freitag Spaghetti. Diese ist nur eine von vielen Varianten. Und obwohl die Rezepte (siehe Link) noch gar nicht alle veröffentlicht sind, die bei uns zum Einsatz kommen, findet man in der Sammlung doch einiges.

Lendchen mit Speck und Käse überbacken. Dazu Spaghetti
Spaghetti mit überbackenen Schweinelendchen. So sehen sie aus!

7 Antworten : “Spaghetti mit überbackenen Schweinelendchen”

  1. Susanne sagt:

    … seit über 36 Jahren jeden Freitag Spaghetti. Ich war dabei. Fast 20 Jahre lang.
    Und ich habe es nicht nur überlebt sondern auch tatsächlich dieses eine Rezept zu meinen Lieblingen erkoren. Das gibt es mindestens 4x im Jahr. Und ich habe mich auch nicht geniert, es schon einmal Gästen vorzusetzen.

    Der Gatte ist davon ebenso begeistert und wir lieben es so, weil es schnell geht. Man muss die Sachen gar nicht im Ofen backen. Als bekannte Rezeptabkürzerin werden Fleisch und Speck zusammen in der Pfanne gebraten und dann ruckizucki mit der angerührten Sauce übergossen.

    Zugegeben, den Käse lassen wir weg, zumindest überbacken. Stattdessen gibt es eine dicke Schicht Parmesan darüber.

    Ein weiterer Grund dieses Gericht zu lieben: Es ist beinahe das einzige Nudelgericht, bei dem ich nicht nach 2 Stunden schon wieder Hunger habe.

  2. WildeHenne sagt:

    Abgründe, lieber Peter, Abgründe sag ich da nur 😉

    Ich hab auch noch welche auf Lager, werde ich die nächsten Tage ebenfalls verbloggen.

  3. pimpimella sagt:

    Sieht für ne Peinlichkeit verdammt lecker aus!

  4. ninive sagt:

    Piccata bavarese oder frankenese?
    Spaghetti wie Ketchup gabs in der Kindheit nicht, erst als Teenager kam ich mit dem einen wie dem anderen in Berührung- in getrennten Anwendungsformen. Ich sag nur Miracoli….

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