Zwetschgen-Crostata mit Amaretti und Mandeln

Zwetschgenkuchen, Zwetschgen-Crostata

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag mit dem Satz beginnen: „Um die Zwetschge wird nicht halb so viel Wind gemacht, wie um die Erdbeere“. Wie sich herausgestellt hat, stimmt das im doppelten Sinne gar nicht. Denn gibt man in der meistgenutzten Suchmaschine der Welt den Begriff Erdbeere ein, so erhält man die Information: Ungefähr 4.120.000 Ergebnisse (0,22 Sekunden). Die Zwetschge bringt es nur auf ungefähr 636.000 Ergebnisse (0,25 Sekunden).

Das bedeutet im Klartext, dass um die Zwetschge nur etwa ein siebtel so viel Wind gemacht wird. Dabei hängen Zwetschgen wesentlich höher und werden mit Sicherheit mehr vom Wind gestreichelt als die gemeine Erdbeere, die sich am Boden duckt und unter Blättern versteckt.

Spricht man von Zwetschgen, so gibt es in den Köpfen der Menschen häufig unterschiedliche Vorstellungen davon. Denn gerne wird die Zwetschge mit der Pflaume gleichgesetzt. Was aber nur bedingt richtig ist. Zwar sind die Zwetschgen eine Unterart der Pflaumen – zu deren Arten auch die beliebte Mirabelle und die fast vergessene Reneklode gehören – spätestens beim Verzehr stellt sich aber heraus, dass eine Pflaume weder im Geschmack noch im Aroma einer reifen Zwetschge das Wasser reichen kann.

Die Zwetschge muss auf den Zwetschgenkuchen

Weshalb sich auch zum Backen die Zwetschge wesentlich besser eignet als die Pflaume. Ihr säuerliches Fleisch trennt sich leicht vom Kern und sie behält bei Ofenhitze ihre Form. Dagegen löst sich das saftige, weiche, süße Fleisch einer Pflaume meist recht schlecht vom Stein und es zerfällt beim Backen stärker als das der Zwetschge.

Apropos Wasser reichen: wer gerne Hochprozentiges genießt, wie etwa den bekannten Sliwowitz (übrigens auch als Sauna-Aufguss sehr beliebt) aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens, wird sich in Deutschland gerne an Zwetschgenschnaps, Zwetschgenwasser oder auch Zwetschgenbrand gütlich tun. Hier hat die Erdbeere endlich mal den Kürzeren gezogen.

Bevor wir uns endgültig auf die folgende Zwetschgen-Crostata stürzen, noch kurz eine Info die niemand wirklich braucht: Da ich mich häufig vertippe, und auf der Suche nach der Begriff Erdbeere zuerst „Erde“ in die Suchmaschine eingegeben habe, weiß ich jetzt, dass es derzeit ungefähr 57.400.000 Ergebnisse (0,25 Sekunden) dazu gibt. Bei diesem Vergleich kann die Erdbeere endgültig einpacken. – Das Kuchenrezept folg unter dem Bild.

Zwetschgenkuchen, Zwetschgen-Crostata
Die auf dem Bild zu sehende Pflaume dient nur der Dekoration. Pflaumen schaffen es aus den oben genannten Gründen bei uns nicht in den Kuchen. Schon gar nicht auf die köstliche Zwetschgen-Crostata.

Feine Zwetschgen-Crostata. Ein toller Zwetschgenkuchen

Die Zutaten lesen sich für einen Zwetschgenkuchen zunächst sehr interssant. Aber diese Zwetschgen-Crostata ist ja auch ein außergewöhnliches Backwerk. Lassen Sie sich überraschen.

Zutaten Zwetschgen-Crostata:
* 300 g Mehl
* 100 g Amaretti
* 200 g Butter (zimmerwarm)
* 60 g Puderzucker
* etwas Salz
* 2 Eigelb
* Mehl zum Bearbeiten
* extra Butter zum Einfetten der Form

Für den Belag:
* 750 g Zwetschgen
* 100 g Mandeln (gestiftelt!)
* 80 g Honig
* 2 EL Amaretto
* 1 Orange, unbehandelt (Abrieb der Schale)
* 1 El Puderzucker

Zubereitung: Die Amaretti in einen Gefrierbeutel schütten und mit einem Nudelholz sehr fein zerdrücken. Die zimmerwarme Butter, den Puderzucker, Eigelb und 1 Prise Salz mit den Knethaken des Handrührers glatt rühren. Dann das Mehl und nur 70 g der Amaretti zugeben. Alles schnell zu einem Teig kneten, diesen zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie wickeln und für 2 Stunden kalt stellen.

Die Mandelstifte ohne Fett in einer Pfanne goldbraun rösten. Die Zwetschgen waschen, entsteinen und in noch zusammenhängende Viertel aufklappen. Die Orangenschale abreiben. Den Anrieb mit den Mandelstiften, dem Honig und dem Amaretto vermischen. Die klebrige Masse vorsichtig mit den Zwetschgen vermischen.

Von dem Teig 2/3 auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche ausrollen. Dabei etwa zwei Zentimeter auf den Durchmesser der verwendeten Form zugeben. Die Form gut einfetten, den Boden einlegen, den überstehenden Teig als Rand hochziehen. Den Boden mehrfach einstechen und mit den restlichen Amaretti bestreuen. Nun die Zwetschgenfüllung darauf verteilen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den restlichen Teig zu einem großen Rechteck ausrollen und mit einem Teigrad oder Messer etwa 1,5 cm breite Streifen schneiden. Die einzelnen Streifen vorsichtig in Form eines Gitters über die Füllung legen.

Den Kuchen bei 180 Grad (Umluft) für ca. 35-40 Minuten auf der untersten Schiene backen (Sie kennen Ihren Ofen besser als ich). Nach dem abkühlen mit Puderzucker bestäuben.

TIPP: Probieren Sie auch diesen köstlichen Zwetschgenkuchen mit Streuseln
und selbstverständlich finden Sie hier ein tolles Rezept für Rohrnudeln, Buchteln oder Zwetschgennudeln

Zwetschgen-Crostata
Köstlich, saftig und knusprig wegen der Mandelstifte und mit leichtem Marzipan-Aroma durch die Amaretti. Die Zwetschgen-Crostata. Ein Zwetschgenkuchen der ganz besonderen Art.

Zwetschgenkuchen, Zwetschgen-Crostata


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9 Antworten : “Zwetschgen-Crostata mit Amaretti und Mandeln”

  1. Claudia Förster sagt:

    Überraschenderweise ist der Kuchen wirklich sehr lecker geworden,heute ging das letzte Stück weg. Die geschnippelten Äpfel habe ich in reichlich Amaretto mariniert…
    Ich warte gespannt auf weitere Kuchenanregungen!

  2. Claudia Förster sagt:

    Zwetschgen sind bei uns leider schon aus! Ich habe das Rezept auf Äpfel umgemünzt…Amaretti hatte ich auch keine, also mußten Vollkornkekse herhalten! Der Kuchen steckt gerade im Ofen. Sieht sehr lecker aus…
    LG
    Claudia

  3. Kathrin sagt:

    ohhh, sieht ja super lecker aus. freu mich jedes jahr aufs neue auf die zwetschgen-saison. es werden auch immer welche eingefroren, dass man auch unterm jahr zwetschgenkuchen machen kann =)

  4. Sybille sagt:

    Die Zwetschge liegt mir eindeutig mehr als die Erdbeere. Wenn sie so saftig daherkommt sowieso.

    Mit süßen Grüßen

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