Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln

Italienische Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe ist für mich etwas, was einen der allerletzten Plätze einnimmt, auf einer nicht wirklich existierenden Hitliste von Gerichten, die wieder einmal zubereitet werden müssen. Während weite Teile der deutschen Bevölkerung mit der gemeinen Kartoffel schwer sympathisieren, ist sie für mich eine Beilage, die mir nur selten auf den Teller kommt. Richtig gerne mag ich sie nur in Form von Klößen und als Püree. Einige andere Zubereitungsformen kommen zwar trotzdem auf unseren Tisch, aber ein Stück frisches Baguette ist mir bei weitem lieber als die olle Pellkartoffel.

Schon der Geruch im Topf köchelnder Kartoffeln beleidigt meine Nase. Das hängt vermutlich mit Kindheits-Erinnerungen zusammen. Zwar waren die Ferien auf dem Land immer eine herrliche Angelegenheit, die Kartoffeln im Schweinetrog aber stets unangenehm.

Ansonsten bin ich ein Pommes-Dieb. Also einer jener Menschen, die es nicht lassen können, von anderer Leute Teller eines dieser goldgelb frittierten Kartoffel-Stäbchen zu mopsen. Das mache ich seit Jahrzehnten. Das Ergebnis meiner langjährigen Studie: Pommes sind vollkommen überflüssig. – Weshalb es fast immer bei dem einen geklauten Stäbchen bleibt.

Wer das nicht glauben kann, darf gerne diesen Blog durchsuchen, wird aber in keinem Rezept die vermaledeiten Pommes Frites finden. French fries sind nach meiner Ansicht sogar eine Geisel der Menschheit. Schon alleine durch ihr massenhaftes Auftreten und ihre Überall-Verfügbarkeit.

Auch den Anhängern der (angeblich) köstlichen Bratkartoffel, die diesen Text nun lesen und mir unruhig das Gegenteil beweisen möchten rufe ich zu: Bleibt mir damit vom Hals. Ich kann Bratkartoffeln wirklich gut zubereiten und sie kommen hin und wieder auf den Tisch, aber unsere Beziehung bleibt weiterhin sehr distanziert.

suppenkasparUnd Kartoffelsuppe?
Was ist mit Kartoffelsuppe?
Jawohl: ich bin auch noch ein Suppen-Kaspar! Suppen bereite ich nur auf besonderen Wunsch einer einzelnen Dame zu.

Die Konsistenz jeglicher Brühe, mit oder ohne Einlage, die mir, da ich auch noch ungeübt darin bin damit umzugehen, immer wieder vom Löffel tropft, stellt definitiv keine Bereicherung in meiner Nahrungskette dar.

Bleibt als Ausweg noch die dicke Kartoffelsuppe vom Ende der fiktiven Liste (siehe oben), die wenigstens nicht vom Löffel tropfen kann. Aber dazu gehört erst mal viel Überredungskunst sowie eine gewaltige Charme-Offensive der besten Ehefrau von allen.

Augen
Diesen Augen kann ich nicht widerstehen

Kürzlich hatte sie aber Glück und die Frau Hazan kam ihr zu Hilfe. In Marcella Hazans Werk, die klassische italienische Küche habe ich nämlich eine Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln und reichlich Parmesan entdeckt, die sogar mich gereizt hat. Ist echt lecker das Zeug. Deshalb hier jetzt das Rezept.

Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln. Rezept für 4 Personen

* 900 g mehlige Kartoffeln
* 45 g Butter
* 3 EL Pflanzenöl
* 675 g Zwiebeln
* Salz
* 750 ml hausgemachte Fleischbrühe
* 3 EL frisch geriebener Parmesan
* 1 EL Petersilie
* 2 Stangen Staudensellerie

Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln. Die Zubereitung:

Die Zwiebeln schälen und in sehr dünne Ringe schneiden (Gemüsehobel). Butter, Öl, und Zwiebelringe mit einer großzügigen Prise Salz in einem Suppentopf anbraten und auf mittlere Hitze schalten. Den Topf nicht abdecken. Die Zwiebeln unter gelegentlichem umrühren langsam braten, bis sie zusammenfallen und hellbraun sind.

Unterdessen die Kartoffeln schälen, in 1 cm große Würfel schneiden. Die Kartoffelwürfel zu den Zwiebeln hinzufügen, auf starke Hitze schalten und alles zügig braten. Die Kartoffeln gründlich mit den Zwiebeln vermischen.

Nun die Brühe dazu gießen, den Topf abdecken und die Hitze so regulieren, dass die Brühe schwach aber stetig siedet. Wenn die Kartoffeln weich sind, je nach gusto einen Teil mit einem langen Holzlöffel am Tropfrand zerdrücken. Gründlich vermischen und weitere 8-10 Minuten kochen. Mit Salz abschmecken.

Sollte Ihnen die Suppe zu dick sein fügen Sie etwas Brühe oder Wasser hinzu. Vor dem Servieren einen Teil des Parmesans und die fein gehackte Petersilie in die Suppe rühren. Ebenso die sehr fein gehackten Selleriestangen. Mit weiterem Parmesan auf Teller geben.

Trotz aller Suppen-Kasparei muss ich gestehen, diese Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln war wirklich fein.

Kartoffeln
Kartoffeln für die Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln

7 Antworten : “Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln”

  1. Tim sagt:

    Hey, Super leckeres Rezept. Habe es eben gestern mal nachgekocht und bin echt begeistert. Besten Dank dafür.

    Lieben Gruß

  2. Marko Slusarek sagt:

    Ich bin gerade über die Suche auf dieses Rezept gestoßen. Da ich ein absoluter Fan von Suppe bin wird am kommenden Montag (Montag ist Suppentag) genau so eine Kartoffelsuppe mit geschmorten Zwiebeln auf dem Herd stehen. Vielen Dank für dieses Rezept.

  3. Paul Riesig sagt:

    Dieses Rezept liest sich sehr gut. Mit Sicherheit eine köstliche Kartoffelsuppe, Made by Italia.

    Schönen Gruss an die Frau Gemahlin, kann mich nur schwer von ihren wunderschönen Augen lösen……. 😉

  4. ninive sagt:

    Unser Verhältnis zur Suppe scheint ähnlich zu sein…. es gibt auch nur sehr wenige die mein Wohlgefallen finden. Diese könnte es schaffen…

  5. Toettchen sagt:

    Marcella Hazan war mir die wichtigste Wegbegleiterin in die italienische Küche. Ihr Werk „Die klassische italienische Küche“ kann man getrost jedermann empfehlen. Kein Schnickschack sondern gediegene italienische Hausfrauenrepte.

  6. Marianne sagt:

    Die klingt aber interessant. Kenne ja einige Kartoffelsuppenvarianten. Mit Einbrenne vorher jedoch noch keine.
    Einfach und unkompliziert. Und durch das Anrösten kommt das Aroma bestimmt gut raus.
    Bei mir kommt ja von altersher immer Suppengrün und a Lorbeerblättla mit rein. Das kann man sich hier sparen.
    Wird probiert. Demnächst.
    Essensgruß
    Marianne

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