Karotten-Ingwer-Gemüse für die Fastenzeit

Karotten-Ingwer-Gemüse

Erst gestern habe ich mich in einem Blogbeitrag ein bisschen darüber beschwert, wieviele Bilder auf meinen Datenträgern gespeichert sind. Die wirkliche Qual sind aber genau betrachtet die Fotos, die man nicht im Computer zur Verfügung hat. Denn an die kommt man nur sehr schlecht heran. Außer man hat noch dicke, fette, schwere Fotoalben im Keller.

Oder einen Diaprojektor, den man erst ins Wohnzimmer schleppen muss. Dazu die Leinwand. Die Fenster müssen abgedunkelt werden, eine Sitzordnung muss gefunden werden, für alle, die an der Dia-Betrachtung Interesse haben. An dem Projektor muss so lange herumgeschraubt werden, bis die Bilder in ausreichender Höhe, aber trotzdem nicht allzu schief auf der Leinwand angezeigt werden. Und erst dann geht das ganze große Hallo mit uralten Kinder-, Urlaubs- und Familienfotos los.

Früher nahm man üblicherweise nur einen oder vielleicht zwei „36er“ Filme mit in den Uraub. Trotzdem erinnert sich jeder von uns an stundenlange Diasitzung bei Bekannten und Freunden, die, erst mal in Fahrt geraten, die Gelegenheit gnadenlos nutzten, und gleich mehrere hundert Dias durch ihren Projektor jagten. So lange bis sich im Halbdunkel des Raumes erste Schnarchgeräusche vernehmen ließen. Oder die Lampe im Projektor derartig heiß war, dass eine hauchdünne Rauchfahne aus den Lüftungsschlitzen des Gerätes zum Abbruch zwang.

Vor dem Essen etwas über die Geschichte der Fotografie

In der Geschichte der Fotografie gibt es übrigens Zeiten, an deren Erinnerung mich das nackte Grauen befällt. Eine Phase ist die in den 1970er Jahren, als man dem gemeinen Verbraucher skrupellos sogenannte „Pocketkameras“ für wenig Geld andrehte. Das Fotografieren aus der Hosentasche wurde damals kurzfristig zum Volkssport. Die Bilder waren meist von unterirdischer Qualität und diese verschlimmert sich bis heute in jedem normalen Fotoalbum. Farbstichig. Verblasst. Unscharf. Oder alles zusammen.

Noch rauchend im Gargano
Das bin ich im Jahr 2001 vor dem Castel del Monte in Apulien. Ein Bild von dem ich 13 Jahre lang dachte, es sei irgendwie toll.

Die zweite schlimme Phase kam mit der Digitalisierung von normalen Fotos in den Jahren 1998-2002 auf. Die digitale Fotografie steckte noch in den Kinderschuhen oder war unbezahlbar. Aber Computerbesitzer wollten ihre schönen Urlaubsfotos nicht mehr auf einem Projektor vorführen, sondern auf dem sündhaft teueren 15-Zoll-Monitor des häuslichen Schreibtisches. Die Firmen, die bis dato mit der Entwicklung von Urlaubsfotos beschäftigt waren, entdeckten ein neues Geschäftsfeld und boten Urlaubsbilder auf Foto-CDs an. Dazu wurden Scans der entwickelten Negative gemacht und umgekehrt. Die Qualität war schlimm.

Das bemerkte man damal nicht unbedingt, aber schon die Auflösung der Bilder ist ein Witz: 1237 x 926 Pixel sind die größten Fotos auf den CDs in meinem Schrank aus dem Jahr 2001. Von dem Foto oben dachte ich immer, es wäre ein klasse Foto von mir, aus einer Zeit, in der ich noch einige Harre hatte. Die nackte Wahrheit sieht anders aus!

Warum ich diese ganze Geschichte überhaupt erzähle? Nun das hat mit den Dosentomaten aus dem sonnigen Süden zu tun. Für das unten folgende Rezept kann man auch Dosentomaten verwenden. Und ich war mir sicher, im Jahr 2000 auf Sardinien ein Foto von fröhlichen Tomaten-Pflückerinnen gemacht zu haben, die beigeistert winken. Das haben sie auch. Aber das Bild unten entstand erst Sekunden danach. Und es ist noch ein Jahr älter als das Bild von mir (oben). Die größte Auflösung dieses Fotos auf meiner CD beträgt übrigens sogar nur 768 x 505 Pixel.

Tomatenernte auf Sardinien
Tomatenernte auf Sardinien im Jahr 2000 – Zur Fotoqualität bitte die Geschichte oben lesen.

Karotten-Ingwer-Gemüse. Vegetarisch. Vegan. Fastenzeit.

Karotten-Ingwer-Gemüse ist eine feine, einfache Mahlzeit, die mit wenig Arbeitsaufwand schnell zubereitet und überaus preiswert ist. Veganer und Vegetarier werden Ihre Freude daran haben. Hartnäckige Fleischesser sollten sich gefälligst selber etwas ausdenken, was dazu passen könnte.

Ich schlage als Alternative zu den frischen Tomaten die Verwendung von Dosentomaten vor, zumindest in den Jahreszeiten, in denen es keine Freiland- oder eigene Garten-Tomaten gibt. Und das ist ja der größte Teil des Jahres.

Obwohl ich kein Fan von Konserven bin, so stammen Dosentomaten doch meist aus Ländern wie Italien, wo die Tomaten von echter Sonne verwöhnt und gleich verarbeitet werden. Sie haben häufig sogar beim Geschmack, im Vergleich zu frischen Tomaten aus dem Treibhaus, weit die Nase vorn.

Die Zutaten für 4 Personen:
* 1 kg Bio-Karotten
* 500 g Tomaten
* 1 Stange Lauch
* ca. 50 g Rosinen
* 1 Pepperoni
* Ingwer
* Olivenöl
* 1 Prise Zimt
* 1 kräftige Prise Bockshornklee

Karotten waschen, schälen und in gleich lange Stifte schneiden. Die Tomaten häuten und würfeln. Vom Lauch die äußerste Schicht entfernen, dann waschen und das weiße der Stange in Ringe schneiden.

Das ganze Gemüse in einen Topf mit vier Esslöffeln Olivenöl geben. Kräftig mit Salz, Zimt und Bockshornklee würzen. Den Deckel auflegen und bei mittlerer Temperatur circa 20 Minuten lang dünsten. Dabei zwischendurch umrühren. Die Pepperoni in Ringe schneiden und ebenfalls mitdünsten.

Unterdessen die Rosinen in wenig Wasser einweichen. Den Ingwer schälen und in kleine Stifte schnippeln. Nach den 20 Minuten Garzeit des Gemüses den Ingwer und die Rosinen untermischen. Das Karotten-Ingwer-Gemüse ohne Hitze weitere 5 Minuten bei geschlossenem Deckel ziehen lassen.

Mit türkischem Fladenbrot servieren. Köstlich.

Print Friendly

5 Antworten : “Karotten-Ingwer-Gemüse für die Fastenzeit”

  1. Paul Riesig sagt:

    Och, dass würde ich auch zu jeder anderen Zeit essen 🙂

  2. Paul Riesig sagt:

    Och, dass würde ich auch zu jeder anderen Zeit essen 😉

  3. ninive sagt:

    Die würden eine gute Begleitung zu meinen Fischfrikadellen abgegeben haben… too late, diesmal. Gefallen mir jedenfalls sehr gut, für mein Überangebot an Möhren. Die haben definitiv länger Saison als Tomaten hierzulande..

  4. lieberlecker sagt:

    Mir gefällt der Teller sehr 🙂
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy
    PS. Fehlen die Rosinen bei den Zutaten bewusst?

Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *